Hecken gepflegt


Schüler der 7. Klassen pflegten Hecken

NEUMARKT. Bei einem Landschaftspflegeprojekt der Schwarzachtalschule Berg engagieren sich Schüler der 7. Klassen im Naturschutz.

An der Mittelschule läuft derzeit ein neues Naturschutzprojekt. Unter fachlicher Anleitung von Landwirtschaftsmeister Werner Geier aus Gebertshof führen die Schüler der drei siebten Klassen in den nächsten beiden Schuljahren Maßnahmen zur Heckenpflege nach dem bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) durch. Die Pflegemaßnahmen werden dabei vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten vorgegeben und kontrolliert.

Die Idee für dieses Engagement im Naturschutz kam von Projektleiter Markus Spangler, Leiter der Klasse 7a, der selbst einen zertifizierten Bio-Hof als Hobby-Landwirt bewirtschaftet. Bei Werner Geier, einem Vollblut-Landwirt, fiel dieser Gedanke auf fruchtbaren Boden. Nachdem auch die beiden Klassenleiterinnen Christine Müller (7M) und Heike Söllner (7b) von diesem Engagement begeistert waren, begann Werner Geier sofort damit, Kontakt mit dem Landwirtschaftsamt und der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft herzustellen, so Spangler.

Die aktive Beteiligung der Schüler wurde mit einer Informationsveranstaltung über die ökologische Bedeutung des Lebensraumes Hecke und geeigneter Pflegemaßnahmen sowie über geignete Werkzeuge und Sicherheitsvorschriften eingeleitet.

Zunächst besprach Thomas Wutz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, der aus Regensburg anreiste, mit den Schülern die Entstehung von Hecken an Feldrainen. An steilen oder unfruchtbaren Feldrändern legten Bauern früher die Feldsteine ab, von denen es bei uns im Jura mehr als genug gibt. Darauf ließen Vögel nicht nur dsich nieder, sondern oft auch etwas fallen. Aus den so verteilten Samen entwickelten sich innerhalb weniger Jahre Sträucher und Bäume.

Bis zu der Zeit, in der die Öl-Heizung Einzug in die Haushalte fand, wurden diese Hecken gerne als schnell nachwachsendes Brennstofflager genutzt, was einer Überalterung vorbeugte. Da diese Nutzung heute nicht mehr gegeben ist, so Wutz, müsse man die Hecken pflegen, um für die darin lebenden Tiere Deckung und Unterschlupf zu erhalten. Dazu werden aus einer Hecke abschnittweise Bäume und Sträucher so auf Stock gesetzt, dass zum einen der Charakter des Landschaftselements erhalten bleibt, zum anderen aber genug Licht zu der schon aufkeimenden Naturverjüngung durchgelassen wird.

Nach dieser fachlichen Erläuterung des Lebensraumes Hecke und geeigneter Pflegemaßnahmen aus biologischer Sicht, erklärte Michael Noll, den Werner Geier als Experten für die Arbeitssicherheit von der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft gewinnen konnte, den Schülern verschiedene Werkzeuge zum Fällen kleiner Bäume und Sträucher.

Die Frage "Wer von euch hat schon mit der Motorsäge gearbeitet?", konnten zu Nolls Leidwesen einige Schüler bejahen. Der Umgang mit der Motorsäge ist nämlich erst Personen über 18 Jahren und Auszubildenden in der Landwirtschaft unter Aufsicht erlaubt. Davon abgesehen zieht der passionierten Waidmann Noll die Japansäge, kleine Bogensägen und haushaltsübliche Astscheren diesem lärmenden und stinkenden Hilfsmittel vor.

Doch auch hier ist Vorsicht geboten, mahnte Noll an. Nur zu schnell sind neben dem Ast auch oft Finger abgetrennt. Zur Vermeidung von kleineren Verletzungen, wie Kratzern und Schnittwunden, ist das Tragen von Arbeitshandschuhen unerlässlich. Weil der Berufsgenossenschaft die Sicherheit der Schüler am Herzen liegt, bekam jeder Siebtklässler ein Paar Handschuhe als motivierendes Geschenk überreicht.

Bürgermeister Helmut Himmler besuchte die Schüler bei den Arbeiten zur Heckenpflege – zugleich ein kalter Frosttag – und lud die beteiligten Schüler sowie die fachlichen Betreuer zu einer ordentlichen Brotzeit ein. Das aus den Hecken geschlagene Holz soll bei einem Schulfest versteigert werden und die Klassenkassen der 7. Klassen füllen.
22.02.11
Neumarkt: Hecken gepflegt
Telefon Redaktion


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