Hitzige Wider-Worte

NEUMARKT. Wegen der von der UPW befürworteten Tunnel-Lösung am Unteren Tor kam es beim Bürgergespräch zu teils hitzigen Wortmeldungen.

Die teure Lösung wird nicht überall unterstützt. Das mußten sich die Stadträte der UPW bei ihrem "Monatsgespräch mit den Bürgern" im Schützenhaus 1433 anhören. Stadtrat und Verkehrsreferent Jakob Bierschneider wollte dem zuvor kommen, indem er sein Votum und die Mehrheitsmeinung der UPW begründete: "34 Millionen Euro sind den Alternativen – Senkgärten, Überbrückung, Verschwenkung - gegenzurechnen; denn diese Varianten kosten bis zu 14 Millionen. Also ist der Tunnel finanziell tragbar", meinte er.

Dazu – von allen mit dem Straßenverkehr befassten Instanzen und Fachleuten begrüßt – komme die Entlastung auf der Dammstraße, und die dadurch verhinderte Belastung anderer neuralgischer Knotenpunkte wie zum Beispiel das Obere Tor. Unfälle würden vermieden und die Umwelt werde von Lärm und Abgasen entlastet. Eine fußläufige ebenerdige Anbindung des Neuen Marktes zur Innenstadt bringe Verkehrssicherheit für Fußgänger, Radfahrer, Behinderte, Senioren und Kinder und eine Zunahme an Kunden für die Geschäfte beiderseits der verkehrsberuhigten Dammstraße.

Und last not least: "Jeder Stadtrat ist zu einer Verkehrslösung verpflichtet."

Die zahlreichen - teils durchaus hitzigen - Wortmeldungen betrafen die Verkaufsfläche des Neuen Marktes und die vom Verkehrsreferenten Jakob Bierschneider bevorzugte Tunnellösung. "Eines geht nicht: als Stadtrat jegliche Mitarbeit zu verweigern" - so Bernhard Lehmeier zu den anwesenden Kritikern.

Hermann Dörfler stellte sein Modell zur Überbrückung der Dammstraße vor: einen erhöhten Kreisel für Fußgänger und Radfahrer über der Kreuzung Nürnberger Straße/Dammstraße/ Kurt-Romstöck-Ring bei gleichzeitiger Tieferlegung der Dammstraße um 1,50 Meter. Ob die Fußgänger lieber auf der Erde, über oder unter der Erde gehen oder ob dieses moderne Bauwerk vor die Altstadt passe, wollte niemand beantworten.

Die Stadträte Jakob Bierschneider und Bernhard Lehmeier machten in der Diskussion jedoch deutlich, dass sie die teure Tunnellösung für Fußgänger, Pkw- und Lkw-Verkehr für die "sicherste und somit beste Lösung" halten.

Dörfler ging auch auf die Tunnellösung ein: "Wenn Tunnel, dann im Tunnel Abzweigung zur Tiefgarage, dann Rechtsabbieger in die Nürnberger Straße – damit 3000 Autos weniger auf der Dammstraße sind".

Auf jeden Fall – und hier waren sich alle Anwesenden einig – müsse die Amberger Straße vom Lkw-Verkehr entlastet und auf den Berliner Ring geleitet werden. Den Vorwurf der "Geldverschwendung durch Gigantomanie" wies Versammlungsleiter Stadtrat Bernhard Lehmeier zurück.

Zur "plötzlichen Sperrung" des Turnerheims (wir berichteten) sagte Lehmeier, dass 120 öffentliche Gebäude in der Stadt gemäß den Bestimmungen des Brandschutzes überprüft und gegebenenfalls wegen der Sicherheit des Publikums gesperrt werden müssten. Der Arbeitskreis "Turnerheimbau" sei diesbezüglich mit eingebunden.
27.10.10
Neumarkt: Hitzige Wider-Worte
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