Mitglieder des Bundes Naturschutz trafen sich vor Ort im Gewerbegebiet Rettelloh
Foto: Schindler
NEUMARKT. Der Flächenfraß soll gestoppt werden: Naturschützer kritisieren in Freystadt die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets Rettelloh.
Ein etwa 15 Hektar großer Ackerstreifen ist im Flächennutzungsplan der Stadt bereits als GE-Gebiet gewidmet, aber noch nicht mit
einem Bebauungsplan belegt - und das soll nach den Vorstellungen des Bundes Naturschutz auch so bleiben.
Der Vorstand der Freystädter Ortsgruppe und Sigrid Schindler vom
Kreisvorstand plädierten bei einem Termin vor Ort dafür, die wertvollen Ackerflächen für die landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten.
Problematisch
sei jedoch, dass wohl einige Grundstücksbesitzer, die selbst keine Landwirtschaft
mehr betreiben und ihre Flächen verpachten, der Versuchung nicht widerstehen könnten und
voreilig verkaufen. Die Eigentümer der Grundstücke hätten es also in der Hand, „ob der Flächenfraß
gestoppt werden kann oder wie bisher weitergehen soll“. Spätere Beschwerden und
Protestaktionen würden dann aber nichts mehr helfen, hieß es von den Naturschützern.
Der Bund Naturschutz erachtet diese
GE-Fläche als denkbar ungeeignet für eine Erweiterung. Einmal seien noch nicht alle Flächen
belegt, „Vorratsflächen“ für einzelne Betriebe sollten aber vermieden werden. Außerdem
gebe es mehrere Leerstände: Lagerhallen, Baracken, Garagen. Die müßten bei einer Neubelegung
absoluten Vorrang haben vor einer Neuausweisung.
Darüber hinaus sei die Lage des
GE-Gebiets denkbar ungünstig gelegen, praktisch mitten im Naherholungsgebiet rund um
Freystadt. Die benachbarten Dörfer würden ohnehin bereits unter Lärm und zusätzlichem Verkehrsaufkommen leiden.
Eine vernünftige Verkehrsanbindung sei „leider von Anfang an nicht vorhanden
gewesen“.
„Obwohl die Erweiterung im Flächennutzungsplan vorgesehen ist, heißt das nicht,dass sie auch durchgezogen werden muss“, sagte der
Vorsitzende der Ortsgruppe, Gerhard Schmidt.
Diese Planung stamme schließlich aus der Zeit lange vor dem Volksbegehren, bei dem fast
zwei Millionen Menschen in Bayern für mehr Wertschätzung von Natur und Umwelt gestimmt
haben.