Mehr Kies - gerne auch in Form von Scheinen - wollen die Bauarbeiter
Foto:Gewerkschaft
NEUMARKT. Für die besonders im Landkreis Neumarkt stark vertretene Bau-Branche liefen die Geschäfte in der Vergangenheit prächtig.
Jetzt wollen auch die rund 3220 Bauarbeiter im Raum Neumarkt ihren Anteil am Bau-Boom haben.
Die Bauarbeiter-Gewerkschaft verlangt in der anstehenden Tarifrunde „mehr Kies“. Die
Löhne für die Beschäftigten auf heimischen Baustellen sollen um sechs Prozent steigen, so die
IG BAU Oberpfalz.
Ein Facharbeiter hätte damit am
Monatsende gut 200 Euro mehr auf dem Lohnzettel, so die Gewerkschaft.
„In der Bauwirtschaft läuft es so gut wie seit Jahren nicht mehr. Die Auftragsbücher der
Unternehmen sind prall gefüllt – oft kommen sie mit dem Bauen kaum hinterher“, sagt
Bezirksvorsitzender Christian Lang. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts
verzeichnete die Branche in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres ein
Umsatz-Plus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bereits für
2016 hatte die Behörde einen Rekordumsatz von 107 Milliarden Euro gemeldet.
Lang: „Es ist höchste Zeit, dass die Bauarbeiter, die den Bau-Boom erst möglich machen
und ihren Betrieben mit steigenden Umsätzen Rekordgewinne bescheren, davon auch
etwas im eigenen Portemonnaie merken.“
So fordert die IG BAU neben dem Lohn-Plus
auch ein volles 13. Monatseinkommen. Außerdem sollen Firmen die Ausbildungskosten
komplett übernehmen und die Fahrt zur Baustelle als Arbeitszeit vergüten. „Nur wenn die
Bauwirtschaft bei den Arbeitsbedingungen attraktiver wird, können wir den Trend zum
Fachkräftemangel stoppen und umkehren“, so Gewerkschafter Lang.
Die
Tarifverhandlungen beginnen am 7. Februar in Wiesbaden.