Die Ultra-Läufer starten in Dietfurt zur 239 Kilometer langen Strecke - und laufen sie nonstop
NEUMARKT. Zum sechsten Mal seit 2012 wird heuer Dietfurt und der Bayerische Jura im April zum „Mekka“ vieler deutscher und internationaler Ultraläufer.
Eine illustre Schar von Läufern, die sich auf den Langdistanzen über 100 Kilometer zuhause fühlen, hat sich zum "Jurasteig Nonstop Ultratrail" angemeldet.
Der Lauf hat sich zu einem festen Bestandteil der sogenannten Ultralaufszene entwickelt. Die Zahl der „Verrückten“, für die ein schnöder Marathon-Lauf viel zu gewöhnlich ist und die sich dieser für den normalen Sportler unglaublichen Herausforderung stellen wollen, hat sich auch heuer nochmals erhöht.
So sind in diesem Jahr aktuell 134 Gemeldete aus acht Nationen auf der Teilnehmerliste. Auch wenn erfahrungsgemäß noch einige, in der Regel verletzungsbedingte, Absagen zu erwarten sind, werden damit so viele Läufer wie noch nie an der Startlinie in Dietfurt . Sie haben dann etwas mehr als zwei Tage (maximal 54 Stunden) Zeit, den kompletten Jurasteig mit einer Länge von 239 Kilometern und einem Höhenunterschied von kumuliert 7500 Metern zu bewältigen. "Normalerweise" wird der Jurasteig in zwölf Tagesetappen erwandert.
2016 gab es bei den Männern wie im Vorjahr einen Doppelsieg. Georg Kunzfeld und Tobias Krumm erreichten nach 35 Stunden und 12 Minuten gemeinsam die Ziellinie. Als schnellste Frau kam Nicole Kresse nach knapp 41 Stunden ins Ziel.
Die erreichte Teilnehmerzahl erfordert eine ausgeklügelte Logistik durch das Organistations-Team um Margot und Gerhard Börner aus dem mittelfränkischen Schwabach. Die Läufer werden entlang der Strecke an zwölf Versorgungspunkten betreut. Diese Aufgabe übernehmen viele freiwillige Helfer aus der Familie und dem Umfeld der Organisatoren, aber auch der Teilnehmer. Sie können dabei auf die Unterstützung vieler örtlicher Vereine und Feuerwehren, von Gastronomen und von Kommunen am Weg zählen.
Der Start- und Zielort Dietfurt unterstützt die Sportler und Organisatoren in vielfältiger Weise.
In Kastl ist die 9. Versorgungsstelle des Laufs.. Hier gibt es dann auch eine „Kurzdistanz-Wertung“. Die Ultraläufer können entscheiden, ob Sie hier, bei dann erreichten 170 Kilometern, den Lauf beenden und in eine eigene Wertung aufgenommen werden wollen.
Wenn das keine Option ist, führt der Weg zehn Kilkometer zurück in den Landkreis Neumarkt auf den Habsberg zum Diözesanjugendhaus. Danach kommt der von vielen gefürchtete Abschnitt nach Deining. In der zweiten Nacht ohne Schlaf geht es weitere 22 Kilometer zum Sportheim des 1. FC Deining, wo die Sportler von Samstag, 17.30 Uhr, bis Sonntag, 8 Uhr, betreut werden. Auch in Deining gibt es eine warme Mahlzeit sowie Dusch- und Umkleidemöglichkeiten.
Mehr als 202 Kilometer liegen in Deining hinter den Läufern; ein lockerer Halbmarathon bringt sie anschließend nach Holnstein in die Regens-Wagner-Einrichtung mit der letzten Versorgungsstelle. Danach sind es noch „schlappe“ 15,6 Kilometer bis zur Ziellinie in Dietfurt.
Wer dort ankommt, hat mehr als fünfeinhalb Marathons am Stück hinter sich, - 7.500 Höhenmeter bergauf und bergab, auf schmalen Pfaden, über Stock und Stein, bei Tag und bei Nacht, bewältigt.