Geschäftsklima-Index sank in den negativen Bereich


35 Prozent der Kfz-Betriebe verzeichneten im dritten Quartal Umsatzrückgänge
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NEUMARKT. Ernüchterung im Handwerk : Statt der erhofften Trendwende weist der aktuelle Konjunkturbericht eine weitere Verschlechterung aus.

Der Geschäftsklima-Index in der Region sank im dritten Quartal 2026 um zwei Prozentpunkte auf einen Wert von minus eins und damit wieder in den negativen Bereich, hieß es von der Handwerkskammer.

Der Vorquartalswert hatte noch bei eins, der Vorjahreswert bei drei Prozentpunkten gelegen. Die Gesamtsituation im ostbayerischen Handwerk hat sich wieder verschlechtert, sagte Handwerkskammerpräsident Dr. Georg Haber. Damit könnten die ostbayerischen Handwerker bislang kaum von der zuletzt gemeldeten gesamtwirtschaftlichen Belebung profitieren. Angesichts der anhaltend schwachen Nachfrage, der verhaltenen Umsatzentwicklung und des Kostendrucks sei für die kommenden Wintermonate auch keine rasche Erholung in Sicht.

Für eine nachhaltige Erholung brauche es wirksame Wachstumsimpulse und spürbare Entlastungen für die Betriebe, sagte Haber. Der Kostendruck sei enorm. Die bisherigen Reformen hält er für „nicht ausreichend“. Das lohnintensive und auf Mobilität angewiesene Handwerk benötige insbesondere bei den zentralen Bereichen Steuern und Abgaben, Lohnzusatzkosten, Bürokratie sowie Energie- und Mobilitätskosten dauerhafte Entlastungen.

Jeder dritte Betrieb im ostbayerischen Handwerk (30 Prozent) verbuchte Auftragsrückgänge. Laut Konjunkturbericht spiegelt sich die Kundenzurückhaltung auch in der Gesamtnachfrage wider. Die durchschnittliche Auftragsreichweite für das Gesamthandwerk sank um eine Woche auf 9,4 Wochen. Positiv: Trotz nachlassender Nachfrage waren die Betriebe im dritten Quartal weiterhin konstant ausgelastet. Ein Großteil der Betriebe meldete eine hohe (52 Prozent der Betriebe) oder mittlere Auslastung (38 Prozent).

Bei den Verkaufspreisen hielten zuletzt 70 Prozent der Betriebe ihre Preise stabil – trotz negativer Umsatzentwicklung. Dort verbuchte rund jeder vierte Betrieb (26 Prozent) erneut Rückgänge. Damit blieb der Umsatzsaldo bereits im fünften Quartal in Folge negativ. Der Umsatzrückgang trifft besonders viele Betriebe im Kraftfahrzeuggewerbe und im Lebensmittelgewerbe (jeweils 35 Prozent).

Ein Minus gibt es auch bei den Investitionen: Jeder dritte Betrieb investierte im dritten Quartal weniger. Vor allem im Ausbaugewerbe und in den Handwerken für den privaten Bedarf sank der Anteil investierender Betriebe deutlich. Weiterhin hoch war die Investitionsbereitschaft dagegen im Bauhauptgewerbe.


Angesichts der negativen Gesamtentwicklung bleiben die Erwartungen der Betriebsinhaber für die nächsten Monate verhalten: Rund ein Viertel der Betriebe rechnet mit einer rückläufigen Nachfrage und sinkenden Umsätzen. Zudem erwartet ein Großteil der Betriebe (68 Prozent) weiter steigende Einkaufspreise. Ihre Verkaufspreise erhöhen wollen dagegen nur 39 Prozent der Betriebe.

19 Prozent der Betriebe meldeten bei den Beschäftigungszahlen Zuwächse - das ist der höchste Anteil seit sieben Jahren. Damit war der Beschäftigungssaldo erstmals seit acht Quartalen wieder positiv. Auch bei der Gewinnung neuer Auszubildender zeigt sich ein positiver Trend, der trotz negativer Konjunkturzahlen Anlass zur Hoffnung gibt.
28.10.26
Neumarkt: Geschäftsklima-Index sank in den negativen Bereich
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