Grabungen fortgesetzt

Seit 2007 vermißt: Kerstin Langley
NEUMARKT. Die Polizei konzentriert sich bei den Grabungsarbeiten nach der Leiche einer vermißten Frau wieder auf den Landkreis Neumarkt.
Grabungen am Rand eines Friedhofes im Landkreis Amberg-Sulzbach hatten kein positives Ergebnis, hieß es am Dienstag von der Kriminalpolizei. Deshalb habe man wieder die Arbeiten bei Kadenzhofen im Gemeindebereich Berg aufgenommen, wo bereits menschliche Knochen entdeckt wurden (
wir berichteten). Es stehe aber immer noch nicht fest, ob die gefundenen menschlichen Überreste der verschwundenen Kerstin Lee Langley zugeordnet werden können, sage eine Kripo-Sprecherin am Dienstag. Ein Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchung liege noch nicht vor.
Die Frau wird seit Sommer 2007 vermißt. Damals hatte ihr Bruder bei der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg Vermisstenanzeige erstattet. Die Nachforschungen zum Verbleib führte die Polizei in Regensburg, weil Kerstin Langley vom Landkreis Schwandorf nach Regensburg gezogen war. An der angegebenen Wohnadresse teilten Anwohner mit, dass die Gesuchte nicht mehr in der fraglichen Wohnung lebe, nachdem deren Freund eine neue Partnerin habe.
Die Spur in den Landkreis Neumarkt begann 2012 und wurde durch die Knochenfunde bei Kadenzhofen wieder höchst aktuell:
Im Februar 2012 meldete sich ein 44jähriger Mann bei der Neumarkter Polizei und teilte mit, dass eine Bekannte, bei der es sich um eine 42jährige Neumarkterin handelt, im Gespräch geäußert habe, dass ihr früherer Ehemann im Jahr 2007 zwei Frauen getötet habe. Bei einer der Toten soll es sich dabei um die vermisste Kerstin Langley gehandelt haben.
Der 45jährige Ex-Ehemann der Neumarkterin wies die Beschuldigungen weit von sich. Er sei zwar der Lebensgefährte der vermißten Frau gewesen, habe sie aber nicht getötet. In wenigstens einem Punkt konnte die Anschuldigung seiner Ex-Ehefrau auch bereits widerlegt werden: die zweite Frau, die der 45jährige Mann nach Angaben der 42jährigen Neumarkterin getötet haben soll, lebt im Landkreis Regensburg und erfreut sich noch bester Gesundheit.
Zahlreiche Vernehmungen im familiären Umfeld aber auch dem Bekanntenkreis der Vermissten führten in den nächsten Jahren ebenso wenig zu einem Ergebnis wie die Suche nach den sterblichen Überresten der angeblich Getöteten.
Neben diesen Recherchen liefen auch die auf die Lebensumstände von Kerstin Langley zielgerichteten Nachforschungen. So wurden neben der Einwanderungsbehörde der USA, dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland auch das Konsulat in Houston/ Texas kontaktiert, nachdem nicht auszuschließen war, dass sich die Frau, die einmal mit einen US-Staatsbürger verheiratet war, in die USA abgesetzt haben könnte.
Dies deckte sich auch mit der Aussage der Schwester der Verschwundenen, der sie gegenüber zu damaliger Zeit äußerte, zurück in die USA gehen zu wollen. In diese Richtung ging auch eine SMS - auf Grund der Formulierung höchstwahrscheinlich von Langley im September 2007 an einen Familienangehörigen gesandt - wonach sie sinngemäß einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden habe.
Alle Maßnahmen erbrachten bis dahin keine konkreten Hinweise zum Aufenthalt von Langley. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Regensburg gegen den Ex-Ehemann der Neumarkterin und Ex-Geliebten der Vermißten wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes wurden bereits 2012 wegen mangelnder Beweislage eingestellt.
13.10.26
Neumarkt: Grabungen fortgesetzt