Täglich sechs Stunden in den „Sozialen Medien“?

Jugendliche in Neumarkt - hier bei einer früheren U-18-Wahl
Foto: Archiv/Alica Lachmann
NEUMARKT. Jeder zehnte Jugendliche im Landkreis Neumarkt ist pro Tag mehr als sechs Stunden in den angeblich „Sozialen Medien“ unterwegs.
Rund 60 Prozent der Jugendlichen verbringen dort täglich immerhin mindestens zwei Stunden, hieß es bei der Auswertung einer Jugendbefragung des Landkreises, die jetzt vorgestellt wurde.
Während solche Ergebnisse vielen Menschen Sorgen bereiten, sieht man es in der Jugendarbeit der Behörden pragmatisch: man müsse junge Menschen halt auch dort erreichen, „wo sie sich aufhalten, sowohl im persönlichen Kontakt als auch in digitalen Räumen“.
Insgesamt 1.235 Jugendliche im Alter von zwölf bis über 19 Jahren haben sich an der „großen Jugendbefragung des Landkreises Neumarkt“ beteiligt.
Das Ergebnis zeichne insgesamt ein positives Bild, hieß es aus dem Landratsamt.
Die Mehrheit der Jugendlichen fühle sich ihrer Heimat verbunden, blicke optimistisch in die Zukunft und sei der Meinung, dass die eigene Gemeinde grundsätzlich ausreichend Angebote für junge Menschen bereithält. Gleichzeitig formulierten die Jugendlichen sehr konkrete Wünsche – insbesondere nach attraktiven Treffpunkten, Veranstaltungen, Freizeitmöglichkeiten und mehr Möglichkeiten zur Mitsprache.
62,8 Prozent der Jugendlichen sind der Meinung, dass es in ihrer Gemeinde ausreichend Angebote für junge Menschen gibt. 57,7 Prozent sagen, dass ihre Gemeinde zumindest teilweise genug für Jugendliche tut. Auch die Jugendtreffs sind einer großen Mehrheit bekannt: 69,5 Prozent wissen, dass es in ihrer Kommune einen solchen Treff gibt.
Plätze im Freien zum Treffen mit Freunden sind für 90,8 Prozent der Jugendlichen wichtig, Sportangebote in Vereinen für 85,0 Prozent . Gleichzeitig gibt es Entwicklungspotenzial bei Angeboten außerhalb klassischer Vereinsstrukturen. Genannt werden insbesondere Indoor-Sport, Veranstaltungen wie Open-Air-Kino oder Festivals sowie Cafés und andere Treffpunkte.
Rund ein Viertel der Jugendlichen, die Jugendsprechstunden oder Jugendversammlungen bislang nicht kennen, hätte grundsätzlich Interesse, sich an solchen Formaten zu beteiligen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Jugendliche ihre Heimat auch mitgestalten und ihre Perspektiven einbringen wollen, sagt Luisa Hofmann von der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises. Das sei eine wichtige Chance für die Gemeinden.
Bei jugendrelevanten Themen formulieren die Jugendlichen einen deutlichen Informationsbedarf. Besonders häufig wünschen sie sich mehr Aufklärung über Drogen (51,2 Prozent), mentale Gesundheit (49,5 Prozent ) und Gewalt (45,4 Prozent ).
Gleichzeitig nehmen Jugendliche manche Risiken in ihrem Umfeld durchaus wahr. Besonders häufig nennen sie Rauchen und Vapen (51,5 Prozent).
Durchwachsen ist der Blick auf die eigene Zukunft: 46,4 Prozent der Befragten möchten später im Landkreis wohnen bleiben. Nur etwa ein Viertel kann sich dies eher nicht vorstellen, während der übrige Teil noch unentschlossen ist.
07.10.26
Neumarkt: Täglich sechs Stunden in den „Sozialen Medien“?