Plätze waren schon verteilt

Die Münsterkrippe zeigt den Streit unter Aposteln
Foto: Wittmann
NEUMARKT. Streit unter Aposteln? Die Barockkrippe im Neumarkter Münster St. Johannes zeigt im Monat Oktober eine außergewöhnliche Szene.
Es geht um den Streit zwischen Johannes und Jakobus, wer einst im Himmel zur Rechten von Jesus sitzen dürfe. Die barocke Münsterkrippe zeigt den Text im zehnten Kapitel des Markusevangeliums "Vom Dienen und Herrschen", der am 29. Sonntag im Jahreskreis gelesen wird.
In der Vorstellung der Münsterkrippe sind die beiden Stühle neben Jesus auch schon vergeben – an zwei bedeutende Frauen übrigens. Denn während die Apostel sich über ihre Hierarchie Gedanken machen, hat sich der Heiland einstweilen mit seiner Mutter Maria und der "apostola apostolorum" Maria Magdalena zum Kaffee und zum Plaudern getroffen.
Die barocke Münsterkrippe von St. Johannes geht auf die frühen Jahre der jesuitischen Gegenreformation im Neumarkt des 17. Jahrhunderts zurück. Dass die wiederhergestellten Figuren im vorderen Bereich des Neumarkter Münsters Szenen wie diese zeigen, kommt der Intention der Jesuiten nahe, die ihre Krippen in die Verkündigung einbezogen, um das heilige Geschehen mit allen Sinnen hören, sehen und miterleben zu können.
An die Tätigkeit der Ordensbrüdern im 17. Jahrhundert in St. Johannes erinnern namentlich auch der entsprechende Eintrag im "Priesterstein" in der Marienkapelle, wo alle Stadtpfarrer seit dem Mittelalter eingemeißelt sind. Demnächst werden die Einträge zu ergänzen sein, denn der vorläufig letzte Stadtpfarrer in dieser Reihe, Domkapitular Norbert Winner, ist inzwischen im Ruhestand und für den Namen seines Nachfolgers Stefan Wingen wird demnächst wohl der Steinmetz im Auftrag der Kirchenverwaltung Hand anlegen.
03.10.26
Neumarkt: Plätze waren schon verteilt