Bischof legt Treueeid ab

Der neu ernannte Bischof Christian Würtz legt im Beisein von Ministerpräsident Markus Söder den Treueeid ab
Foto: Bernhard Löhlein/pde
NEUMARKT. Der ernannte Eichstätter Bischof Christian Würtz hat in München den Treueeid gegenüber dem Freistaat und der Bundesrepublik abgelegt.
Im Prinz-Carl-Palais schwor er den nach dem Reichskonkordat vorgesehenen Eid. Ministerpräsident Markus Söder nahm den Eid entgegen. Die Amtseinführung des neuen Eichstätter Bischofs findet am 4. Oktober im Eichstätter Dom statt und wird vom Bayerischen Fernsehen live übertragen.
In seiner Ansprache sagte Würtz, dass der Eid für ihn mehr sei als ein historisches Ritual. „Ich habe als ernannter Bischof von Eichstätt heute gerne die Treue geschworen – nicht als Zeichen einer Unterordnung der Kirche unter den Staat, sondern im doppelten Sinne als Preis der Freiheit“, sagte er. Als Bischof sei er nicht nur mit der Kirche, sondern auch mit dem Land und seinen Menschen verbunden und fühle sich ihnen verpflichtet.
Die Kirche wolle dabei ihren Beitrag leisten, „Demokratie, Freiheit und Menschenwürde gegen alle Angriffe zu verteidigen, in Bayern, in Deutschland und weltweit“. Der Treueid stehe für Würtz deshalb auch für ein partnerschaftliches Verhältnis von Kirche und Staat. „Die Treue zum Evangelium und zur Kirche steht nicht im Widerspruch zur Verantwortung für unser Land und für die Menschen, die hier leben“, sagte er.
Der Treueeid ist in Artikel 16 des Reichskonkordats von 1933 geregelt, das nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts auch in der Bundesrepublik Deutschland weiterhin Geltung hat. Vor der Besitzergreifung seiner Diözese legt ein katholischer Bischof dem zuständigen staatlichen Repräsentanten den dort festgelegten Eid ab. Darin verspricht er unter anderem, dem deutschen Staatswesen treu zu sein, die Verfassung zu achten und nach seinen Möglichkeiten Schaden vom Staat abzuwenden.
pde
20.09.26
Neumarkt: Bischof legt Treueeid ab