Viele Lehrstellen in der Region bleiben unbesetzt


Mit dem Start des neuen Ausbildungsjahres hießen zum Beispiel die Firmen Dehn und Dehn-Instatic insgesamt 44 neue Auszubildende willkommen
Foto: Dehn
NEUMARKT. Zum Start des Ausbildungsjahres zieht die IHK eine gemischte Bilanz. Für Jugendliche seien die Chancen weiterhin ausgezeichnet. Die Unternehmen der Region dagegen tun sich immer schwerer, ihre Plätze überhaupt zu besetzen, hieß es.

Zum 31. August wurden im Kammerbezirk der IHK 3.740 neue Ausbildungsverträge eingetragen. Das sind 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr (3.796 Verträge). Nach dem deutlicheren Minus im Jahr 2025 hat sich die Entwicklung damit spürbar stabilisiert – auf einem Niveau, das den Bedarf der Betriebe aber weiterhin nicht deckt. Viele Lehrstellen bleiben unbesetzt

Entscheidend ist dabei weniger die Gesamtzahl der Verträge als das Missverhältnis von Angebot und Nachfrage: In den drei Arbeitsagentur-Bezirken Regensburg, Weiden und Schwandorf waren zuletzt noch rund 4.636 Ausbildungsplätze unbesetzt – quer durch alle Branchen und Berufe. In der Regel bleiben am Ende nur wenige unversorgte Bewerber übrig.

„Der Ausbildungsmarkt ist längst ein Bewerbermarkt“, sagt Ralf Kohl, Bereichsleiter Berufliche Ausbildung bei der IHK. „Für junge Leute war es noch nie so einfach, den Wunschberuf zu ergreifen. Für die Unternehmen ist es so schwer wie nie, genügend Auszubildende zu finden.“ Ursache seien vor allem der demografische Wandel und der anhaltende Trend zu höheren Schulabschlüssen. Nach dem Ausfall des Abiturjahrgangs durch die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium wächst der Anteil der Studienberechtigten unter den Azubis in diesem Jahr wieder.

Wie eng es geworden ist, zeigt auch eine aktuelle Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer: Von den Betrieben, die ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen konnten, berichten rund 70 Prozent, dass es keine geeigneten Bewerbungen gab. Einem Drittel lag überhaupt keine Bewerbung vor.

Deutlich verändert hat sich die Zusammensetzung der Auszubildenden. Über alle Ausbildungsjahre hinweg haben aktuell 1.995 Azubis im Kammerbezirk eine ausländische Staatsbürgerschaft – rund 17,5 Prozent und damit fast doppelt so viele wie 2022 (1.074). „Ohne junge Menschen aus dem Ausland würde die Lücke noch größer ausfallen“, so Kohl. Vielfalt sei kein Nebenaspekt mehr, sondern ein tragender Teil der Fachkräftesicherung.


Wie es den Auszubildenden in ihren Betrieben geht, hat die bayerische IHK-Organisation im Frühjahr 2026 erhoben. 3.654 volljährige Azubis aus allen bayerischen IHK-Bezirken haben geantwortet. Rund drei Viertel bewerten die Qualität ihrer Ausbildung als gut oder eher gut, ähnlich viele sind mit ihrer Ausbildung im Betrieb zufrieden. Zugleich zeigt die Befragung, wo es hakt. 33,1 Prozent der Auszubildenden berichten, sich am Ende eines Ausbildungstages häufig erschöpft zu fühlen. Der Anteil derjenigen, die sich überfordert fühlen, ist von acht Prozent im Jahr 2019 auf 14,6 Prozent gestiegen. Genannt werden vor allem der Wunsch nach mehr Betreuung, nach regelmäßigem Feedback und nach mehr Wertschätzung im Betrieb.
02.09.26
Neumarkt: Viele Lehrstellen in der Region bleiben unbesetzt
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