Gegen die Eisenbahn hatte der Kanal keine Chance

Noch immer sind Treidelschiffe unterwegs
Foto: Archiv/Gabi Röhrl
NEUMARKT. Bei einem Rundgang mit Gästeführer Günther Lange am Ludwig-Donau-Main-Kanal sollen die Teilnehmer Wissenswertes über die Geschichte dieser Wasserstraße erfahren.
Auch wenn der alte Kanal wirtschaftlich genauso wenig ein Renner war wie sein Nachfolger, der Rhein-Main-Donau-Kanal, ist das Gelände längst zum Erholungsgebiet im Raum Neumarkt geworden.
Die Führung am Sonntag, 6.September, soll interessante Einblicke in Vergangenheit und Gegenwart des Kanals bieten, hieß es aus dem Neumarkter Rathaus.
Treffpunkt ist ab 13.15 Uhr beim Unteren Tor – bei der Skulptur „Bluebird“. Die Teilnahme kostet 6 Euro.
Am 15. Juli 1846 wurde das 172 Kilometer lange Wasserbauwerk eröffnet, das unter König Ludwig I. in nur zehn Jahren Bauzeit vom Main bei Bamberg bis zur Donau bei Kelheim entstand. Der Kanal war Teil der ersten durchgehenden schiffbaren Verbindung zwischen Nordsee und Schwarzem Meer und sollte ein wichtiger Motor der wirtschaftlichen Entwicklung Bayerns werden. Freilich hatte er keine Chance gegen den schnellen technische Fortschritt im beginnenden Zeitalter der Eisenbahn.
Das Treideln, bei dem Pferde die Lastkähne vom Ufer aus zogen, gehörte über Jahrzehnte zum Alltag am Kanal. Im Jahr 2025 wurde diese Technik in die Liste des Immateriellen Kulturerbes Bayerns aufgenommen. Was heute nahezu vergessen ist, war einst Voraussetzung für Handel und Versorgung in der Region.
Anmeldungen zur Führung sind online oder unter Telefon 09181/255-125 möglich.
28.08.26
Neumarkt: Gegen die Eisenbahn hatte der Kanal keine Chance