Entwicklung eingetrübt


Besonders deutlich trübte sich die Stimmung im Lebensmittelgewerbe ein
Foto: Archiv/Fotoatelier am Hafen
NEUMARKT. Im Handwerk hat sich die konjunkturelle Entwicklung im zweiten Quartal eingetrübt, heißt es im Konjunkturbericht der Handwerkskammer.

Der Geschäftsklima-Index sank um fünf Prozentpunkte auf einen Wert von eins. Nach der zuletzt leichten Erholung zeigt der Konjunkturtrend damit erneut nach unten. „Sogar die normal übliche saisonale Frühjahrsbelebung blieb diesmal aus“, sagte Handwerkskammerpräsident Dr. Georg Haber.

Der enorme Kostendruck stelle viele Betriebe vor Herausforderungen: Die anhaltende wirtschaftliche Schwäche, die zurückhaltende Nachfrage, internationale Konflikte und ihre Folgen, hohe Kostenbelastungen sowie fehlende Wachstumsimpulse sollen weiterhin eine nachhaltige Erholung im Handwerk verhindern, sagte Haber. Die Bundesregierung müsse angekündigte Reformen zügig umsetzen und zugleich weitere Impulse für eine nachhaltige wirtschaftliche Belebung auf den Weg bringen.

Nur jeder dritte Betrieb im ostbayerischen Handwerk (36 Prozent) bewertet seine Lage laut Konjunkturbericht noch als gut. Vor fünf Jahren, mitten in der Corona-Pandemie, war es noch jeder Zweite. Ernüchternd sei auch der Blick in die Zukunft: Nur sechs Prozent der Betriebsinhaber rechnen in den kommenden drei Monaten mit einer Verbesserung ihrer Lage. Die Nachfrage zeige sich weiter schwach. Zuletzt verbuchten 29 Prozent der Betriebe sinkende Neuaufträge. Entsprechend zeigen sich auch bei den Auftragsbeständen wenig Veränderungen. Bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf konnte sich dieser Wert zuletzt etwas erholen. Gleichzeitig bewertet weiterhin jeder dritte Betrieb (32 Prozent) seinen Auftragsbestand beziehungsweise die Nachfrage als unterdurchschnittlich (Vorquartal: 26 Prozent).


Bei den Umsätzen überwogen auch im zweiten Quartal die Betriebe mit Umsatzrückgängen (26 Prozent; Vorquartal: 37 Prozent) gegenüber denen mit Umsatzsteigerungen (20 Prozent). Auch die Beschäftigungssituation blieb weiterhin verhalten. Während 16 Prozent der Betriebe eine Verringerung ihres Personalbestands meldeten, verzeichneten neun Prozent einen Anstieg. Drei Viertel der Betriebe hielten ihre Beschäftigtenzahl konstant.

Besonders deutlich trübte sich die Stimmung im Lebensmittelgewerbe ein, wo die aktuelle Lage deutlich schwächer bewertet wird als noch vor einem Jahr. 38 Prozent der Betriebe verzeichnen dort Nachfragerückgänge. Auch viele andere Handwerksgruppen verzeichneten eine Verschlechterung. Leichte Verbesserungen zeigten sich lediglich in den Handwerken für den privaten Bedarf sowie in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf. Die Erwartungen für die kommenden Monate bleiben jedoch in allen Handwerksgruppen weiter zurückhaltend.
19.08.26
Neumarkt: Entwicklung eingetrübt
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