Stadt zahlt Prämien

Eine Neumarkter Brauerei zahlt schon jetzt an seine Lieferanten „Gemeinwohlprämien“
Foto: Archiv/ Hubert Bösl
NEUMARKT. Als erste Kommune in ganz Deutschland will die Stadt Neumarkt an Landwirte Prämien für umweltgerechtes Verhalten bezahlen.
Im aktuellen Programmjahr sollen nach jetzigem Stand fünf landwirtschaftliche Betriebe Prämien zwischen 2.300 und 3.500 Euro erhalten. Insgesamt stehen vorerst 100.000 Euro zur Verfügung.
Damit wolle die Stadt eine „Gemeinwohlprämie“ für ökologische und soziale Leistungen zur Verfügung stellen, die im „klassischen Wirtschaftssystem bislang unvergütet blieben“: die Steigerung der Bodenfruchtbarkeit, der Schutz des Grundwassers, die Förderung der Biodiversität und die Ausbildung junger Menschen.
Grundlage ist die sogenannte „Regionalwert-Leistungsrechnung“. Die ersten Ergebnisse des auf drei Jahre angelegten Pilotprogramms werden Ende Juli vorgestellt.
Der Stadtrat hatte einstimmig beschlossen, 100.000 Euro für die Honorierung dieser sogenannten Gemeinwohlleistungen bereitzustellen.
„Nachhaltigkeit darf für die Betriebe kein Draufzahlgeschäft sein“, sagte Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn dazu. Mit dem Programm wolle die Stadt ihre Wertschätzung für eine nachhaltige Landwirtschaft ganz praktisch zum Ausdruck bringen. Die teilnehmenden Betriebe würden zeigen, „dass Ökonomie und Ökologie Hand in Hand gehen können“ .
Fachlich begleitet wird das Projekt von einer Fachfirma und dem Kompetenzzentrum Nachhaltige Ernährungs- und Ressourcenwirtschaft der TH Nürnberg am Standort Neumarkt. Praktische Erfahrungen lieferte die Neumarkter Lammsbräu, die als Unternehmen bereits Vorreiter bei der Anwendung der Regionalwertleistungsberechnung war. Koordiniert wird das Programm vom städtischen Amt für Nachhaltigkeit unter Leitung von Ralf Mützel.
06.07.26
Neumarkt: Stadt zahlt Prämien