Von stark steigenden Anmeldezahlen überrascht

Hier soll die Containeranlage entstehen
Luftbild: Stadt Neumarkt
NEUMARKT. Die Stadt Neumarkt wurde überrascht von stark steigenden Anmeldezahlen für die Mittagsbetreuung an der Holzheimer Grundschule.
Jetzt hat man auf den Platzbedarf reagiert: am Montag begannen die Bauarbeiten für eine Containeranlage mit drei Klassenzimmern, einer Ausgabeküche und Sanitäranlagen rein für die Mittagsbetreuung.
Hintergrund der Baumaßnahme sind in erster Linie unerwartet stark steigende Anmeldezahlen für die Mittagsbetreuung, die eine deutlich höhere Nachfrage nach Plätzen ausgelöst haben. Bislang hatte es das noch nicht gegeben, dass alle Erstklässler in die Mittagsbetreuung gehen, hieß es aus dem Rathaus.Das Amt für Jugend, Bildung und Soziales habe deswegen im letzten September das städtische Hochbauamt mit einer „Express-Planung“ beauftragt.
Verfügte die Grundschule im Schuljahr 2024/25 noch über sechs Klassenzimmer und drei Räume für die Mittagsbetreuung für 90 Kinder, stieg der Bedarf im aktuellen Schuljahr 2025/2026 auf sieben Klassenzimmer an. Ein Raum der Mittagsbetreuung musste deshalb umfunktioniert werden. Die Betreuung verfügt seither nur noch über zwei Räume – und hat damit Platz für rund 30 Schüler zu wenig.
Ein Blick auf die Schülerzahlenprognose zeigt, dass der Druck hoch bleibt: Für das Schuljahr 2028/2029 wird mit einem Bedarf von acht Klassenzimmern gerechnet. Dafür müsste ein weiterer Betreuungsraum weichen, womit der Mittagsbetreuung im Hauptgebäude nur noch ein einziger Raum bliebe. Bei einer angenommenen Auslastung von 84,5 Prozent werden für 2028/2029 jedoch insgesamt 124 Schüler in der Mittagsbetreuung erwartet. Da im Bestandsgebäude dann lediglich 24 Kinder untergebracht werden können, muss für die restlichen 100 Schüler dringend neuer Raum geschaffen werden.
Um der Raumnot entgegenzuwirken, entsteht nun im Bereich des bestehenden Hartplatzes eine Anlage aus 18 Container-Modulen. Sie umfaßt neben drei Klassenzimmern auch eine Ausgabeküche sowie eigene Sanitäranlagen und wird rein für die Mittagsbetreuung genutzt. In enger Abstimmung mit der Schulleitung und der Schulaufsicht hat das Hochbauamt das Raumprogramm sowie die Entwurfs- und Eingabeplanung in kürzester Zeit ausgearbeitet.
Die Gesamtkosten für das dringliche Erweiterungsprojekt beziffert die Stadt laut Kostenschätzung auf rund 830.000 Euro. Bei der Entscheidung über die Beschaffung der Container wog der Stadtrat Wirtschaftlichkeit und Flexibilität ab. Eine Mietlösung hätte jährlich rund 90.000 Euro verschlungen, während die Kaufvariante mit 520.000 Euro zu Buche schlägt. Die Anschaffungskosten amortisieren sich jedoch im Vergleich zur Miete bereits nach rund 5,8 Jahren.
Zudem bietet das Eigentum der Stadt entscheidende strategische Vorteile: Die Anlage kann nicht nur bei einem länger anhaltenden Betreuungsbedarf genutzt, sondern bei sinkenden Schülerzahlen auch zu regulären Klassenzimmern umgerüstet werden. Darüber hinaus soll sie als wichtige Interimsfläche für die langfristig ohnehin anstehende Generalsanierung der Grundschule dienen.
Am Montag startet der erste Bauabschnitt, der bis spätestens Mitte Juli abgeschlossen sein soll. In dieser Phase stehen die Baustelleneinrichtung und -sicherung, der Abbruch des Hartplatzes inklusive des Ballfangzauns sowie umfangreiche Erd- und Leitungsarbeiten auf dem Programm. Zudem wird der Baugrund für die Montage vorbereitet und die versorgungstechnische Anbindung an die bestehende Schule hergestellt.
Nach einer Sommerpause folgt ab etwa Mitte September bis Mitte/Ende Oktober der zweite Bauabschnitt. Er umfasst die Verlegung eines neuen Stromanschlusses und die Installation einer zusätzlichen Straßenbeleuchtung durch die Stadtwerke. Parallel dazu erfolgen die Lieferung, Montage und der Innenausbau der Container, die Möblierung sowie die Gestaltung der Außenanlagen. Ziel der Stadt ist es, die Erweiterung der Mittagsbetreuung baldmöglichst nach Beginn des Schuljahres 2026/2027 in Betrieb zu nehmen.
29.06.26
Neumarkt: Von stark steigenden Anmeldezahlen überrascht