Index wieder im Plus

Die Zahl der Betriebe im Baubereich mit negativer Auftragsentwicklung bleibt weiterhin hoch
Foto: IG Bau
NEUMARKT. Das Handwerk der Region verzeichnete einen leicht verbesserten Geschäftsklima im ersten Quartal und meldete plus sechs Punkte.
Dies könnte ein Signal sein, das auf eine mögliche konjunkturelle Belebung hindeute, hieß es. Allerdings könne von einer echten Trendwende noch keine Rede sein.
"Dieser Wert basiert aktuell eher auf einem Vertrauensvorschuss als auf einer tatsächlich besseren Geschäftslage", sagte Handwerkskammer-Präsident Dr. Georg Haber. Viele Betriebe blickten weniger pessimistisch in die Zukunft - vor allem in der Hoffnung auf angekündigte Strukturreformen und neue Wachstumsimpulse.
Die Realität im Arbeitsalltag vieler Handwerksbetriebe bleibe angespannt. Die Betriebsauslastung ist zu Jahresbeginn spürbar zurückgegangen. Rund 18 Prozent der Unternehmen waren zuletzt nur noch zur Hälfte ausgelastet. Auch bei den Umsätzen zeigt sich ein gemischtes Bild: Während etwa die Hälfte der Betriebe ihre Erlöse stabil halten konnte, verzeichnet ein wachsender Anteil Rückgänge.
Die Investitionsbereitschaft, traditionell ein wichtiger Gradmesser für Vertrauen in die Zukunft, hat in Teilen des Handwerks nachgelassen. Besonders im Bau- und Lebensmittelbereich halten sich viele Betriebe zurück. Dennoch: 39 Prozent investierten weiterhin - ein Zeichen dafür, dass viele Unternehmer trotz Unsicherheiten an ihre Perspektiven glauben.
Auch am Arbeitsmarkt hinterlässt die Entwicklung Spuren. Vor allem im Bauhauptgewerbe gingen die Beschäftigtenzahlen saisontypisch zurück. In den Handwerken für den gewerblichen Bedarf reduzierte sogar jeder dritte Betrieb seinen Personalbestand - ein Höchstwert seit Jahren.
Und doch zeigt sich auch hier ein differenziertes Bild. "Viele Betriebe setzen alles daran, ihre Mitarbeiter zu halten", sagte Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger. Erste Signale für das zweite Quartal machen Hoffnung: Ein Teil der Betriebe rechnet wieder mit steigenden Auftragseingängen und Umsätzen - und plant entsprechend stabilere oder sogar wachsende Belegschaften.
Der zentrale Engpass bleibt die Nachfrage. Zwar konnten zuletzt etwas mehr Betriebe Auftragszuwächse verzeichnen, doch in der Breite bleibt die Entwicklung uneinheitlich. Gerade im Bau- und Ausbaugewerbe stehen positiven Signalen weiterhin viele Betriebe mit rückläufigen Aufträgen gegenüber. In zahlreichen Branchen dominiert damit weiterhin die Unsicherheit.
Auch die Auftragsbestände geben wenig Anlass zur Entwarnung: Jeder vierte Betrieb bewertet seine aktuelle Auslastung als unterdurchschnittlich. Die Folge: Viele Unternehmen fahren auf Sicht.
10.05.26
Neumarkt: Index wieder im Plus