Sanierungsarbeiten laufen „stabil“ und im Zeitplan

Die Gleisbaumaschine „Katharina die Große“ im Einsatz bei der Korridorsanierung Nürnberg - Regensburg
Fotos: Thomas Kiewning
NEUMARKT. Nach sechs Wochen Sanierungsarbeiten zwischen Nürnberg und Regensburg zog die Bahn eine „insgesamt positive Zwischenbilanz“.
Die Bauarbeiten und der Ersatzverkehr würden „stabil laufen“, hieß es. Man arbeite mit Hochdruck und sei überall im Zeitplan, sagte der Projektleiter der Bahn, Lucas Griep.
In den nächsten Monaten liege der Fokus weiter auf dem Gleisbau, den Oberleitungsmasten und den Bahnhöfen. Gleichzeitig starten noch im März die Hauptbauarbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik. Bis zu 2000 Fachkräfte und 80 große Gerätschaften sind täglich parallel an der Strecke im Einsatz. Das Baugeschehen werde rund um die Uhr von Experten aus zwei Logistikzentralen heraus gesteuert; alle Baugeräte seien dazu mit GPS-Trackern versehen.
Seit 6. Februar arbeitet die Bahn gemeinsam mit den beauftragten Baufirmen an der Sanierung der Strecke Nürnberg–Regensburg. Bis zum 10. Juli soll eine der verkehrsreichsten Bahnstrecken Bayerns grundlegend modernisiert werden. An den Bahnhöfen haben die Bautrupps die Abbrucharbeiten überwiegend abgeschlossen und bereits neue Personenunterführungen und Fertigteile für Aufzugsschächte erfolgreich eingehoben.
20 Stationen werden insgesamt modernisiert, neue Bahnsteigkanten und Zuwegungen sind bereits sichtbar. Entlang der Strecke fahren große Gleisbauzüge, die parallel in mehreren Abschnitten arbeiten. Zunächst wird der Untergrund ausgetauscht, mit einer
Planumsschutzschicht versehen und die Schotterbettung erneuert. Daraufhin werden Schwellen und Schienen ausgetauscht.
Bislang wurden über 60 Kilometer Gleisbettung gereinigt und getauscht sowie rund 15 Kilometer Gleis und 32 Weichen vollständig erneuert. Über 1000 Fundamente für die neuen Oberleitungsmasten sind entlang der kompletten Strecke gegründet worden, 20 neue Oberleitungsmasten wurden aufgestellt. Die Fundamente, die zum Teil bis zu acht Meter tief in der Erde verankert werden, und die Oberleitungsmasten werden auch mit Hubschraubern an Ort und Stelle geflogen, um Zeit zu sparen und schwer zugängliche Abschnitte zügig zu erreichen.
Außerdem laufen die Arbeiten zur Stabilisierung der Bahndämme in Pölling und Deining planmäßig. Sie erhalten ein bauliches Korsett, das sie auch bei starkem Regen sicher stützt.
Zusätzlich sind die Innenanlagen der acht Stellwerke, die im Rahmen der Korridorsanierung grundlegend modernisiert werden, entkernt worden. Die neue Eisenbahnbrücke in Burgthann haben die Bauexperten bereits vorgebaut, im Juni wird sie planmäßig eingeschoben. Den Teilabschnitt zwischen Feucht und Abzweig Nürnberg-Reichswald haben die Bauteams bereits baulich fertiggestellt.
Der umfangreiche Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Nürnberg und Regensburg sowie auf angrenzenden Umleiterstrecken laufe weitgehend stabil, hieß es. In Spitzenzeiten sind für die Fahrgäste über 90 Busse im Einsatz. Die verkehren auf insgesamt acht Linien und haben seit Beginn rund 24.000 Fahrten und etwa 1,8 Millionen Kilometer zurückgelegt. Die Busse sind barrierefrei und verfügen teilweise über eine Toilette. Auch WLAN und USB-Ladesteckdosen gibt es an Bord.
Bereits weit vor dem Baustart am 6. Februar fanden umfangreiche Testfahrten statt. Nachdem es in den ersten Tagen punktuell noch zu Anlaufschwierigkeiten mit Verspätungen und Busausfällen gekommen war, haben sich die Abläufe inzwischen gut eingespielt. Nach sechs Wochen zeige sich, dass das gemeinsam mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft erarbeitete Konzept mit einer Kombination aus Expressbuslinien mit wenigen, zentralen Halten und Linien, die auch kleinere Orte bedienen, aufgehe.
Die Fahrzeiten und Kapazitäten der Busse haben sich größtenteils als ausreichend erwiesen. Nur an wenigen Stellen – zum Beispiel auf der Linie Bus S3 nach Feucht – musste der Fahrplan leicht angepasst werden. Auch die Echtzeitdaten in der Fahrgastinformation würden nun zuverlässig funktionieren. Fahrgäste könnten die Busfahrten also live mitverfolgen – in den unterschiedlichen Auskunftsmedien und zusätzlich auch in der Live-Map auf der Internetseite zum Ersatzverkehr.
Die ersten Wochen haben zudem gezeigt, dass die „Reisendenlenker“ an den größeren Stationen eine wertvolle Hilfe für viele Fahrgäste seien. Sie leiten zu den richtigen Bussen, beantworten Fragen zu Tickets und geben Tipps.

Am Bahnhof Parsberg laufen größere Arbeiten
19.03.26
Neumarkt: Sanierungsarbeiten laufen „stabil“ und im Zeitplan