3600 Meter Amphibien-Zaun werden wieder aufgestellt

Erdkröten werden über die Straßen getragen
Foto: Alexander Kaya
NEUMARKT. Die Neumarkter Kreisgruppe des Bundes Naturschutz stellt heuer wieder 3600 Meter Amphibien-Zaun im Landkreis Neumarkt auf.
Denn die Kröten, Frösche und Molche gehen derzeit wieder auf Wanderschaft zu ihren Laichgewässern - und müssen dabei in vielen Fällen gefährliche Straßen überqueren.
Bayernweit wird dadurch rund einer halben Million Amphibien das Leben gerettet, hieß es zu Beginn der Aktion.
Vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung sowie in den Nachtstunden
sind die Tiere unterwegs und laufen Gefahr, massenhaft überfahren zu
werden. Deshalb sind in diesen Wochen wieder Ehrenamtliche der Neumarkter BN-Kreisgruppe
an Straßenrändern unterwegs, bauen Amphibienzäune auf und
bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite.
Bis Mitte
April muss man mit wandernden Amphibien rechnen. Die Helfer
sind in aller Früh oder am späten Abend unterwegs und „leisten einen wichtigen
Beitrag zum Erhalt dieser Arten in Bayern“, sagte Sigrid Schindler von der BN-Kreisgruppe
Neumarkt.
Deshalb sei jede Hilfe wichtig: Wer die Kreis- und Ortsgruppen
unterstützen will, kann sich an die Neumarkter Geschäftsstelle wenden.
Um die Amphibien vor dem Straßentod zu schützen, helfen in ganz Bayern
insgesamt etwa 6000 Freiwillige und retten jährlich bis zu 500.000 Amphibien.
Dort, wo sichere Durchgänge fehlen, werden Schutzzäune an Straßen
aufgebaut. Kröten, Frösche und Molche wandern am Zaun entlang und fallen
dann in die Fangeimer, die in regelmäßigen Abständen ebenerdig im Boden
versenkt sind. Die Amphibienretter leeren oft mehrmals täglich die Eimer,
notieren die gefundenen Tiere, und tragen die Lurche anschließend über die
Straße. Dadurch können die Daten gut mit denen der Vorjahre verglichen
werden.
„In den letzten Jahren kommen von unseren Aktiven aus ganz Bayern
alarmierende Signale“, sagte Sigrid Schindler. An den meisten Übergängen würden selbst
Allerweltsarten wie Erdkröte und Grasfrosch weniger. Auch an den Zäunen
müsse man über die letzten 30 Jahre hinweg drastische Rückgänge feststellen.
Der Bund Naturschutz bat alle Autofahrer in den kommenden Wochen um besondere
Vorsicht und Rücksichtnahme - nicht
nur wegen der Lurche, sondern auch wegen der Helfer, die am Straßenrand
Tiere einsammeln.
20.03.26
Neumarkt: 3600 Meter Amphibien-Zaun werden wieder aufgestellt