Wird Führerschein nach „Einsparungen“ teurer?


Der Abgeordnete Stefan Schmidt (3.v.l.) traf sich mit Neumarkter Fahrlehrern
Foto: Eva Borke-Thoma
NEUMARKT. Die geplanten Einspar-Maßnahmen bei der Führerschein-Ausbildung könnten den Führerschein-Erwerb sogar noch teurer machen.

Diese steile These äußerten Neumarkter Fahrlehrer bei einem Gespräch mit dem Abgeordneten Stefan Schmidt. Bereits jetzt sei die Durchfallquote bei der theoretischen Prüfung hoch, hieß es.

Inzwischen liegt der Richtwert für den Erwerb des Führerscheins bei rund 3400 Euro - für viele Fahranfänger eine große finanzielle Herausforderung. Die Bundesregierung hat deshalb einen Vorschlag erarbeitet, der den Führerschein wieder bezahlbarer machen soll.

„Die Vorschläge aus dem Verkehrsministerium wirken willkürlich und fachlich unbegründet“, sagte aber jetzt der grüne Bundestagsabgeordnete Stefan Schmidt nach einem Gespräch mit den Neumarkter Fahrschulen. „Wenn die Vorschläge so umgesetzt werden, reden wir von einem massiven Eingriff in die Qualität der Führerscheinausbildung und somit auch in die Verkehrssicherheit.“

Ein Punkt, der im Gespräch angesprochen wurde, ist die geplante stärkere Digitalisierung der Theorieausbildung. Onlineangebote könnten zwar für einige Fahrschüler funktionieren, hieß es. Gleichzeitig berichtet Fahrlehrer Bastian Dominik bereits heute von hohen Durchfallquoten bei der theoretischen Prüfung. Viele Inhalte müssten individuell erklärt werden – etwas, das standardisierte Onlineformate nur eingeschränkt leisten könnten. Die Fahrlehrer befürchten daher „eher steigende Kosten durch zusätzliche Wiederholungsprüfungen“.


Auch der Vorschlag, Unterrichtsräume abzuschaffen, sorgt für Skepsis. Fahrsimulatoren könnten zwar motorische Fähigkeiten trainieren, ersetzten aber nach Einschätzung der Fahrschulen keine realen Verkehrssituationen.

Besonders kritisch bewerten die Fahrschulen die geplante Reduzierung der verpflichtenden Sonderfahrten – etwa bei Nacht, auf der Autobahn oder außerorts. Gerade in diesen Situationen passierten statistisch besonders viele Unfälle mit Fahranfängern. Eine Kürzung könnte deshalb langfristig auch die Verkehrssicherheit beeinträchtigen.

Fragen wirft nach Meinung der Fahrlehrer auch die geplante Verkürzung der praktischen Fahrprüfung auf künftig mindestens 25 und maximal 40 Minuten auf.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Schmidt äußerte Verständnis für die Kritik. Die Vorschläge aus dem Verkehrsministerium seien bislang nicht ausreichend mit belastbaren Zahlen unterlegt. „Wir wollen den Führerschein bezahlbarer machen – aber nicht auf Kosten der Verkehrssicherheit“, sagte Schmidt. Er will die Rückmeldungen der Fahrschulen nun mit nach Berlin nehmen und appelliert an Bundesverkehrsminister Schieder, die Reformvorschläge gemeinsam mit der Branche nochmals umfassend zu prüfen.
13.03.26
Neumarkt: Wird Führerschein nach „Einsparungen“ teurer?
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