Hummeln im Landkreis sollen gemeldet werden

Eine Gartenhummel an einer Weide
Foto: Jann Wübbenhorst
NEUMARKT. Naturfreunde im Landkreis Neumarkt können helfen, das Vorkommen heimischer Hummelarten direkt vor der eigenen Haustür zu dokumentieren.
Vom 20. März bis 9. April ruft der Bund Naturschutz in Bayern zu einer „Hummel-Challenge“ auf. Hummeln werden beobachtet, fotografiert und gemeldet.
Jede Beobachtung hilft, mehr über die Verbreitung und Vielfalt
heimischer Hummelarten zu erfahren und leistet damit einen wichtigen
Beitrag zum Artenschutz, hieß es vom Bund Naturschutz, der
gemeinsam mit dem Wildbienen-Monitoring am Thünen-Institut in
Braunschweig die Daten verabreitet.
„Gerade im zeitigen Frühjahr beginnt für Hummeln eine entscheidende
Phase“, sagte Biologin Katrin Mayer von der Neumarkter BN-Kreisgruppe. Jungköniginnen, die den Winter in der Erde oder in anderen
geschützten Verstecken überdauert haben, erwachen jetzt aus ihrer
Winterruhe. Zunächst müssen sie dringend Energie tanken. Ohne
ausreichend Pollen und Nektar können sie kein Volk gründen. Erst wenn
sie genügend Nahrung gefunden haben, beginnen sie mit der Suche nach
einem geeigneten Nistplatz, etwa in verlassenen Mäusenestern oder
dichten Graspolstern. Ob eine Königin jetzt erfolgreich ist, entscheidet
darüber, ob im Sommer ein ganzes Hummelvolk entsteht.
Besonders Weidenarten wie die Salweide spielen dabei eine zentrale
Rolle. Ihre Blüten liefern bereits ab März reichlich Nektar und
eiweißreichen Pollen und sind damit eine der wichtigsten
Nahrungsquellen für Hummelköniginnen im Frühjahr. Auch Frühblüher
wie Krokusse, Märzenbecher, Taubnesseln oder Lungenkraut sind jetzt
wertvolle Rastplätze für die pelzigen Bestäuber. Wer an blühenden
Weidenkätzchen summende Gäste entdeckt, hat gute Chancen gute
Hummelfotos zu schießen. „Blühende Weiden im Frühling sind für
Hummelköniginnen so etwas wie ein lebenswichtiges Frühstücksbuffet.
Wer eine Weide im Garten oder am Wegesrand stehen lässt, hilft damit
direkt einem zukünftigen Hummelvolk“, sagt Katrin
Mayer.
Wer im Landkreis Neumarkt teilnehmen will, muss eine App herunterladen und ein Benutzerkonto anlegen. Eine integrierte „KI“ soll bei
der Bestimmung der fotografierten Art helfen. Zusätzlich prüfen Experten alle
Meldungen, um eine hohe Datenqualität sicherzustellen.
Die gesammelten Daten fließen in das bundesweite Wildbienen-
Monitoring in Agrarlandschaften des Thünen-Instituts ein. So entsteht ein
immer genaueres Bild über das aktuelle Vorkommen der Hummelarten in
Bayern und ganz Deutschland. Langfristig helfen diese Informationen
dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gezielte
Schutzmaßnahmen zu entwickeln.
12.03.26
Neumarkt: Hummeln im Landkreis sollen gemeldet werden