Der Angeklagte schwieg

Vor der 5. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth begann der Mord-Prozess um die Tötung eines 39jährigen Syrers
Symbolfoto: Pixabay
NEUMARKT. Der Angeklagte ließ zum Auftakt des Mord-Prozesses durch seinen Anwalt einräumen, dass er in Parsberg seinen 39jährigen Cousin getötet hat.
Der 43jährige Syrer hatte im März letzten Jahres bei einer Feier zum kurdischen Neujahrsfest in Parsberg den Mann erstochen - möglicherweise wegen einer 20 Jahre zurückliegenden Bluttat.
Der Angeklagte muss sich seit Freitag vor der 5. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth verantworten - und schwieg zum Prozess-Beginn. Nur sein Anwalt erklärte, dass sein Mandant die Tötung einräume.
Der Prozess wird von starken Polizeikräften geschützt und soll bis Ende Februar dauern. Nach derzeitiger Planung wird mit einem Urteil am 26.Februar gerechnet.
neumarktonlie berichtete damals vielfach über die Bluttat und stellte schon bald klar, dass es entgegen zahlreicher Spekulationen um keine politisch oder religiös motivierte Tat, sondern um eher private Motive handelte.
Das wurde später auch offiziell bestätigt. Der mutmaßliche Mord während einer Feier des kurdischen Neujahrsfestes mit rund 1000 Personen auf einem Festgelände in Parsberg geschah offenbar, um eine zwei Jahrzehnte zurückliegende Bluttat in der Familie zu rächen, glaubt man bei der Staatsanwaltschaft.
Der Staatsanwalt legt dem Angeklagten Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen zur Last. Er soll am Nachmittag des 23. März in Parsberg überraschend und in Tötungsabsicht seinen 39jährigen Cousin mit einem Messer angegriffen haben. Das Opfer starb noch auf dem Festgelände an den Folgen der Stichverletzung.
Die Staatsanwaltschaft geht nach den Ermittlungen davon aus, dass der Angeklagte mit der Tat seine vor etwa 20 Jahren in Syrien getötete Schwester habe rächen wollen.
09.01.26
Neumarkt: Der Angeklagte schwieg