Sternwarte Neumarkt

"Kreuz des Südens"


Sommermilchstraße im Sommerdreieck, 35 mm Weitwinkel-
objektiv, Linien nachträglich eingefügt um die Sternbilder
kenntlich zu machen.
Foto: Harald Liederer
NEUMARKT. Das "Sommerdreieck" steht am Freitag ab 21 Uhr im Mittelpunkt eines Vortrages auf der Neumarkter Sternwarte.

Bei dem Streifzug durch die Sternbilder Schwan, Leier und Adler geht es um das "Kreuz des Nordens", besser bekannt als der als Schwan verwandelte Göttervater Zeus, der jungen Frauen nachstellte, oder das von Gott Orpheus erfundene Musikinstrument, die Leier, die zum betörenden Klang anstimmt - sowie der durch die Milchstraße fliegende Adler, der die Blitze des Zeus in seinen Krallen trägt.

Alle drei haben etwas gemeinsam: sie stehen im Hochsommer, wenn die Nächte lau sind, als Sternbilder hoch am Himmel inmitten der prächtigen Sommermilchstraße und laden zum Betrachten ein. Die hellsten ihrer Sterne bilden das sogenannte Sommerdreieck, das eine markante Sternkonstellation darstellt. Es ist relativ leicht auffindbar und bereits kurz nach Sonnenuntergang in der frühen Abenddämmerung sichtbar.

Auf der Sternwarte wird am Freitag wieder auf Spurensuche gegangen, wenn Harald Liederer die Highlights des Sommerhimmels für die Besucher erklärt und dabei Kurioses und Amüsantes erzählt. Darüber hinaus werden die besten und schönsten Beobachtungsobjekte des Sommerhimmels Schritt für Schritt aufgesucht und mit eindrucksvollen Bildern, die die Mitglieder der Sternwarte zum Teil selbst geschossen haben, näher gebracht.

Im Anschluß kann bei klarem Himmel dann jeder selbst auf der Beobachtungsplattform der Sternwarte die Sternbilder suchen und daraus das Sommerdreieck bilden. Außerdem können Interessierte im sogenannten "Starhopping"-Verfahren einzelne Beobachtungsobjekte mit den Fernrohren erkunden. Die fachkundigen Sternwartenmitglieder stehen dabei aber selbstverständlich mit Rat und Tat zur Seite.
05.08.08

Sonnenfinsternis lockt


Partielle Sonnenfinsternis am 3.Oktober 2005 über Neumarkt,
aufgenommen von Harald Liederer mit Spezialfilter
NEUMARKT. Am Freitag öffnet die Sternwarte schon um 10.30 Uhr ihre Pforten: eine partielle Sonnenfinsternis ist zu sehen.

Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich die Scheibe des Mondes zwischen Sonne und Erde und verdunkelt so die Sonne. Das klappt aber nicht immer genau, so dass die Mondscheibe oft nur einen Teil der Sonne verdeckt. Dann spricht man von einer partiellen Sonnenfinsternis.

Schutzmittel nutzen!

NEUMARKT. Die Mitarbeiter der Sternwarte warnen eindringlich davor, direkt ohne geeignete Schutzmittel in die Sonne zu schauen!

Schweißerbrillen oder geschwärzte/gerußte Gläser oder gar Rettungsfolie gehören keinesfalls in diese Kategorie.

Die Folge können schwere Augenschäden sein, die mitunter bis zur völligen Blindheit führen können.
Totale Sonnenfinsternisse, also Finsternisse, bei denen die Sonne komplett verdunkelt wird, sind nur in einem sehr eng begrenzten Bereich zu beobachten. In einem weitaus größeren Umfeld erscheinen diese Finsternis dann aber auch partiell.

Da in diesem Jahr in China und in der Mongolei eine totale Verfinsterung stattfindet, sieht man hier in Deutschland und in Neumarkt eine partielle Sonnenfinsternis. Der Bedeckungsgrad liegt dabei aber nur um die 15 Prozent, was der Attraktivität eines solchen Ereignisses aber keinen Abbruch tut.

Die Mitglieder der Volkssternwarte sind wieder für die Besucher da und nebenbei kann man dann den "Profis" bei der Arbeit über die Schulter schauen, wenn sie versuchen, bei klarem Wetter, brauchbare Aufnahmen von diesem Himmelsereignis zu schießen. Hochtechnisches Gerät, das sich teilweise in Privatbesitz der Mitglieder befindet, kommt dabei zu Einsatz.

Für die Besucher werden spezielle Brillen bereitgehalten, um gefahrlos die Sonne beobachten zu können. Mit Spezialfiltern kann dann auch mit den Fernrohren direkt in die Sonne geschaut werden.

Das Ereignis endet gegen 13 Uhr.

Am Abend schließlich, ab 21 Uhr, wird dann Hans-Werner Neumann, selbst langjähriger Leiter des Observatoriums, einen Vortrag über das Zentralgestirn Sonne halten. Im Vortragsraum der Sternwarte lernen die Besucher genaue Details der Sonne anschaulich kennen. Neumann will den Grund dafür erklären, warum die Sonne unentwegt brennt und Unmengen an Energie abstrahlt und das nun schon bereits seit fünf Milliarden Jahren. Sie wird dies übrigens sicherlich noch weitere 4,5 Milliarden Jahre tun und so das Leben auf der Erde ermöglichen.

Im Anschluß besteht wie immer die Möglichkeit, mit den Fernrohren der Sternwarte in den Himmel zu schauen.
31.07.08

"Nicht zu früh freuen"

NEUMARKT. Die "Sterngucker" sollen sich nicht zu früh freuen, warnt FLitZ: Strahler am Mariahilfberg seien noch nicht vom Tisch.

Versprechungen der UPW zu diesem Thema (wir berichteten) sind nach Meinung der Freien Liste "nichts wert". Der "beinahe einstimmige Beschluss des Werksenats", die Mariahilfkirche des Nachts anzustrahlen, sei weiterhin gültig. Der OB vollziehe ihn lediglich bislang nicht, heißt es in einer FLitZ-Pressemitteilung.

Ein entsprechender Antrag von FLitZ vom Februar sei "entgegen gültigem Recht" immer noch nicht im Werksenat behandelt worden. In dem Antrag fordert FLitZ, den Beschluss aufzuheben, die Kirche also nicht anzustrahlen. Nur durch diesen Beschluss schaffe man letztlich die von vielen gewünschte Sicherheit, hieß es.
31.07.08

Glückliche Sterngucker


Die Mariahilfbergkirche sollte ursprünglich von zusätzlichen Leuchten angestrahlt werden.
Fotos: Harald Liederer(2), Thomas Monn(1)

Die Sternwarte am Mariahilfberg.


Der Weltraum wird beleuchtet - hier am Beispiel Burgruine
Wolfstein
NEUMARKT. Aufatmen auf der Sternwarte: zusätzliche Strahler an der Mariahilf-Kirche scheinen vom Tisch zu sein.

Die Sterngucker am Mariahilfberg hatten schon das Ende der Sternwarte befürchtet, als entsprechende Pläne aufgetaucht waren (wir berichteten mehrfach). Durch auf die Mariahilf-Kirche gerichtete Strahler würde der Nachthimmel über Neumarkt und besonders über der benachbarten Sternwarte so hell erleuchtet, daß vernünftige Himmelbeobachtungen kaum mehr möglich gewesen wären, hieß es.

Das Thema wurde auch schon im Forum "Neumarkter Meinungen" ausführlich diskutiert.

Bei einem Besuch der UPW-Stadtratsfraktion mit Dr. Werner Mümmler, Bürgermeister Franz Düring, Rudolf Bayerl, Georg Jüttner sowie weiteren UPW-Lokalpolitikern verliefen die Gespräche jetzt "aufklärend auf der einen Seite und beruhigend und erleichternd auf der anderen Seite", wie Sternwarten-Vorstand Harald Liederer sagte.

Die UPW-Mitglieder sahen auf Fotos, wie stark sich die schon vorhandene Lichtfülle der Beleuchtungsanlagen auf die Sternbeobachtung auswirkt und daß es schon "15 Minuten vor Zwölf" ist, wie es von der Sternwarte bezeichnet wurde.

Die Mitglieder der Sternwarte erfuhren, daß ein Beschluß des Bauausschusses zu den Strahlern an der Mariahilf-Kirche praktisch "vom Tisch" sei.

Außerdem bestätigten die Lokalpolitiker, daß die Stadt auch auf anderen Gebieten der "Lichtverschmutzung" tätig wird: alte Straßenlaternen würden schrittweise durch neue, dem technischen Stand von heute entsprechende Lampen ausgetauscht. Dies bringe eine Kosteneinsparung und schütze den nächtlichen Sternenhimmel vor dem "Verblassen". Liederer wies in diesem Zusammenhang auch auf die "guten Nebenwirkungen auf den menschlichen Organismus und der Natur im allgemeinen" hin.

In der Sternwarte ist die Freude groß: "Neumarkt kann also auch in Zukunft sagen, daß wir hier in Neumarkt, speziell auf dem Mariahilfberg, einen überdurchschnittlich guten Nachthimmel haben", hieß es.

Davon kann man sich schon am nächsten Freitag bei einer "partiellen Sonnenfinsternis" überzeugen, die man "live" am Mariahilfberg mitverfolgen kann. Allerdings spielt in diesem speziellen Fall der Nachthimmel eine weniger große Rolle: die Sonnerfinsternis dauert von 10.30 bis 13 Uhr...

Deshalb gibt es am Freitagabend ab 21 Uhr auch noch einen Vortrag über die Sonne.
27.07.08


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ISSN 1614-2853
23. Jahrgang