SPD Neumarkt

"Positive Faktoren"

NEUMARKT. Eine nachhaltig positive Regionalentwicklung des Landkreises Neumarkt werde es nur geben – so SPD-Fraktionsvorsitzender Helmut Himmler – wenn es neben der Kreisstadt Neumarkt auch andere starke Kommunen im Landkreis gebe.

Nur so könne man künftig im Wettbewerb mit den Ballungsgebieten die leistungsfähigen jungen Leute auch in den ländlich strukturierten Gebieten halten und darüber hinaus Neubürger gewinnen. Dabei gelte es, an vorhandenen Defiziten zu arbeiten und Stärken weiter auszubauen.

Diese positiven Faktoren seien unter anderem weitgehend intakte soziale Strukturen, gute Betreuungs- und Bildungseinrichtungen, höhere Sicherheit, ein reichhaltiges Kulturangebot und das Potential Natur und Umwelt.

Die SPD-Kreistagsfraktion machte nach Pyrbaum und Parsberg jetzt der Stadt Berching ihre Aufwartung, um sich vor Ort über die Stärken und Probleme der zweitgrößten Kommune im Landkreis Neumarkt zu informieren.

Stellvertretende Bürgermeisterin Gerlinde Delacroix hieß die Sozialdemokraten aus dem Landkreis im Rathaus der Stadt willkommen und berichtete unter Assistenz der örtlichen Stadt- und Kreisräte Josef Mayer, Barbara Schierl sowie von Michael und Robert Zeller über fünf Kindergärten mit einer Krippe im Aufbau, das vielfältige schulische Angebot, Seniorenbetreuung, einem Jugendtreff mit den üblichen Problemen sowie einer anlaufenden Nachbarschaftshilfe in der Stadt und dem Potential der 170 Vereine.

Schwierigkeiten bereite der Unterhalt des gemeindlichen Straßennetzes mit 240 Kilometer Ausdehnung und den damit verbundenen 70 Brückenbauwerken. Fehlende Fachärzte und Radwege seien ein wichtiges Betätigungsfeld der Zukunft und nach Angaben von Josef Mayer habe es in Berching einen drastischen Rückgang der Übernachtungszahlen gegeben.

Stellvertretende Landrätin Carolin Braun bemerkte hierzu, dass es keine Zahlen zum in Berching stark vertretenen Tagestourismus gebe und dieser vor dem Hintergrund des RMD-Kanals, des Erlebnisbads, der "großartigen Altstadt" und der leistungsfähigen Gastronomie weitere Wachstumspotentiale in sich berge.

Diskutiert wurde auch das Problem der Leerstände in der Stadt und in den Dörfern - nicht nur in Berching. Bergs Bürgermeister Helmut Himmler empfahl diesbezüglich eine konsequentere Baulandpolitik der Kommunen. Die Stadt- und Dorfkerne müssten revitalisiert werden, um die Bürger dort zu halten und Neubürger dort anzusiedeln. Sofern man stets neue Baugebiete "auf der grünen Wiese" an der Peripherie der Orte ausweise, führe dies wegen abnehmender Bevölkerung zwangsläufig zu künftig noch mehr Leerständen im Innerortsbereich und man verschärfe quasi die absehbaren Probleme der Zukunft.

Carolin Braun betonte die wichtige Stellung der Stadt Berching im Landkreis und insbesondere als Zentrum im südlichen Teil von Neumarkt wolle die SPD zu einer weiteren Stärkung von Berching beitragen.

02.09.08

Verkehrs-Brennpunkte

NEUMARKT. Zu einem verkehrspolitischen Fachgespräch kommt die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, MdB Karin Roth, nach Parsberg.

Die verkehrspolitische Situation im Landkreis Neumarkt weist einige Brennpunkte auf, heißt es von der Kreis-SPD im Vorfeld des für Mittwoch geplanten Besuchs. Dazu gehöre einerseits der geplante Ausbau der B299 als Hauptverkehrsader in die Große Kreisstadt. Ein weiteres Problem sei die ungeklärte Frage der LkW-Stellplätze entlang der A 3.

Zudem wird erörert, ob als Perspektive für die Zukunft bei der Fortschreibung des Bundesfernstraßennetzes mit einem sechsspurigen Ausbau der A3 gerechnet werden kann.

02.09.08

"Armut in Neumarkt"


Im Landratsamt trafen sich Vertreter der SPD und der Sozialverbände.

NEUMARKT. Die Stadt- und Kreistagsfraktionen der SPD hatten geladen und alle Vertreter der Sozialverbände waren gekommen, um über ihre vielfältigen Erfahrungen mit den Erscheinungsformen von Armut in Stadt und Landkreis zu berichten.

Moderiert wurde die Veranstaltung im Landratsamt von Gertrud Hesslinger, Carolin Braun und Helmut Himmler. Theodor Elsing vom Leb-mit-Laden, Gans-Georg Spille von der CAH, Klaus Plankermann von der Arbeiterwohlfahrt, Sigrid Steinbauer-Erler vom VdK, Markus Friedl vom BRK, Alfons Wagner von der ARGE, Bernhard Schinner von der Caritas sowie die Vertreterinnen von Diakonie und Sozialamt berichteten zusammen mit Schulrat Christoph Weigert von weitgehend ähnlichen Erfahrungen im Umgang mit Armut: Scham der Armen, Depression und Perspektivlosigkeit, das Gefühl der Ausgrenzung aus der Gesellschaft – "nicht mehr dazuzugehören".

Die Teilnehmer der Konferenz waren sich in der Diskussion einig, dass ein immer größerer Teil der Gesellschaft so wenig Geld zur Verfügung habe, dass Teilhabe am üblichen gesellschaftlichen Leben kaum noch möglich sei. Mit der zunehmenden Aufspaltung der bundesdeutschen Bevölkerung gerate auch ein immer größerer Anteil arbeitender Menschen aus der sogenannten Mittelschicht an die Grenze zur Armut und die Angst vor gesellschaftlichem Abstieg sei weit verbreitet.

Der soziale Staat sei daher keine Luxuseinrichtung, sondern selbstverständlicher Teil einer solidarischen, stabilen Gesellschaft.

Insbesondere für Kinder müsse in Schule und allen anderen Betreuungseinrichtungen noch mehr für Bildung und Ausbildung getan werden, damit diese den Teufelskreis von Armut durch Familiengenerationen verlassen können. Dafür wollen die Vertreter der SPD im Landkreis Neumarkt entschieden eintreten, hieß es.

30.08.08


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23. Jahrgang