SPD Neumarkt
Brain drain macht Sorgen
NEUMARKT. Die Forderung nach einer eigenständigen Hochschule in Neumarkt muß nach Meinung der SPD-Kreistagsfraktion auf der Tagesordnung bleiben.
In der bayerischen Schul- und Bildungspolitik liege vieles im Argen, meinte Bürgermeister Helmut Himmler bei der letzten Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion und begründete dies ausführlich. Entgegen den Lobreden der Staatsregierung auf die eigene Schulpolitik würden Eltern und Schüler Tag für Tag ganz andere Erfahrungen machen: massenhaften Unterrichtsausfall, überfüllte Mammutklassen mit 33 bis 36 Schülern, permanentem Leistungs- und Auslesedruck, das total vermurkste und überhastet eingeführte G8 und das "lächerlich geringe" Ganztagsangebot.
Etwa zwei Drittel der Eltern seien "entgegen den Lobreden" der Landespolitiker unzufrieden mit dem System Schule trotz respektabler Leistungen der Lehrer.
Weite Teile der Mittelschicht hätten die Befürchtung, dass der erreichte Status sich nicht mehr an die Kinder weitergeben lasse und manche Soziologen – so Himmler –
sprechen bereits von einer "grassierenden Statuspanik".
Zwar sei inzwischen hinlänglich bekannt, dass in Deutschland die Kluft zwischen Arm und Reich wachse, die soziale Krise habe aber längst die sogenannte Mitte der Gesellschaft erreicht. Auch Gutsituierte, denen auch nur der Gedanke an einen möglichen Abstieg bisher fremd gewesen sei, würden abrutschen.
Stellvertretende Landrätin Carolin Braun stellte fest, dass schulischer Erfolg zunehmend wieder vom Geld der Eltern abhänge und die gravierenden Defizite des staatlichen Bildungswesens "durch Nachhilfeunterricht und Studiengebühren privatisiert" würden. Nur – vielen Eltern würde hierfür schlicht das Geld fehlen. Bildungs- und damit Lebenschancen würden somit immer mehr vom Geldbeutel und damit der Herkunft abhängen und weniger vom Talent der Kinder.
Dies sei letzlich auch bildungsökonomischer Unfug, so Braun. Die brachliegenden intellektuellen Potentiale der nicht hinreichend geförderten Kinder seien angesichts der demographischen Entwicklung und der Nachfrage nach qualifizierten Kräften dringen nötig und würden fehlen.
Die SPD-Kreisräte betonten die Wichtigkeit der Bildungsinvestitionen in die Schulen des Landkreises in den letzten Jahren und darüber hinaus stehe nunmehr die unerlässliche Generalsanierung der in die Jahre gekommenen Gebäude an – insbesondere auch die energetische Modernisierung.
Auch im Landkreis bestünden inzwischen gute Bildungschancen, aber viele der mit hohem Kapitalaufwand ausgebildeten Jugendlichen blieben nach dem Studium in den Ballungsräumen und würden dort zur Wertschöpfung und somit zur Mehrung des dortigen Wohlstandes beitragen.
Diesem
brain drain könne man nur durch Mehrung von hochwertigen, wissensbasierten Arbeitsplätzen vor Ort entgegenwirken. Es sei zudem ein gravierendes landespolitisches Versäumnis gewesen, im Gegensatz zu Amberg, Weiden, Ansbach oder Deggendorf keinen Fachhochschulstandort Neumarkt zu etablieren.
Die aktuellen Bemühungen um Kooperationen mit Hochschulen in der Nachbarschaft seien "gewiss wichtig, können das Versagen der lokalen Politik in den 90er Jahren aber keineswegs ausgleichen", sagte Himmler. Daher müsse die bildungs- und strukturpolitische Forderung nach einer eigenständigen Hochschule in Neumarkt auf der Tagesordnung bleiben.
07.09.08
"Frohe Kunde"
NEUMARKT. Ein dreispuriger Ausbau der Ortsumgehung Mühlhausen/Pollanten ist offenbar in greifbare Nähe gerückt.
Bei einer Verkehrs-Konferenz der SPD in Parsberg durften Berchings
derzeit amtierende Bürgermeisterin Gerlinde Delacroix und die
Stadträte Michael Zeller und Josef Mayer (beide SPD) aus dem Mund der
zuständigen Parlamentarischen Staatssektretärin Karin Roth die
Botschaft vernehmen, das neue Teilstück der B 299 zwischen der
Pollantener Einmündung und der nördlichen Ortszufahrt von Mühlhausen
werde in der Form "2plus1" geplant und projektiert.
"Die derzeit vorliegenden
Projekt-Unterlagen für die neue B 299 inklusiv des dreispurigen
Ausbaus werden wohlwollend geprüft, die 11,7 Millionen Euro Baukosten
sollen auch damit eingehalten werden", hieß es bei der Tagung.
Damit freuten sich besonders die Mandatsträgern der Berchinger
SPD, weil ihre "Überzeugungsarbeit in Sachen sichere und
umweltschonende Gestaltung der Bundesstraße B 299/Ortsumgehung
Mühlhausen-Pollanten" erste Früchte trage, hieß es.
Bei einer Sitzung der SPD-
Kreistagsfraktion versicherten Fraktionssprecher Helmut Himmler und
Landtagskandidatin Carolin Braun den Berchingern ihre Unterstützung.
Vor zwei Jahren hatten sich die Berchinger Barbara Schierl, Robert
Zeller, Michael Zeller und Josef Mayer an die Bundestagsabgeordnete
Marianne Schier und das Bundes-Verkehrsministerium gewandt. Ihre
"Anregungen" nach dreispurigem Ausbau mit mittiger Überholspur,
Entlastung der B 299 von landwirtschaftlichem Schwerlast-Verkehr,
kreuzungsfreier Ausgestaltung der Pollantener Einmündung, Anbindung
der aus Bachhausen kommenden Kreisstraße an die neue B 299 und
Schaffung von Ruhe-Parkplätzen für Lkw-Fahrer haben damit nun echte
Chancen realisiert zu werden.
Bereits in der letzten Sitzung vor den
Sommerferien hatten sich der neue Bürgermeister sowie der gesamte
Stadtrat ebenfalls für die Forderungen der SPD ausgesprochen.
Fraktionssprecher Josef Mayer legt Wert auf die Feststellung, dass
eine Reihe von Stadträten aller Parteien schon immer
Aufgeschlossenheit bekundet und Bauernverband, Waldbesitzer-
Vereinigung und Maschinenring kräftig Unterstützung praktiziert hätten.
Den gewünschten Zuspruch seitens der SPD-Kreistagsfraktion finden die
Berchinger auch für ihre Forderung nach einer Verlängerung der
Bachhausener Kreisstraße über die B 299 neu hinaus bis zur Bauschutt-
Deponie des Landkreises und den Sandgruben der Firmen Geiger,
Rohmann, Egner und Bögl und langfristig bis hinauf nach Eismannsberg,
wo diese Querverbindung in die Kreisstraße NM 2 nach Freihausen und
Seubersdorf münden soll. Diese Route müsse unabhängig vom
Planfeststellungsverfahren für die neue B 299 als Projekt des
Landkreises vorangetrieben werden, und dies zeitgleich.
Helmut Himmler, Fraktionssprecher und Bürgermeister von Berg, sieht
in der Forderung nach dieser Kreisstraße, die in Kofinanzierung vom
Kreis, den Sandgrubenbetreibern und der Stadt Berching gebaut werden
sollte, eine berechtigte wie für die wirtschaftliche Entwicklung des
Landkreis-Südens wichtige Verkehrsverbindung. Sie spare, weil kürzer
und weniger steil, Fahrtzeit, sie spare Sprit und verschone die
Bewohner des Orts Pollanten vor Gefahr, Lärm und Abgasen.
Die Kosten
dürften überschaubar sein, denn die benötigten Grundstücke stehen
großteils schon zur Verfügung, es gebe eine Kostenbeteiligungs-
Erklärung der Sandgrubenbetreiber, FFH-Flächen werden nicht
angetastet, der Erwerb von Ausgleichsflächen nicht nötig. Der
Berchinger Stadtrats-Beschluss könne daher, falls an Antrag an den
Kreistag vorgelegt, in vollem Umfang mit Unterstützung rechnen.
05.09.08
Genossen geehrt

Die Berchinger SPD zeichnete langjährige Mitglieder aus.
NEUMARKT. In Berching wurden "alte" Sozialdemokraten für bis zu 30 Jahre Parteimitgliedschaft ausgezeichnet.
Stellvertretende Landrätin und Kreisvorsitzende Carolin Braun berichtete bei der Mitgliederversammlung im Gasthaus Schneeberger in Altmannsberg über die Energiepolitik der Bayerischen SPD. Sie sprach sich eindeutig dafür aus, dass auf mehr regenerative Energien gesetzt werden muss. "Der Atomausstieg muss kommen, daran darf kein Weg mehr vorbeiführen", so Braun.
Geehrt wurden:
- Robert Zeller für 30 Jahre
- Michael Zeller für 30 Jahre
- Maria Jahn für 25 Jahre
- Gerda Vögerl für 10 Jahre
- Manuela Zeller für 10 Jahre
03.09.08