Grüne

Hofreiter zu Gast


Grünen-Kreisvorsitzende Gabriele Bayer und Toni Hofreiter zeigten in Neumarkt Flagge

NEUMARKT. Prominenter Besuch in Neumarkt: der Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Toni Hofreiter, kam zur Kreisversammlung der Grünen.

Hofreiter sprach am Dienstagabend bei der Kreisversammlung in Neumarkt über grüne Mobilität im ländlichen Raum: "Ist der Rufbus wirklich schon der Weisheit letzter Schluß?". Danach beantwortete Hofreiter, der im Bundestag auch Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ist, Fragen der Zuhörer


Besonderes Interesse rief bei Hofreiters Vortrag das Beispiel „Bürgerbus“ hervor. Hofreiter und seine Mitarbeiterin berichteten vom Projekt „Bürgerbus in Langenzenn“ - einem Verein mit ehrenamtlich tätigen Busfahrern, meist Senioren, die gut versichert sind und eine Personenbeförderungserlaubnis für einen Kleinbus bis acht Mitfahrern besitzen. Die Kommune hat die Anschubfinanzierung sichergestellt und für die große Werbeaktion gesorgt. Auch gab es Geschäfte, die mit Aktionen den Bürgerbus bekanntgemacht haben. In Langenzenn ist mittlerweile bereits eine zweite Bürgerbuslinie in Planung.

Am Schluss stellte Hofreiter heraus, dass es im Rahmen einer älter und auch ärmer werdenden Gesellschaft immer wichtiger werde, dass die Menschen zum Einkaufen, zum Arzt, auf den Friedhof, zum Kaffee trinken, zu Veranstaltungen in der Gemeinde und zu ihren Freunden und Verwandten selbständig fahren können.

Hofreiter ging auch auf die Elektromobilität ein. Hier mache eindeutig das Elektrofahrrad das Rennen. Während sich die Automobilhersteller wegen der immer noch zu hohen CO2-Grenzen und der sehr teuren Akkus schwer tue, interessante E-Autos auf den Markt zu bringen, seien schon eine halbe Million Elektrofahrräder verkauft. Das Elektrofahrrad könnte die Lücke zum Zug und Bus im ländlichen Raum zumindest teilweise schließen. Im Idealfall schaffe eine Kommune mehrere Pedelecs für den Verleih an die Bürger an.
19.11.14

Schotter-"Autobahn" im Wald


Die Grünen beklagen die Schotter-"Autobahnen" im Wald

NEUMARKT. Waldwege bei Postbauer werden nach Meinung der Grünen "flächendeckend zu reinsten Autobahnen ausgebaut".Jetzt rührt sich Widerstand.

"Ein Bild des Grauens", hat die grüne Ortsvorsitzende, Gemeinderätin und Bezirksrätin Gabriele Bayer zum Beispiel zwischen Brandmühle-Dennenlohe ausgemacht: "Wenn man Menschen aus dem Wald vertreiben will, dann schafft man es auf diese Weise sehr gut".

Der Wald, einst Naherholungsgebiet für Menschen jeden Alters, verkomme zunehmend zum Wirtschaftsraum für extensive Holznutzung, heißt es in einer Pressemitteilung. Auf den mehrere Meter breiten, gewölbten Schotterwege könnten weder Senioren gehen, noch Eltern mit einem Kinderwagen fahren. Radfahrende Kinder hätten überhaupt keine Chance, auf derartig groben "Schotterpisten" ohne Unfall den Wald mit dem Rad zu erkunden.


Schon für erwachsene Wanderer oder Radfahrer werde die Nutzung solcher "Waldautobahnen" schon zur Herausforderung, erklärte Bayer. Auf weiten Strecken dieser im großen stil angelegten Waldpisten könne man überhaupt nicht radfahren.

Als Reitweg ausgeschilderte Wege würden derart zugerichtet, dass die Pferdehalter diese Wege gar nicht mehr nutzen könnten, weil das Verletzungsrisiko für die Pferde viel zu hoch sei. So wurde zum Beispiel der Natursandweg, die sogenannte "Galoppstrecke" am Verbindungsweg Brandmühle-Dennenlohe regelrecht "betoniert". Die Pferdehalten hätten deshalb schon eine Unterschriftenliste mit der Forderung der Renaturierung des Natursandweges organisiert.

Damit der Schaden aber komplett ist, muss man die Wegränder gesehen haben, so Bayer. Die Wege sind mit einer Kuppe versehen, damit das Wasser rechts und links abläuft. Am Wegrand wurden mit riesigem schwerem Gerät einfach mit brachialer Gewalt Gräben gezogen, ohne Rücksicht auf Ameisenhügel, seltene Pflanzen oder Amphibien. Bei diesen Maßnahmen wurden nach Angaben der Grünen Drainagerohre stark beschädigt und Bäume sind bruchgefährtet, weil sie am Wurzelballen starkt beschädigt wurden. An verschiedenen Wasserstellen am Wegrand hatte Bayer Ölpfützen gesehen.

Jetzt will man eine "Orstbesichtigung mit Demonstrationscharakter" vor Ort veranstalten und trifft sich dazu am Freitag um 15 Uhr am Ortsschild Brandmühle.
03.11.14

"Schwerer Schaden"

NEUMARKT. Hat MdB Karl der Energiewende "schweren Schaden" zugefügt? Die Grünen kritisieren, er stimmte "für Atomkraftsubventionen im Ausland".

Vor wenigen Tagen habe die scheidende EU-Kommission die milliardenschwere Subventionierung von Atomkraftwerken in Großbritannien gebilligt, erklärte die Bezirksrätin und Kreisvorsitzende der Grünen, Gabriele Bayer, in einer Pressemitteilung. Ihre Partei habe daraufhin einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der die schwarz-rote Bundesregierung auffordert, vor dem Europäischen Gerichtshof eine Klage – analog zur Nichtigkeitsklage Österreichs – einzureichen und sich damit "klar gegen Atomkraft in Europa" zu positionieren.


Doch in der namentlichen Abstimmung im Bundestag habe MdB Alois Karl (CSU) gezeigt, "wie ernst er es mit dem Ausstieg aus der hochgefährlichen Atomkraft meint", erklärte Bayer. Er stimmte gegen den Antrag der Grünen "und damit für die Subventionierung von Atomkraft und den Bau des britischen Atomkraftwerks Hinkley Point C, welches nur etwa 600 Kilometer westlich der deutschen Grenze entstehen soll".

Es passe ins Bild der Großen Koalition: "In Deutschland die Erneuerbaren Energien ausbremsen und international nichts gegen den Ausbau von Atomkraft zu unternehmen", empört sich die Grünen-Politikerin.
17.10.14

"Drei große Anträge"

NEUMARKT. Mit der Energiewende, der Schulpolitik und dem Thema “Wohlstand statt Wachstum“ befaßten sich die Grünen bei der Kreis-Jahreshauptversammlung.

Außerdem standen wieder einige Wahlen an. Neuer Kassier wurde der alte – Stefan Schmidt, Bezirksvorsitzender der Grünen in der Oberpfalz. Schmidt bewirbt sich auf für den Landesparteirat der bayerischen Grünen Mitte Oktober in Hirschaid. Als Rechnungsprüfer wurden Sigrid Steinbauer-Erler und Jürgen Kerkien bestätigt. In die Bundesdelegiertenversammlung wird Stefan Schmidt entsandt. Drei Landesdelegierte - der Neumarkter Stadtrat Thomas Leykam, Keisvorsitzende und Bezirksrätin Gabriele Bayer und Stefan Schmidt - sowie drei Bezirksdelegierte - Gabriele Bayer, Bernhard Rasche aus Neumarkt und Johann Ehrnsperger aus Parsberg - werden die Partei in den übergeordneten Gremien der basisdemokratischen Partei vertreten.

Weil Basisdemokratie bei den Grünen ganz groß geschrieben werden sooll, wurden die wichtigsten Anträge zur Landesdelegiertenversammlung im Oktober breit diskutiert.

Drei große Anträge werden die Grünen Themen überspannen. Der erste Antrag „Freie Fahrt für die Energiewende – Die Grünen fordern und skizzieren einen verlässlichen politischen Rahmen für ein gutes Investitionsklima und das Energiesystem der Zukunft.


Der zweite große Antrag bezieht sich auf die bayerische Schulpolitik. Kinder und Jugendliche brauchen Bildung, um Verantwortung übernehmen zu können – gegen den selbstzufriedenen Stillstand der bayerischen Bildungspolitik, so der Leitantrag des bayerischen Landesvorstandes der Grünen.

Gabriele Bayer stellt einen Änderungsantrag zum Antrag „Den demographischen Wandel als Chance begreifen“. Bayer will das Quartiermanagement in bayerischen Kommunen mit finanzieller Ausstattung durch Bund und Land verankern. Familienzentrierung soll ein viel größeres Gewicht in allen sozialen Bereichen bekommen und Grundlage aller Gesetze im Pflege- Erziehungs- und Betreuungsbereich werden.

Ganz wichtig ist Bayer aber, dass die Rahmenbedingungen für die Angehörigen der Pflegeberufe so gestaltet werden, dass ausreichend Nachwuchs für die Pflegefachkräfte generiert wird, und die Pflegenden bis zur regulären Rente gesund, motiviert und leistungsfähig bleiben. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Pflegeberufen darf kein Papiertiger bleiben, sagte sie. Altersarmut in den Pflegeberufen müsse bekämpft werden.

Der dritte große Antrag behandelt das Thema “Wohlstand statt Wachstum“, eine Position, die von den Grünen schon seit Jahrzenten vertreten werde.

Die Kreisvorsitzende Monika Werft stellt die Planungen des Vorstands für das Jahr 2015 vor. Angefangen von einem grünen Kneipenquizz, einem Sommerfest mit Asylbewerbern, Aktionen zu Jahrestagen, und einem Ausflug zu einer Mustergemeinde mit Bürgerbus, bis zu Vorträgen über aktuelle grüne Fachthemen soll alles dabei sein. Die wahlfreie Zeit soll neben der inhaltlichen Arbeit in den Räten zur Mitgliedergewinnung und zum Kontakt mit den Bürgern genutzt werden.
30.09.14


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ISSN 1614-2853
23. Jahrgang