Pfleiderer
Kauf verzögert sich !
NEUMARKT. Der Erwerb der
Kunz Holzwerkstoff-Gruppe durch die Pfleiderer AG verzögert sich.
Pfleiderer hat den bereits im Juli geschlossenen Vertrag zum Kauf der Kunz Gruppe (
wir berichteten) noch nicht vollzogen ! Grund dafür sind Verschlechterungen der wirtschaftlichen Lage im nordamerikanischen Spanplatten-Geschäft der Kunz-Gruppe, hieß es von Pfleiderer am Dienstagabend in einer sogenannten
Ad hoc-Mitteilung .
Der Kaufpreis für die Kunz-Gruppe sollte unterm Strich beinahe eine halbe Milliarde Euro betragen: Die Kaufsumme sollte bei 212 Millionen Euro liegen - zudem wollte die Pfleiderer AG Bank- und Leasingverbindlichkeiten in Höhe von netto rund 267 Millionen Euro übernehmen.
Der unterschriebene Kaufvertrag mit der Kunz-Gruppe hatte auch dazu geführt, daß Pfleiderer im Juli von der Überprüfungsliste
Rating Watch Negative genommen wurde (
wir berichteten)
Die am Dienstagabend veröffentlichte
Ad hoc-Mitteilung im Wortlaut:
Neumarkt, 27. September 2005 - Am 15. Juli 2005 hat die im MDAX notierte Pfleiderer AG, Neumarkt, ISIN DE0006764749, einen Vertrag über den Erwerb wesentlicher Teile der Kunz Gruppe, Unterensingen, abgeschlossen. Dieser Vertrag konnte bislang nicht vollzogen werden, weil noch nicht alle dafür erforderlichen aufschiebenden Bedingungen erfüllt worden sind. Die Pfleiderer AG strebt nach wie vor ein zügiges Closing des bestehenden Vertrags an, sieht aber auf Grund der zwischenzeitlich eingetretenen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Spanplatten-Aktivitäten der nordamerikanischen Kunz-Gesellschaften und der daraus resultierenden Restrukturierung Anpassungsbedarf. Hierüber befindet sich der Vorstand der Pfleiderer AG in Gesprächen mit der Kunz-Gruppe.27.09.05
Ausbildung gelobt

Andreas Götz (2. Von links), für die gewerbliche Ausbildung bei Pfleiderer verantwortlich, begrüßt die Gäste in der Lehrwerkstätte: Rudi Bayerl, Erich Bärtl, Gisela Burger, Jürgen W. Heike, Herbert Fischer, Hausherrn Michael Ernst, Albert Füracker (verdeckt) und Albert Löhner (von links).
NEUMARKT. Hoher Besuch am „Tag der Ausbildung“: Jürgen Heike, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, war am Montag zu Gast bei der Pfleiderer AG, um sich dort über die Ausbildungssituation zu informieren.

Was wohl der Staatssekretär dem Auszubildenden mit
erhobenem Zeigefinger zu sagen hat? Nur Landtags-
abgeordneter Herbert Fischer wurde Ohrenzeuge.
Begleitet wurde der Landespolitiker vom Landtagsabgeordneten Herbert Fischer, von Landrat Albert Löhner, dessen Stellvertretern Albert Füracker, Willibald Gailler, Ludwig Fürst und Rudolf Bayerl sowie von den Neumarkter Bürgermeistern Arnold Graf und Erich Bärtl. Ebenfalls mit von der Partie: der Leiter der Staatlichen Berufsschule, Oberstudiendirektor Rüdiger Cedl und die Schulreferentin des Stadtrats, Gisela Burger.
Der „Tag der Ausbildung“ ist Bestandteil des Programms „Fit for Work – 2005“, das die Bayerische Staatsregierung gemeinsam mit Unternehmen der bayerischen Wirtschaft veranstaltet – mit dem Ziel, Jugendliche bei der Suche nach einer Lehrstelle und Betriebe bei der Schaffung von Ausbildungsplätzen zu unterstützen. Dem entsprechend galt der Besuch des Staatssekretärs auch dem Bemühen um zusätzliche Lehrstellen.

Einem Azubi über die Schulter geguckt: Berufsschuldirektor Rü-
diger Cedl, Landrat Albert Löhner, die Bürgermeister Arnold Graf
und Erich Bärtl (von links).
Fotos: Erich Zwick
Michael Ernst, Personalvorstand der Pfleiderer AG, vermittelte dem Gast aus München zunächst einen Überblick über Unternehmen und Ausbildung. Mit besonderer Genugtuung nahmen in diesem Zusammenhang die Kommunalpolitiker zur Kenntnis, das – so Ernst wörtlich – die Firma Pfleiderer „nicht nur der Region, sondern auch den hier arbeitenden Menschen verpflichtet“ sei. Andererseits seien die Oberpfälzer „treue Seelen“, die zu ihrem Unternehmen stünden, das für weitere unternehmerische Schritte „gut präpariert“ sei.
Im Ausbildungszentrum erläuterten anschließend Auszubildende den Besuchern ihre Arbeit sowie einzelne Projekte im Rahmen ihrer Ausbildung. Hintergrundinformationen vermittelten dabei die Ausbildungsverantwortlichen Helga Arlitt (kaufmännische Ausbildung) und Andreas Götz (gewerbliche Ausbildung).
Von den Darstellungen sichtlich beeindruckt, fand der Staatssekretär anerkennende Worte zu dem Ausbildungskonzept der Pfleiderer AG und dessen Umsetzung: "Das Unternehmen ist nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region, sondern setzt auch Maßstäbe in der Ausbildung. Dort leistet es in der Tat Außergewöhnliches."

Etwas zerknirscht schaut er schon, der Staatssekretär
Jürgen W. Heike, bei der Begrüßung durch Pfleiderer-
Personalvorstand Michael Ernst (rechts). Kam doch
der Gast aus München mit einer halben Stunde Ver-
spätung.
Mit derzeit 83 Jugendlichen in insgesamt elf gewerblichen und kaufmännischen Berufen kann die Pfleiderer AG mit einer seit Jahren auf hohem Niveau befindlichen Ausbildungsquote – gemessen an der Gesamtzahl der Beschäftigten – von 10,2 Prozent aufwarten. Von den „frisch gebackenen“ Gesellen wurden in diesem Jahr rund 90 Prozent übernommen.
Die hohe Qualität der Ausbildung sei nicht zuletzt zurückzuführen auf die Ausbildungsinitiative „Azubi forscht“, die seit neun Jahren einen festen Bestandteil der Ausbildung bei Pfleiderer bildet und im Rahmen des Regionalwettbewerbs von „Jugend forscht“ durchgeführt wird. Handwerkliches Geschick und Forscherdrang der Jugendlichen würden dabei ebenso gefördert wie die Schlüsselqualifikationen Teamfähigkeit, Selbständigkeit, Entscheidungsfähigkeit und Verantwortung. Unter dem Titel „Handlungsorientierung“ sei diese Methodik seit der Neuordnung der Ausbildung im vergangenen Jahr verpflichtend im Rahmenstoffplan verankert.
12.09.05
Start ins Berufsleben
NEUMARKT. Zukunftsperspektiven für insgesamt 34 junge Menschen: Am 1. September 2005 haben bei der
Pfleiderer AG 25 Jugendliche ihre Berufsausbildung begonnen. Weitere neun Auszubildende starten in ihre Berufswelt bei der
Pfleiderer Europoles, die nach dem Verkauf der Mastenaktivitäten des Pfleiderer Konzerns ihre eigenen Azubis ausbildet.
15 neue Azubis der Pfleiderer AG (Europoles: 3) haben sich für kaufmännische Berufe entschieden, die anderen Auszubildenden beginnen ihre Ausbildung im gewerblichen Bereich. In die berufsbegleitenden
Studiengänge wie Dipl.-Betriebswirt (BA), Betriebswirt(VWA) oder Eurokaufmann mit zwei bzw. drei Fremdsprachen starten bei der Pfleiderer AG 5 Abiturienten und bei der Pfleiderer Europoles
eine Abiturientin.
Deutschlandweit bildet die
Pfleiderer AG derzeit insgesamt 146 Jugendliche aus, davon 83 in Neumarkt als größtem Ausbildungsstandort.
Pfleiderer Europoles beschäftigt 40 Auszubildende in Neumarkt und zwei am Standort Regensburg. Die Berufseinsteiger beginnen ihre
Ausbildung gemeinsam mit einem intensiven Einarbeitungsprogramm.
Auch nach der Fokussierung des Pfleiderer Konzerns auf den Geschäftsbereich Holzwerkstoffe haben sich die
Pfleiderer AG und die
Pfleiderer Europoles im letzten Jahr zu einer Verbundausbildung entschieden. Die Auszubildenden werden dabei im Interesse einer bereichsübergreifenden Ausbildung sowohl in den Abteilungen der
Pfleiderer AG wie auch der
Pfleiderer Europoles ausgebildet. Durch die organisations- und inhaltsübergreifenden Ausbildungsprozesse lernen die jungen Leute verstärkt, Abläufe im Zusammenhang zu betrachten und Projekte zu gestalten – Fähigkeiten, die sowohl Motivation als auch Qualifikation nachhaltig fördern.
02.09.05