neumarktonline Dokumentation

Haushalt 2026: Stellungnahme der UPW

Von Sebastian Schauer

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

der Haushalt 2026 der Stadt Neumarkt – hat ein Gesamtvolumen von 184,5 Millionen Euro.

Ein Rekordhaushalt, „ein Rekord, den niemand wollte“ wie Kämmerer Tischner es bei der Vorstellung des Haushaltsplans im Verwaltungssenat im Februar formuliert hat.

Und genau das beschreibt die Lage treffend:
Nicht steigender Wohlstand treibt diese Summe nach oben, sondern stark wachsende Ausgaben.

Wir stehen vor einem rechnerischen Defizit von rund 29 Millionen Euro.
2023 noch ein Plus, 2024 ein moderates Minus, 2025 ein voraussichtliches Defizit von rund zehn Millionen Euro – und nun dieser Ausblick für 2026.

Der vorliegende Haushalt zeigt: Die Spielräume werden enger. Steigende Pflichtaufgaben, hohe Baukosten, Personalkostensteigerungen und unsichere wirtschaftliche Entwicklungen fordern uns heraus.

Die Steuereinnahmen bleiben mit rund 40 Millionen Euro solide. Unsere Wirtschaft ist stabil. Dafür gebührt unseren mittelständischen Betrieben großer Dank. Denn unsere 40 Millionen Euro Steuereinnahmen fallen nicht vom Himmel. Sie sind Ergebnis harter Arbeit unserer Betriebe.

Neumarkt ist ein starker Wirtschaftsstandort in der Oberpfalz. Unsere mittelständischen Betriebe sichern Arbeitsplätze und Wohlstand. Eine vorausschauende Gewerbeflächenpolitik, leistungsfähige Infrastruktur und verlässliche Rahmenbedingungen sind entscheidend. Damit das so bleibt werden wir uns weiterhin insbesondere für ein neues Gewerbegebiet in Frickenhofen einsetzen und die Wirtschaftsunternehmen vor Ort unterstützen.

Doch neben der Einnahmenseite wächst die Ausgabenseite schneller:

Die Kreisumlage steigt von 24 auf 33,5 Millionen Euro – eine Mehrbelastung von fast 10 Millionen Euro. Die massive Erhöhung der Kreisumlage trifft uns hart. 33,5 Millionen Euro – das ist mittlerweile einer der größten Einzelposten unseres Haushalts.

Doch das ist wahrscheinlich erst der Anfang. Denn auf Grund einer zu erwarteten Steigerung der Bezirksumlage und insbesondere auch im Hinblick auf den Bau des neuen Berufsschulzentrums in Neumarkt wird die Kreisumlage in den nächsten Jahren sicherlich nochmal steigen. Dies gilt es bereits heute für unsere zukünftigen Haushalte zu berücksichtigen.

Neben der gestiegenen Kreisumlage schlagen auch die auf 32,1 Millionen Euro gestiegenen Personalkosten zu buche.

32 Millionen Euro Personalkosten – das ist nachvollziehbar angesichts von Tarifabschlüssen und steigenden Anforderungen. Aber wir müssen effizienter werden. Der geplante Personalpool ist ein richtiger Schritt. Ebenso die strukturelle Neuordnung der IT. Wir begrüßen ausdrücklich die Perspektive einer landesweiten „Bayern-KI“, die Verwaltungsprozesse vereinfachen kann. Digitalisierung darf kein Schlagwort sein – sie muss Entlastung bringen.

Gerade angesichts von 100 bevorstehenden Ruheständen müssen Prozesse in der Stadtverwaltung modernisiert werden, bevor Engpässe entstehen.

Und auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben anspruchsvoll. Konjunkturelle Schwankungen, hohe Energiekosten und wachsende Aufgaben für die Kommunen fordern uns heraus. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an die kommunale Ebene – oft ohne vollständigen finanziellen Ausgleich durch Bund und Land.

Umso wichtiger ist es, dass wir in Neumarkt weiterhin verantwortungsvoll wirtschaften. Wir dürfen uns finanziell nicht übernehmen – aber wir dürfen auch nicht aus Angst vor Investitionen unsere Zukunft verspielen. Der vorliegende Haushalt schafft hier eine ausgewogene Balance.

Und auch wenn wir 2026 dank Rücklagen ohne neue Kredite auskommen können, dürfen wir uns nichts vormachen: Diese Rücklagen sind endlich. Wir stehen für generationengerechtes Wirtschaften. Das heißt: Investieren ja – aber mit Augenmaß. Jeder Euro stammt letztlich aus der Leistung unserer Bürgerinnen und Bürger.

Von Seiten der UPW Neumarkt unterstützen wir die notwendigen Investitionen in die Schulen in Woffenbach, Holzheim und in der Weinberger Straße sowie in den KiTa-Bau. Bildung und Betreuung bleiben für uns als UPW Neumarkt auch zukünftig ein zentraler Schwerpunkt. Investitionen in Schulen, Digitalisierung und Kinderbetreuung sind keine freiwilligen Leistungen, sondern Grundpfeiler einer starken Stadtgesellschaft. Jeder Euro, den wir hier einsetzen, ist eine Investition in die Zukunft unserer Kinder – und damit in die Zukunft Neumarkts.


Auch im Bereich Klimaschutz und Energie tragen wir kommunale Verantwortung. Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden, der weitere Ausbau erneuerbarer Energien und nachhaltige Mobilitätsangebote sind nicht nur ökologische Notwendigkeiten, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Langfristig senken wir Betriebskosten und stärken unsere regionale Unabhängigkeit. Deshalb begrüßen wir von Seiten der UPW Neumarkt die im Haushalt eingeplanten Investitionen in die LED-Umrüstung und die Windkraftprojekte der Stadtwerke Neumarkt.

Von Seiten der UPW Neumarkt werden wir uns auch weiterhin für den Ausbau von bezahlbarem Wohnraum und der Stärkung der Infrastruktur in Neumarkt einsetzen. Jeder soll sich in Neumarkt wohlfühlen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Sei es durch einen passenden Wohnplatz oder gute Infrastruktur um mobil zu sein. Die im Haushalt eingestellten Mittel für den städtischen Wohnungsbau sowie den Straßenbau und für Radinfrastruktur sind hier ein erster Schritt. Aber hier müssen wir weiterhin investieren, damit wir uns für die Zukunft aufstellen.

Für die Zukunft ist es aber wichtig, dass wir künftig noch klarer unterscheiden zwischen Pflicht, Notwendigkeit und Wünschenswertem.

17 Millionen Euro freiwillige Leistungen – das ist Ausdruck einer lebendigen Stadt.

Wir stehen zu Vereinen, Kultur, Sport und Ehrenamt. Eine Stadt ist mehr als Verwaltung und Infrastruktur. Sie ist Heimat. Sie ist Gemeinschaft. Sie ist Zusammenhalt. Wir unterstützen weiterhin unsere Vereine, unsere Ehrenamtlichen, unsere sozialen Einrichtungen und unsere Kultur. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen ist es wichtig, Orte der Begegnung zu stärken. Sport, Kultur und Ehrenamt sind kein „Luxus“, sondern unverzichtbarer Bestandteil unseres Gemeinwesens.

Aber wir müssen ehrlich prüfen, was dauerhaft finanzierbar bleibt. Konsolidierung heißt nicht Kahlschlag. Aber es heißt Prioritäten setzen. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht Stabilität und Verlässlichkeit. Wir tragen gemeinsam Verantwortung für die kommenden Generationen. Deshalb dürfen wir uns weder in kurzfristigem Aktionismus verlieren noch notwendige Entscheidungen vertagen. Das ist unser Auftrag.

Von Seiten der UPW Neumarkt werden wir weiter kritisch, aber konstruktiv mitarbeiten. Für uns steht dabei ein Grundsatz im Mittelpunkt:

Sachpolitik vor Parteipolitik, Verantwortung vor Ideologie und solide Finanzen als Basis einer starken Stadt.

Kommunalpolitik ist Teamarbeit. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Neumarkt finanziell stabil, wirtschaftlich stark und lebenswert bleibt. Neumarkt braucht keine ideologischen Grabenkämpfe. Neumarkt braucht verlässliche Kommunalpolitik. Neumarkt braucht Vernunft, Verantwortung und Zusammenhalt.

Dieser Haushalt ist kein einfacher Haushalt. Er zwingt uns zur Disziplin. Aber er enthält die notwendigen Investitionen, wahrt 2026 noch unsere finanzielle Handlungsfähigkeit und verzichtet auf neue Schulden.

Die UPW Neumarkt stimmt deshalb dem Haushaltsplan 2026 zu.

Zum Schluss gilt mein besonderer Dank allen Mitarbeitenden der Stadtverwaltung. Insbesondere dem leitenden Verwaltungsdirektor Herrn Sklenarz, dem Leiter der Kämmerei, Herrn Tischner, sowie allen Beteiligten, die unter schwierigen Rahmenbedingungen dieses Zahlenwerk erarbeitet haben.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Es handelt sich hier um das zur Verfügung gestellte Rede-Manuskript. Die tatsächlich gehaltene Rede kann davon geringfügig abweichen
23.März 2026
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ISSN 1614-2853
23. Jahrgang