Sehr wohl "Bodenverbrauch"NEUMARKT. Es gehe bei der Planung um den Stadtpark sehr wohl um "Bodenverbrauch", schreibt die Fraktions-Vorsitzende der Grünen im Landtag, Christine Stahl, in einem Brief als Antwort auf ein Schreiben von Oberbürgermeister Alois Karl.Karl hatte ihr vorgeworfen, bei Ihrem Besuch in Neumarkt falsch informiert gewesen zu sein. Das Schreiben Stahls im Wortlaut: Offener Brief zu "Grünen-Chefin war falsch informiert" vom 06.08.03 in neumarktonline Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, gestatten Sie mir bitte, dass ich Ihnen zuvorderst dazu gratuliere, dass Sie zu den wenigen Kommunen in Nordbayern gehören, die noch finanziellen Spielraum für Investitionen besitzen. Gerade für den Baubereich und seine Arbeitsplätze spielt die Nachfrage durch die öffentlich Hand ja eine enorm wichtige Rolle, weshalb Ihre Überlegungen in diesem Bereich durchaus sinnvoll sind. Zudem würden sowohl ein Museum - der Gedanke einer Kulturmeile wie in Nürnberg hat hier durchaus etwas reizvolles -, als auch eine schöne neue Stadthalle Neumarkt aufwerten und den Tourismus befördern. Einer der wenigen Wirtschaftsbereiche, der in der Region m.E. noch ausbaufähig ist. Insoweit haben Sie mich als Verbündete auf Ihrer Seite, der die Entwicklung des nordbayerischen Raums am Herzen liegt, weil dieser bei der Vergabe von Mitteln für Strukturverbesserungen im Vergleich zum Münchner Ballungsraum zu kurz kommt. Es geht im vorliegenden Fall doch aber nicht um die Projekte als solches, zumal sich das Museum bereits im Bau befindet, sondern darum, ob man für die geplanten Projekte auch den richtigen Standort gewählt hat. Und ich halte es für absolut legitim, wenn sich die Bevölkerung in diese Standortdiskussion einmischt, geht es doch um "ihre" Stadthalle und "ihren" Stadtpark. Spielraum für Bauinvestitionen zu haben, bedeutet immer auch nachhaltig zu planen und zu bauen. Sie werden mir zustimmen, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, daß es sich im vorliegenden Fall nicht um eine Renaturierungsmaßnahme handelt, sondern natürlich um Flächenversiegelung. Allenfalls der Umfang des neuen Bodenverbrauchs ist doch hier fraglich, sollte tatsächlich in den Bestand hinein gebaut werden. Nach den vorhandenen und mir vorgelegten Plänen sieht es nicht danach aus, als würde nur auf Areale bereits bestehender Bebauung zurückgegriffen. Auch der Bau der Tiefgarage, selbst wenn die Wiese wieder hergestellt wird, ist selbstverständlich Bodenverbrauch und stellt einen Eingriff in die natürliche Bodenbeschaffenheit dar. Jeder Gärtner und Landschaftsarchitekt wird Ihnen bestätigen können, daß die Oberfläche einer Tiefgarage nur bedingt bepflanzbar ist. Letztendlich handelt es sich bei der Tiefgarage nur noch um "Dachbegrünung" und oberflächliche Kosmetik. Von den Problemen mit dem und für das Grundwasser gar nicht zu reden. Beide Bauvorhaben, Stadthalle und Tiefgarage greifen massiv in bestehende Strukturen ein und das sollte man den BürgerInnen gegenüber auch zugeben und nicht versuchen mit den in dem Ratsbegehren enthaltenen Formulierungen zu beschönigen. Ich halte deshalb die Fragestellung, `ob denn die BürgerInnen nicht einen schöneren Stadtpark haben wollen´ für nicht sehr fair. Denn: wer will das nicht? Ich habe nicht den Eindruck, dass die Planungen bereits an einem Punkt angekommen sind, der ein Umsteuern unmöglich macht. Ich bitte Sie nochmals zu überlegen, ob man mit der kostbaren Ressource Boden in Neumarkt nicht anders verfahren und die Projekte, wie auch von der Bürgerinitiative vorgeschlagen, an anderer Stelle verwirklichen kann. Gerne hätte ich mir weitere Vorhaben, aber auch Probleme der Stadt von Ihnen schildern lassen, wie Sie es in einem Schreiben, das mir leider noch nicht zuging, wohl vorschlagen, zumal zwischen meiner Heimatstadt Nürnberg und Ihrer Stadt ja durchaus gute Beziehungen herrschen. Bisher war ich jedoch nur von grünen KollegInnen vor Ort eingeladen, ein Besuch im Rathaus ist aber sicher nachholbar. Mit freundlichen Grüßen Christine Stahl Erstellt am
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