"Nein zu Gewalt an Frauen"
NEUMARKT.
Die Tage um den 25. November sind neben dem 8. März (Internationaler Frauentag) Hauptaktionstage, um weltweit auf Diskriminierung, Unterdrückung und Verfolgung von Frauen aufmerksam zu machen. Im Landkreis Neumarkt geschieht dies erstmals durch eine Fahnen- und Plakataktion.
Die Kampagne stammt von der international agierenden Organisation für Menschenrechte für die Frau, "Terre des Femmes". Unterstützt wird diese Kampagne von der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros (BAG) und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).
Die Aktion "Frei leben ohne Gewalt", die bundesweit im Jahr 2001 erstmals durchgeführt wurde, zieht immer weitere Kreise. Bundesweit wurden im vergangenen Jahr 2100 Fahnen in rund 800 Gemeinden gehisst. Weltweit beteiligen sich 800 Organisationen in rund 90 verschiedenen Ländern, alle mit dem Ziel, ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen. In diesem Jahr steht die Durchführung aller Bemühungen unter dem Motto "Mode, Macht und Frauenrechte".
Sie macht damit auf die zum Teil menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen aufmerksam, unter denen Frauen weltweit Textilien auch für den westlichen Markt produzieren.
In den vergangenen Jahren waren die thematischen Schwerpunkte sexualisierte und häusliche Gewalt und Zwangsheirat. In diesem Jahr werden neben Organisationen auf kommunaler Ebene auch stärker Schulen, Bildungseinrichtungen und die Kirche miteinbezogen.
Im Landkreis Neumarkt haben sich dieses Jahr die Gleichstellungsbeauftragte für Frauen und Männer im Landratsamt, Ingeborg Tursch und Elfriede Zenglein vom Diakonischen Werk Neumarkt, der Thematik angenommen, um auch hier jeglicher Gewalt an Frauen und Mädchen vehement entgegenzutreten.
Mädchen und Frauen können in jeder Lebensphase unterschiedlichen Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt sein. Dies kann im engsten Familienkreis geschehen, am Arbeitsplatz, im Freizeitbereich und im alltäglichen Leben. Die Diskriminierung läuft oft verdeckt und subtil ab. Sie ist nicht nur ein Problem von Entwicklungsländern, sondern geschieht Tag für Tag auch in unserer Gesellschaft, oft in unserer direkten Nachbarschaft. Nur ein kleiner Prozentsatz wird davon offenkundig. So schätzen z.B. die UN, dass ein Viertel aller Frauen weltweit sexuellem Missbrauch und Gewalt im eigenen familiären Umfeld ausgesetzt sind.
Mit dieser Fahnen- und Plakataktion wird auf die Situation der Frauen auch im Raum Neumarkt aufmerksam gemacht.
Zentrale Forderungen der Aktion "Frei leben ohne Gewalt" sind u.a. die konsequente Strafverfolgung der Täter und eine bessere Opferentschädigung, Gewaltprävention an Schulen, Unterstützung von Beratungseinrichtungen und schließlich die Verbesserung der gesetzlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die ein gleichberechtigtes Miteinander von Frauen und Männern garantieren. Eine zentrale Forderung ist ferner die strikte Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes, das aufzeigt, dass Gewalt keine Privatangelegenheit ist, sondern immer ein Unrecht und strafbar. Mit diesem Gesetz werden die Rechte der Opfer gestärkt und die Täter zur Verantwortung gezogen. Hilfe finden bedrohte Frauen bei den Polizeidienststellen, den Gleichstellungsbeauftragten und in Beratungsstellen.
Die Organisatorinnen hoffen, dass sich bei weiteren Kampagnen z.B. im Jahr 2004
ein Netzwerk mit weiteren Verbündeten gegen Gewalt aufbauen lässt.
Drei Fahnen hängen im Stadtgebiet von Neumarkt, wovon eine, stellvertretend für alle an der Aktion beteiligten Organisationen, vor dem Ostendorfer Gymnasium gehisst wird, da diese als UNESCO-Schule besonders in Frage kommt. Plakate hängen in den den 19 Gemeinden des Landkreises in Kindergärten und Horten, Schulen, Ämtern und Behörden in sozialen Einrichtungen, Bildungswerken und an zentralen Plätzen.
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