"Alte Vorurteile und Unwissenheit"

NEUMARKT. Zur derzeit konträr geführten Diskussion um Windenergie im Landkreis Neumarkt hat jetzt auch der Verein "Regionale Energien" Stellung bezogen. Die Gründe, warum die Windbranche zur Zeit in der Öffentlichkeit auf Kritik stößt, sind nicht selten alte Vorurteile und Unwissenheit, heißt es in einer Presse-Mitteilung.
Experten haben einige Kritikpunkte näher unter die Lupe genommen, heißt es in der Mitteilung weiter.

Windenergie wird staatlich subventioniert
Erdöl, Kohle und Atomkraft sind viel billiger. Die Nutzung der Windenergie wird in Deutschland nicht subventioniert. Zu diesem Ergebnis kam im vergangenen Jahr auch der Europäische Gerichtshof .Vergleicht man einmal die Preise, wird dies schon offensichtlich: Der Windmüller erhält für eine Kilowattstunde Strom derzeit 9 Euro-Cent. Der Verbraucher zahlt aber 14,6 Euro-Cent. Würde die Windenergie subventioniert werden, wäre die Einspeisevergütung sicherlich höher. Milliardenschwere staatliche Zuschüsse fließen dagegen immer noch in fossile Energie-träger wie Kohle. Darüber hinaus gibt es indirekte Subventionen durch die Übernahme des Versicherungsrisikos für die Kernenergie. Auf lange Sicht kommen Kosten durch ein erhöhtes Gesundheitsrisiko im Zusammenhang mit fossilen Energieträgern sowie durch die Entsorgung und die Lagerung von Brennstäben bei der Kernenergie hinzu.

Windenergieanlagen können nur einen minimalen Anteil an der Stromproduktion erreichen
Ende Dezember 2002 drehten sich in Deutschland rund 13.500 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von über 8.750 Megawatt. Im Landkreis Neumarkt stehen neun Windenergieanlagen mit einer Produktion von 14 Mio. kWh. Das sind dezeit ca 9 % des Stromverbrauchs. In einigen Regionen liegt der Anteil der mithilfe von Wind erzeugten Strommenge wesentlich höher: In Ostfriesland sind es über 40 Prozent, in Schleswig-Holstein 22 Prozent. Das Deutsche Windenergie Institut (DEWI) hat in einer Studie für das Bundesumweltministerium ermittelt, dass ein Windstromanteil von 21 Prozent bis zum Jahr 2030 möglich ist.

Windparks machen nur den Besitzer reich
Eine Zwischenauswertung der Windkraftbetreiber zeigt, dass 47,5 Prozent der gesamten installierten Leistung sich aus Bürgerwindparks und Windparks von Betreibergesellschaften zusammensetzen.
Bürgerwindparks werden öffentlich ausgeschrieben, so dass sich jeder z. B. innerhalb einer Gemeinde, in der der Park entsteht, finanziell beteiligen kann. Es wird allgemein begrüßt , dass großflächige Beteiligung möglichst vieler Bürger, zumal auf diese Weise Interesse und Verständnis für die Windenergie gefördert werden. Darüber hinaus profitieren eine ganze Reihe weiterer Gruppen finanziell von der Entstehung eines Windparks. Zulieferbetriebe und beteiligte Bauunternehmen sollen hier nicht berücksichtigen werden. Verpachtet ein Landwirt seinen Boden an einen Windenergieanlagen-Betreiber, so bringt ihm beispielsweise eine E-66 in Abhängigkeit von der Laufzeit 4 bis 6 Prozent von der Einspeisevergütung pro Jahr. Auch die Gemeinden haben finanzielle Vorteile durch Gewerbesteuern, die jeder Betreiber zahlen muss. Wenn man von einem Hebesatz von 380 Prozent ausgeht, bringt eine Anlage des Typs E-66 in 20 Jahren eine Gewerbesteuer von 309.788 Euro.

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