Neues Weichenschwellenwerk eingeweiht
NEUMARKT. Die Pfleiderer AG hat am Dienstag in Brandenburg ein neues Weichenschwellenwerk eingeweiht.
"Der Bahntechnik-Standort Brandenburg/Kirchmöser wird weiter ausgebaut und setzt somit ein hoffnungsvolles Signal für die Region", sagte Dr. Manfred Stolpe, Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen und Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Länder bei der Eröffnung. In dem neuen Werk können jährlich bis zu 100.000 laufende Meter an Betonschwellen hergestellt werden.
Anlässlich der Eröffnung des neuen Werks informierte sich Bundesminister Stolpe über die Fortschritte bei der Entwicklung des rund 400 Hektar großen ehemaligen Reichsbahn-Geländes in Kirchmöser. Im Mittelpunkt stand dabei das geplante BahnCompetenzCentrum, mit dem die Kooperation der Unternehmen in Kirchmöser weiter vertieft werden soll. Dabei soll eine neuartige Testmethode angewendet werden, mit der die bisherigen Test- und Genehmigungszeiten für Fahrwegkomponenten verkürzt werden könnten.
Stolpe betonte, dass mit Hilfe des BahnCompetenzCentrums die Verkehrsindustrie als Schlüsselbranche des Landes Brandenburg weiter voran gebracht werden solle. Er begrüßte die Initiative der Unternehmen in Kirchmöser: "Ich bin überzeugt, dass Ihr Vorhaben nicht nur Fortschritte bei der Entwicklung von Testmöglichkeiten bringt, sondern vor allem eine nachhaltige Regionalentwicklung des Standorts Kirchmöser unterstützt", sagte der Bundesminister.
In dem mit einem Investitionsvolumen von rund 4 Mio. Euro errichteten und ausgebauten Pfleiderer-Werk werden zunächst 25 Mitarbeiter in zwei Doppelspannbetten rund 100.000 laufende Meter Weichenschwellen pro Jahr überwiegend für Spezialweichen und für den Export herstellen.
Neben den Standorten Neumarkt, Langen b. Frankfurt, Gernsbach und Coswig ist Brandenburg-Kirchmöser der fünfte Produktionsbetrieb für Schwellensysteme der Pfleiderer AG in Deutschland, die für den europäischen Markt weitere Werke dieser Art in Spanien, Ungarn und Rumänien unterhält.
Im Stadtteil Kirchmöser der Stadt Brandenburg a.d.H. wird eine seit 1920 als Bahn- und Bahnindustriegelände genutzte Fläche seit einigen Jahren gezielt als Standort für bahn-affine Unternehmen mit Schwerpunkt Fahrweg und Schnittstelle Rad-Schiene positioniert, gefördert und ausgebaut.
Neben dem Forschungs- und Technologiezentrum (TZF) der DB Systemtechnik und dem Bahn-Umwelt-Zentrum der DB AG sind bereits zahlreiche Unternehmen der Branche vor Ort präsent. Für das Jahr 2003 sind fünf weitere Neuansiedlungen zu verzeichnen. Das Land Brandenburg und die Stadt fördern die weitere Revitalisierung des Standortes, u.a. durch die Einsetzung von Standortbeauftragten, ein gezieltes Regionalmanagement sowie durch Fördermittel für eine umfassende Modernisierung der Infrastruktur. Dazu Andreas Wolf, Kirchmöser-Beauftragter der Landesregierung Brandenburg: „Land und Stadt begrüßen die Entscheidung der Pfleiderer AG zur Errichtung des neuen Schwellenwerkes in Kirchmöser besonders, nicht nur weil damit ein Zeichen gesetzt wird, sondern weil das am Standort vorhandene Synergiepotenzial ausschlaggebend war.“
Diese Rahmenbedingungen waren für die Pfleiderer track systems ausschlaggebend für ihre Entscheidung, durch ein neues Weichenschwellenwerk in Brandenburg-Kirchmöser ihre Kapazitäten bedarfsgemäß zu erweitern und die logistischen Vorteile sowie weitere Synergiepotenziale durch eine enge Zusammenarbeit mit dem ansässigen Weichenwerk der BWG Gesellschaft mbH & Co. KG zu nutzen. Das Tochterunternehmen des österreichischen voestalpine-Konzerns hatte erst zu Beginn des Jahres 2003 seine Kapazitäten im Werk Brandenburg durch den Bau einer zusätzlichen Produktionshalle erweitert.
Dazu Hans Bachmann, im Bereichsvorstand der Pfleiderer track systems für Marketing und Vertrieb zuständig: „Ein effizientes Supply Chain Management entwickelt sich auch bei der Beschaffung von Bahnoberbaukomponenten zunehmend zu einem Schlüsselfaktor im internationalen Wettbewerb. Eine ganzheitliche Optimierung der Prozesse entlang der Wertschöpfungskette stärkt die Performance von Lieferanten und Kunden gleichermaßen.“
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