12.000 Zeitungen in fünf Tagen gesichtet

NEUMARKT. Die Vorbereitungen für die Verfilmung bzw. Digitalisierung der älteren Jahrgänge des Neumarkter Tagblatts sind wieder einen großen Schritt vorangekommen. Vor kurzem hat Stadtarchivar Dr. Frank Präger in der Staatsbibliothek München die dortigen Bestände auf ihre Vollständigkeit geprüft. Auch einen interessanten Fund konnte er dort ausfindig machen. So soll laut einer Pressemeldung aus den gesichteten Zeitungen Adolf Hitler am 7.6.1935 ein zweites Mal in Neumarkt gewesen sein.

Um später eine chronologisch einwandfreie Verfilmung der Zeitungen zu gewährleisten, musste bei der Sichtung auch darauf geachtet werden, dass die Zeitungen in der richtigen Reihenfolge gebunden waren. So waren in fünf Arbeitstagen die Jahrgänge von 1899 bis 1938 sowie einige Monate der Jahre 1944/1945, insgesamt etwa 12.000 Zeitungen durchzublättern. Frau Dr. Schipper von der Staatsbibliothek hatte alle großformatigen Bände eigens für diese Aktion aus dem Nebendepot in Garching in die Ludwigstraße transportieren lassen. In einem der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglichen Arbeitsbereich im Keller der Staatsbibliothek konnte Dr. Präger die Zeitungen durchsehen. Angesichts der knappen Zeit und der großen Menge an Arbeit blieb wenig Gelegenheit, einen Blick auf interessante Artikel zu richten.

Ein Fund soll an dieser Stelle aber nicht vorenthalten werden. Dem Stadtarchivar war schon öfter die Frage gestellt worden, wie oft Adolf Hitler Neumarkt besucht hätte. Manche behaupten, es wäre nur einmal am 29. Oktober 1933 geschehen. Nun kann ein zweiter Besuch am 7. Juni 1935 als gesichert festgehalten werden: An diesem Tag kam er zu einem - so zumindest die Pressemitteilung - unangemeldeten Kurzbesuch zum Denkmal von Dietrich Eckart im Stadtpark und zu einem Mittagessen in der Gastwirtschaft Lammsbräu. Obgleich unerwartet, hätten dennoch Hunderte Neumarkter den Gast auf dem Marktplatz willkommen geheißen.

Es ist damit zu rechnen, dass mit der Verfilmung und Nutzbarmachung der zur Zeit im Stadtarchiv fehlenden Bände aus den 1930er Jahren manches neue Detail zur Neumarkter Geschichtsschreibung dieser Zeit hinzugefügt werden kann. Als nächstes sollen nun die fehlenden Ausgaben bzw. Jahrgänge in anderen Bibliotheken oder Archiven ausfindig gemacht werden, um eine möglichst vollständige Verfilmung zu erreichen.

Nach der Berechnung des zu verfilmenden Bestandes werden dann Kostenvoranschläge eingeholt. An ihrer Höhe und den zur Verfügung stehenden Mitteln orientiert sich dann die exakte Planung der Dauer und des Umfangs der zu verfilmenden Bestände. Es wird wohl noch etwas Wasser die Schwarzach hinunterfließen, bevor das Projekt beendet sein wird. Zum Vergleich: Die Verfilmung Eichstätter Zeitungen - allerdings hier von 165 Jahrgängen - dauerte drei Jahre.

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