OB nimmt "abschließend" Stellung

NEUMARKT. In einem Offenen Brief hat Oberbürgermeister Alois Karl die Angriffe der Fraktionsgemeinschaft Flitz/Grüne zum Thema Stadtpark zurückgewiesen. Als "Betreff" wurde gewählt: "Abschließende Stellungnahme: Stadtpark"

Wir veröffentlichen den Brief nachfolgend im Wortlaut:


Sehr geehrter Herr Madeisky,

es bleibt jedem unbenommen, für oder gegen Vorhaben der Stadt zu sein und diese Absicht in der Öffentlichkeit auch kund zu tun. Aus der Sicht der Stadt ist es allerdings unangenehm, wenn Mitglieder des Stadtrates Aussagen treffen, die den Anschein von Tatsachenbehauptungen erwecken, um ein Vorhaben in Misskredit zu bringen. Dies geschieht augenblicklich beim Thema "Stadtpark und Fischer-Museum".

Leider haben auch Sie sich in die Reihe derer eingeordnet, die unkorrekte Verlautbarungen, die man tagtäglich lesen kann, abgeben.

Entweder handeln Sie in Unkenntnis über die tatsächlichen Gegebenheiten im Zusammenhang mit dem Stadtpark und den dort vorgegesehenen Entwicklungen, was unangenehm für ein Mitglied des Stadtrates ist, weil er sich selbst der Unwissenheit bezichtigen müsste, oder - was schlimmer wäre - er würde wider besseren Wissens die Tatsachen verkehren.

Zum Gesamten möchte ich noch einmal klar stellen und bitte Sie, dies auch künftig so verwenden zu wollen:

Der Neumarkter Stadtpark bleibt weiterhin bestehen, er soll nach dem Willen des Stadtrates nach jetzt etwa 80-jährigen Bestehen gestaltet werden.

Hierzu gehört gewiss auf der einen Seite ein kleiner Eingriff neben dem Stadtmuseum in einer Größenordnung von weniger als 600 qm, später ein möglicherweise weiterer Eingriff von 1.100 qm (genaueres kann man erst nach dem Abschluss des augenblicklich laufenden Architektenwettbewerbes sagen), um eine Stadthalle bei den früheren "Häusern Thumann" und der Mühlstraße zu errichten.

Weder von Ihrer Seite noch von anderen interessierten Kreisen wird in diesem Zusammenhang aber der Wahrheit die Ehre gegeben, wenn verschwiegen wird, dass an Stelle der 1.700 qm Eingriffsfläche, eine Erweiterung des Stadtparkes um zusätzlich 3.250 qm vorgesehen ist.

1. Per Saldo ist es also so, dass der Stadtpark selbstverständlich nicht aufgelassen wird, auch nicht - selbst wenn Sie den Anschein immer wieder erwecken - verkleinert sondern vergrößert werden soll.

2. Ziel unserer kommunalen Politik ist es, den Stadtpark in seiner Gesamtheit zu attraktivieren, ihn markant zu gestalten. Er soll sein augenblickliches Schattendasein verlieren, und soll zu einem Anziehungspunkt, zu einem Magneten für die Bürger unserer Stadt werden. Der Stadtpark hat in seiner bisherigen Form nicht die Funktion eines innerstädtischen Erholungsraumes. Gerade dies möchten wir gestalten und ähnlich wie beim LGS-Park den Bürgern unserer Stadt einen weiteren Park zur Verfügung stellen, der attraktiv ist, um als innerstädtischer Erholungsraum angenommen zu werden.

3. Eine besondere Attraktivierung des Stadtparkes sehen wir darin, den Leitgraben nicht mehr durch die Papierfabrik zu leiten, ihn aus seiner Verrohrung heraus zu holen und im Stadtpark als offenes Gewässer zu zeigen. Gerade dadurch wird der Park außerordentlich gewinnen.

4. Zur Gestaltung der Stadt gehört auch, dass Parkanlagen in den Städten fortentwickelt und aufgewertet werden, auch für künftige Generationen in besserem Zustand übergeben und erhalten werden.

Auch eine von der Mehrheit des Stadtrates angedachte Einbringung einer Tiefgarage unter der Wiese des Plateaus des Stadtparkes kann diesem generellen Interesse Rechnung tragen.

Wenn dort eine Tiefgarage entsteht, wird keiner der schützenswerten Eichen an der Nordseite des Stadtparkes, an der Seite der Mühlstraße, irgend einen Schaden nehmen.

Wir wollen vielmehr, dass die Kraftfahrzeuge unter der Erde verschwinden und die Oberfläche für die Menschen nutzbar bleibt und zum wertvollen Erholungsraum wird.

Die dort eingebrachten Tiefgaragenplätze werden der Innenstadt, unserem Zentrum, dem gesamten Kulturviertel dienen, ebenso der Mädchenrealschule, gewiss auch dem Freibad.

In diesem Kontext haben Sie die Dinge vielleicht noch nicht beachtet, dies wäre sicherlich ganz gut.

5. Bei den Eingriffen in die bestehende Pflanzenwelt wird außerordentlich behutsam vorgegangen. Wir haben zur grünplanerischen Gestaltung die deutschlandweit anerkannte Freiflächenarchitektin Hochrein beauftragt, Konzepte vorzulegen. In der letzten Sitzung hat Frau Hochrein bereits erste Planungen vorgestellt. Frau Hochrein wird ihre Vorarbeiten auch in weiteren Sitzungen, unter anderem auch in einer von mir eingerufenen Bürgerversammlung, vorstellen.

Der von Ihnen erweckte Eindruck, als würden großflächige Bäume zu Gunsten des Fischer Museums gefällt, ist völlig abwegig.

Seit Monaten haben wir die größeren, erhaltenswerten Bäume aus dieser Ecke des Stadtparkes weg gepflanzt und an anderer Stelle wieder neu eingesetzt, lediglich sechs kernfaule Weiden, die gewiss dem Erholungscharakter des Stadtparkes nicht dienlich waren, wurden gefällt und nicht ersetzt.

Wenn Sie dem gegenüber halten, dass wir in den letzten Jahren hunderte von Bäumen neu gepflanzt haben, müsste ihr Schmerz leicht verwunden werden können.

Ich hoffe, dass ich durch diese Informationen Ihnen mehr Klarheit über die Vorhaben der Stadt im Stadtpark gebracht habe und hoffe, dass Sie einsehen, dass wir den Stadtpark genauso wie jeder in Neumarkt nicht nur erhalten, sondern vergrößern wollen und ihn zudem attraktivieren und verbessern werden. Diese so fomulierten Ziele meiner Kommunalpolitik habe ich mehrfach dargestellt, es schien mir nötig, Ihnen die Dinge noch einmal in schriftlicher Form zukommen zu lassen.

Nachdem ich die Überlegungen jetzt zum wiederholten Male dargestellt habe, bitte ich um Verständnis, wenn ich mich in dieser Sache dann nicht weiter äußern werde, selbst wenn weiterhin Unkorrektheiten oder gar Unwahrheiten verbreitet werden.

Ich bitte außerdem darum, dass Sie sich an Diskussionen dieser Qualität dann nicht mehr beteiligen.

Mit freundlichen Grüßen,

(A. K a r l)
Oberbürgermeister

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