Der OB als Torte

NEUMARKT. Der Oberbürgermeister feiert 25jähriges Jubiläum ? Journalisten runzelten die Stirn, erinnerten sie sich doch noch ziemlich gut an seine erste Wahl vor 13 Jahren.

Doch Bürgermeister Emil Silberhorn klärte in der Bauauschuß-Sitzung am Dienstagabend auf: Natürlich werde da auch seine Dienstzeit im Neumarkter Rathaus als Rechtsrat und Oberrechtsrat dazugezählt.

Und so wurde doch noch eine große Jubiläumstorte mit dem (eßbaren !) Abbild des OB unter die Mitglieder des Bausenats verteilt. Das Antlitz des Stadtoberhaupts blieb dabei übrigens lange Zeit unangetastet: "Ich trau ma da nicht neischneiden!", flüsterte eine der Damen, die mit der Kuchen-Verteilung beauftragt war.

1978 begann Karls Karriere im Neumarkter Rathaus - beruflich und politisch. In diesem Jahr startete er seine Tätigkeit als Rechtsrat der Stadt, zog aber gleichzeitig auch als gewählter Stadtrat ein. 1985 wurde Karl Oberrechtsrat und 1990 wurde er von den Wählern als oberster Chef im Rathaus bestimmt. Damals erhielt er übrigens 58,19 Prozent der Stimmen. Sechs Jahre später waren es schon 61,7 Prozent und im letzten Jahr konnte er bei seiner Wiederwahl dieses Ergebnis mit 62,85 Prozent noch einmal toppen.

Karl-Heinz Brandeburger gratulierte für die SPD-Fraktion feinsinnig mit einem "Roten Stoiber", einer Flasche Rotwein des Mistelbacher Weinbauern Stoiber. Auch Vertreter der UPW gratulierten dem OB mit Handschlag. Grünen-Stadtrat Gloßner blieb sitzen.

Bürgermeister Silberhorn zählte dann noch kurz die Errungenschaften der Stadt in Karls Amtszeit auf und stellte hier vor allem die Landesgartenschau heraus.

Im Anschluß an die Sitzung traf man sich noch zu einer Brotzeit - allerdings nicht wegen Karls Jubiläum, wie der OB klar stellte. Diese Brotzeit war schon vorher vereinbart.

Ein kleines Bonmot am Rande: Traditionell wurde der Ort der Brotzeit erst in der Sitzung bekanntgegeben. Damit wollte man verhindern, daß der eine oder andere Stadtrat die offizielle Sitzung sausen ließ und gleich am feuchtfröhlichen Ort auf das Eintrudeln der pflichtbewußten Stadtratskollegen wartete. In der Vergangenheit soll das schon vorgekommen sein, hieß es...

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