|
|
|
|
Mit fremden Federn
geschmückt? NEUMARKT. Offensichtlich mit fremden Federn
schmückt sich die Bürgerinitiative Billi, wenn sie den Eintritt der Stadt
Neumarkt in den Agenda-Prozess als eigenen Erfolg reklamiert, heißt es aus dem
Rathaus. Aus Sicht der Stadtspitze hat Billi in den Jahren ihres Bestehens
keinerlei positiven und konstruktiven Spuren in der Stadt hinterlassen. Der
einstimmige Entschluss des Stadtrates für den Agenda-Prozess geht in
allererster Linie auf den überaus engagierten und überzeugenden Einsatz der
Agenda-Beauftragten des Stadtrates Ruth Dorner zurück. Erst seit Mai 2002 im
Stadtrat hat sie viel Arbeit in diese Aufgabe investiert und dem Prozess den
nötigen Schwung verliehen. Zusammen mit
dem externen Berater Ralf Klemens Stappen und dem Strategieteam hat sie unzählige
Gespräche geführt und die einzelnen Schritte geplant. Die Klausurtagung des
Stadtrates am 9.11.2002 war dabei eine erste wichtige Station. Auch Gespräche
über Verzahnungsmöglichkeiten mit lokalen Gruppen wurden von Dorner und
Stappen bereits aufgenommen, wobei Pro Neumarkt seine Unterstützung schon
erklärt hat. Schwieriger
sei das Gespräch mit Billi verlaufen. So sei bislang keine eindeutige Aussage
zur Beteiligung Billis am Agenda-Prozess erfolgt, wie Stappen und Dorner
berichteten. Einige Billi-Verantwortliche hätten zwar Gesprächsbereitschaft
signalisiert, während andere ihnen gegenüber vehement gegen das Vorgehen der
Stadt opponiert hätten und dieses ablehnen. Daher ist derzeit noch fraglich,
ob eine Verzahnung mit Billi so wie bei Pro Neumarkt zustande kommen wird. Als verzerrend
ist außerdem anzusehen, dass Billi-Vertreter in der Öffentlichkeit immer
wieder den Eindruck erwecken, der Agenda-Prozess bedeute einzig und allein
Bürgerbeteiligung bei städtischen Projekten. Tatsächlich taucht diese im
Forderungskatalog der mit der Konferenz in Rio angestoßenen Agenda 21 gar
nicht auf, wie Stappen heute noch einmal hervorgehoben hat. Auch die
Kritik von Billi an der Wahl des Ingolstädter Modells als Anhaltspunkt für
die Vorgehensweise in Neumarkt zeigt, dass die Billi-Vertreter eine
vorgefasste Vorstellung von Agenda besitzen, die zudem an den eigentlichen
Realitäten vorbei geht. Schließlich favorisieren die Billi-Vertreter einen
Agenda-Prozess, der auf Anschauungen beruht, die anderswo schon nicht funktioniert
haben. Das
Ingolstädter Modell dagegen bietet einige wichtige Vorteile. Zum einen kann
so auf einen bereits vorhandenen Fundus an Methoden aufgebaut werden, die
sich als praktikabel für den Prozess erwiesen haben. Zum anderen ist das
Ingolstädter Modell eines der wenigen in Städten praktizierte Modell, das bei
solch größeren Einheiten überhaupt zu umsetzbaren Ergebnissen geführt hat.
Nicht umsonst wurde es bei der Konferenz in Johannesburg als Modell
vorgestellt. Außerdem ist Stappen immer wieder in europäischen Ländern
unterwegs, um dort dieses Modell zu präsentieren. |
|
|
lesen, was morgen in der Zeitung
steht... |
|