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Neumarkter haben Witz und Geschliffenheit NEUMARKT. Schon vor fast 200 Jahren wurde
versucht, den Charakter der Neumarkter zu beschreiben. Johann Nepomuk von
Löwenthal hat in seinem Buch „Die Geschichte des Schultheißenamtes Neumarkt“
einen genauen Blick auf die Bewohner geworfen. Unter der Überschrift „Von dem
Charaktere der Bürger und von der Bevölkerung in der Stadt Neumarkt“ schreibt
er: „Von einem
Volke, das mit dem Handel umgehe, kann man nichts anderes als Witz,
Geschliffenheit und Wendung in alle Glücks- und Unglücksfälle erwarten. So
sind die Bürger in Neumarkt beschaffen. Selten ärgert sie ein Mißgeschick,
weil sie auf der Stelle über einem Aushilfsmittel brüten. Sie durchschauen
mit einem Blicke die Substanz, den Werth, das Gewicht einer Waare.“ Die Lobeshymne
Löwenthals auf die Neumarkter geht weiter: „Im Schreiben und Rechnen fertig –
greifen sie sogleich in die kleinsten Summen und kalkulieren bis in die
subtilsten Rechnungsbrüche.“ Löwenthal fährt
mit einer Erkenntnis fort, die auch heute noch ihre Gültigkeit haben dürfte:
„Um ein Gewerbs- oder Wirtschaftsprojekt durchzusetzen, werden Tage und
Nächte daran gespannt.“ Schon damals war Neumarkt offensichtlich auch eine
ökonomische Hochburg, denn es heißt: „In der Industrie messen sie sich mit
den ersten Ökonomen.“ Löwenthal
denkt auch darüber nach, woher der besondere Charakter der Neumarkter kommt.
Für ihn steht fest: „Übrigens irrt man sich, wenn man die Geschliffenheit der
Neumarkter von dem Einfluße der Evangelischen und Reformierten herrechnen
will. Lange zuvor wurden sie durch den stäten Umgang mit den Nürnbergern und
anderen Handelsleuten, durch die Verbindung mit den in Neumarkt wohnenden
Edelleuten und durch ihre eigene Abstammung von den ältesten Geschlechtern,
dann durch den daselbst befindlichen Hofstaat der Pfalzgrafen verfeinert.“ |
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