Sternwarte Neumarkt

Bei Castor & Pollux

NEUMARKT. Das Himmelsgrau macht Pause - das wünschen sich zumindest die Kinder, für die die Sternwarte am Freitag um 19 Uhr seine Pforten öffnet. Falls der Hochnebel wie gewünscht fern bleibt, erwartet die jungen Besucher eine bezaubernde Winternacht.

Wer in den frühen Stunden des Abends den knirschenden Schnee unter seinen Schuhen verspürt, der wird möglicherweise erschreckt zusammen zucken. Nicht weil es ein Freitag, noch dazu der 13. ist, sondern weil im hellen Schnee unvermittelt ein dunkler Schatten durch das Blickfeld huscht. Der Schreck vergeht so schnell wie er gekommen ist, wenn man die Ursache des Schattens, die eigene dunkle Gestalt, erkannt hat.

In der Verlängerung des Schattens hat man schnell den Mond als Lichtquelle ausgemacht. Vielleicht fällt es erst jetzt auf, wie prächtig hell und steil er am Nachthimmel steht. Am vergangenen Sonntag führte sein Weg nahe an unserem Planetennachbarn Mars vorbei. Die beiden gaben ein ungleiches, aber prächtiges Paar ab - der Mond übergroß im hellen fahlen Licht, der Mars klein und zierlich. Im direkten Kontrast sticht die rötliche Färbung unseres kosmischen Nachbars besonders hervor.

Inzwischen hat sich unser Erdtrabant weiter durch den Widder und den Stier in die Zwillinge bewegt, und ist zum Vollmond herangewachsen. Bei seiner Flucht vor der Sonne begegnet er am Freitag-Abend dem kosmischen Zwillingspaar Castor & Pollux, die zusammen ein herrliches Dreieck abgeben.

Man blickt nahezu aus derselben Richtung auf den Mond wie unsere Sonne. Krater und Wälle scheinen sich in der Mondoberfläche aufzulösen, dafür zeigt seine Oberfläche sternförmige Strukturen - Staubspuren, die bei einem Meteoritenschlag mehrere tausend Kilometer aus dem Einschlagskrater herausgeschleudert wurden.

Es gibt wohl kaum etwas bezaubernderes, als eine vom Vollmond erleuchtet Schneelandschaft. Leider verblasst vor dieser strahlenden Herrlichkeit der winterliche Sternenhimmel. Aber immer noch ist der Himmel dunkel genug, um die mächtige Himmelsgestalt, den Orion mit seinem prächtigen Nebel zu entdecken. Auch die Andromedagalaxie hat gute Chancen von den jugendlichen Beobachtern als blasser, übergroßer Nebel entdeckt zu werden.
12.01.06

Filme und Fernrohre

NEUMARKT. Kinderprogramm und Sonnenfinsternis - wir veröffentlichen das Quartalsprogramm der Volkssternwarte.

13.Jan 19:00 "Die Zwillinge Castor und Pollux bekommen Besuch vom Mond";
Kinderprogramm mit Teleskopbeobachtung
20.Jan 20:15 "Unser Sonnensystem" - Film;
bei klarer Sicht zusätzlich Himmelsbeobachtung
27.Jan 20:15 "Blue Planet" - Film;
bei klarer Sicht zusätzlich Himmelsbeobachtung
03.Feb 19:00 "Theophilus - ein Mondkrater mit einer Treppe für Riesen";
Kinderprogramm mit Teleskopbeobachtung
10.Feb 20:15 "Die Sterne" - Film;
bei klarer Sicht zusätzlich Himmelsbeobachtung
17.Feb 20:15 "Meteoriten - Gefahr aus dem All?";
Vortrag von Richard Pragner
24.Feb 20:15 Himmelsbeobachtung
03.Mrz 19:00 "Saturn im Krebs, Mars im Stier und ein Mond im Widder"
Kinderprogramm mit Teleskopbeobachtung
10.Mrz 20:15 "Dunkle Materie - Rätsel unseres. Universums";
Vortrag von Hans-Werner Neumann
17.Mrz 20:15 "Ringförmige Sonnenfinsternis über der Iberischen Halbinsel";
von Bernhard Krauss (mit Vorschau auf die Sofi vom 31.03.)
24.Mrz 20:15 "Jordanien - unendlich mehr als Wüste";
Ein Reisebericht von Götz Scheithauer
29.Mrz 20:15 Beobachten Sie mit uns die partielle Sonnenfinsternis;
die Öffnungszeiten entnehmen Sie aktuell neumarktonline
31.Mrz 20:15 "Infernalische Sonne" - Film;
bei klarer Sicht zusätzlich Himmelsbeobachtung

Bei klarer Sicht kann während und nach den Veranstaltungen der Nachthimmel beobachtet werden.

Link zum Thema: www.sternwarte-neumarkt.de
09.01.06

"Mann des 20. Jahrhunderts"

NEUMARKT. Ohne Superlativen zu sehr zu strapazieren, kann Albert Einstein als populärster Wissenschaftler aller Zeiten gewertet werden. Am Freitag würdigt Hans-Werner Neumann in seinem Vortrag in der Sternwarte um 20.15 Uhr das Leben und Wirken des bedeutendsten Physikers aller Zeiten.

Albert Einstein veröffentlichte im Jahr 1905 fünf bahnbrechende Arbeiten, von denen jede einen Nobelpreis verdient hätte. Einstein beeinflusste damit wesentlich die Entwicklung der Quantenmechanik, des Lasers und vor allem der Atomphysik.

Im November 1915 entdeckt er die Gleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie. Diese ist vielleicht die größte theoretisch-wissenschaftliche Leistung, die je einem einzelnen Menschen gelungen ist. Seine spezielle und allgemeine Relativitätstheorie hat eine Revolution im physikalischen Weltbild des 20. Jahrhunderts hervorgerufen - sie machte Schluss mit den vertrauten Vorstellungen von Raum und Zeit.

Durch den Erfolg der britischen Sonnenfinsternisexpedition 1919, die seine Theorien bestätigten, gewann Einstein große Publizität - Albert Einstein wurde von der Zeitschrift Times zum "Mann des 20. Jahrhunderts" gewählt. Die Welt sah in ihm einen Medienstar, eine Ikone und Legende.

Nachdem 1933 die Nationalsozialisten die Macht ergriffen hatten, kehrte der jüdisch-stämmige Einstein von einer Auslandsreise nicht mehr zurück; die USA nahmen ihn mit offenen Armen auf. "Ich habe gehört, die Nazis haben 50.000 Reichsmark auf meinen Kopf ausgesetzt - ich wusste nicht, dass ich so teuer bin!" so kommentierte Einstein seine Entscheidung.

Er arbeitete seit dieser Zeit am Institute for Advanced Physics in Princeton und engagierte sich für Frieden und Abrüstung auf unserer Erde. Sein Eintreten für die Entspannung der Weltlage verschafften ihm nach dem 2. Weltkrieg überall größte Anerkennung.

Seine unvergleichliche Popularität begründet sich hauptsächlich darin, dass er nicht einer jener abgerückten, menschenscheuen Wissenschaftler war, die neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit keine weiteren Interessen pflegten. Einstein musiziert leidenschaftlich gern mit seiner Violine und seinem Klavier - auch mitten in der Nacht. Für Freunde dichtete er regelmäßig und bewies seine ausgesprochene Wortgewandtheit, seinen Humor und Ironie. Seine berühmte Haarpracht begründet er - "wenn ich meine Haare nicht schneide, habe ich auch nicht das Gefühl, ich müsste zum Frisör".

Diejenigen, die sein Leben begleiteten, bestätigen, dass er in vielen Bereichen Zeit seines Lebens ein Kind geblieben ist, was sich im familiären Bereich nicht immer reibungslos gestaltete. Kinder hinterfragen Dinge, die für Erwachsene selbstverständlich sind. Albert Einstein bewahrte sich die kindliche Neugier, das unermüdliche Hinterfragen der Dinge, die für die Mehrzahl der Menschheit eine Selbstverständlichkeit blieb.

Im Vortrag werden Einsteins wichtigste Erkenntnisse in einfacher Weise, also auch für Nichtphysiker anschaulich und verständlich dargestellt.
28.09.05

Jagd nach dem Mond-Schatten

NEUMARKT. Sonnenfinsternisse sind das Thema eines Vortrages von "Eclipse Chaser" Harald Liederer am Freitag in der Sternwarte.

Um 20 Uhr beginnt in der Sternwarte Neumarkt am Höhenberg der Vortrag "Auf der Jagd nach dem Schatten des Mondes".

Natur, Reisen und Astronomie bzw. Astrofotografie hat schon seit Kindheit an zu den beliebtesten Dingen gezählt, die Harald Liederer interessierten. Diese Hobbys miteinander zu verbinden ist sein großes Ziel geblieben. Doch als er 1998 die erste totale Sonnenfinsternis in der Karibik erlebte, war der Weg geebnet, in Zukunft dem Schatten des Mondes hinterher zu reisen. Der Vortrag beginnt deshalb mit einem Überblick sämtlicher in der Zukunft liegender und interessanter totaler Sonnenfinsternisse. Dabei wird festgestellt, dass der sogenannte "Sofi-Virus" in die interessantesten Gebiete unserer Erde führen kann.

Eingegangen wird selbstverständlich im Detail über die "Totale" im März 2006. Anhand eines genauen möglichen Zeitablaufes für den 29. März 2006 werden die Phänomene einer Sonnenfinsternis genauestens unter die Lupe genommen. Zwischen Antalya und Alanya (Türkei) ist der etwa 100 Kilometer breite Totalitätsstreifen.

Eine Reiseroute zu Land über die Balkanstaaten (klassische Gastarbeiterroute) oder per Seeweg mit der Fähre, diese beiden Varianten werden beleuchtet, welche Möglichkeit letztendlich mit eigenen speziellen Expeditionsfahrzeugen in Betracht gezogen werden, diese Finsternis zu bereisen, wird anschließend bekannt gegeben - und selbstverständlich darf dabei das Abenteuer in der Natur nicht zu kurz kommen!

Dabei fließen natürlich aktuelle Infos zur jeweiligen Situation an den Grenzen mit ein. Behandelt wird ausführlich die Wetterproblematik, wobei die Wahl des richtigen Beobachtungsplatzes an die Wetterproblematik anknüpft.

Eine weitere Rubrik wird das Instrumentarium sein. Welche Optik, welche Kameras, welche Zeiten. Und die Vorstellung der Fahrzeuge ist selbstverständlich obligatorisch.

Dabei werden immer wieder spektakuläre Bilder von den vergangenen Finsternisreisen von 1996 (Österreich/Pitztaler Jöchl, partielle Sonnenfinsternis), 1998 (Guadeloupe, totale Sonnenfinsternis), 1999 (Ungarn, totale Sonnenfinsternis), 2001 (Sambia, Zimbabwe, South Africa, totale Sonnenfinsternis) gezeigt.

Der Vortrag soll den Besucher die Schönheit dieses Himmels- bzw. Naturschauspiels schmackhaft machen. Denn dies wird zweifellos für uns Europäer für die nächsten Jahre die Letzte leicht zu erreichende "Total Eclipse" sein.
14.09.05


Anfang ... 70 - 71 - 72 - 73 - [74] - 75

zurück

Telefon Redaktion

Burgis

Stadt Neumarkt

Link zum Landkreis Neumarkt

MdEP Albert Deß

Link Jurenergie

neumarktonline - die Internet-Tageszeitung. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Neumarkt in der Oberpfalz im Internet
ISSN 1614-2853
17. Jahrgang