Sternwarte Neumarkt

34 Prozent verdeckt

NEUMARKT. Wieviel kriegen die Neumarkter mit von der Sonnenfinsternis am Mittwoch ? In der Sternwarte hofft man auf gutes Wetter.

Sonne, Wolken und Regen wechseln in kurzer Folge - typisches "Aprilwetter". Auch wenn er noch nicht da ist, so macht der April seinem Namen schon jetzt alle Ehre. Strahlt am Mittwoch zwischen 11.43 und 13.44 Uhr die Sonne, verdecken dicke Wolken ihre Strahlen oder regnet es sogar? Eine Frage, die wohl erst gegen 14 Uhr nach der partiellen Sonnenfinsternis endgültig beantwortet werden kann. Bei Aussicht auf einen klaren Himmel wird die Sternwarte in dieser Zeitspanne geöffnet sein.

In der Türkei und in weiten Bereichen Afrikas entwickelt sich dieser außergewöhnliche Neumond zum Megaereignis - der Neumond wird als totale Sonnenfinsternis zu erleben sein. In Neumarkt wird der Mond die Sonne um 13.44 Uhr um etwa 34 Prozent abdunkeln.

Wer in dieser Zeit seinen Blick auf den Asphalt, die umliegenden Häuser oder auf andere Passanten richtet, wird von der Verdunkelung nicht viel wahrnehmen - zu gering ist der Helligkeitsunterschied zu einer Wolke, die sich vor die Sonne schiebt. Wer das Geschehen jedoch durch ein speziell ausgerüstetes Teleskop oder durch eine spezielle Sonnenfinsternisbrille verfolgt, auf den wartet ein reizendes Himmelsschauspiel.

Auf der Sternwarte kann während einer langen Mittagspause dieses Naturschauspiel durch ein Teleskop mit Spezialfolie und ein Teleskop mit Protuberanzenfilter verfolgt werden.
28.03.06

Mehr als Wüste

NEUMARKT. Am Freitagabend berichtet Götz Scheithauer um 20.15 Uhr in der Sternwarte in Wort und Bild über eine Reise durch das Natur- und Kulturparadies Jordanien.

Die Reise mit dem Mietwagen begann im Norden von Jordanien und führte bis in den Süden zum Golf von Akaba. Den Ausgangspunkt der orientalischen Reise bildete Amman.Im Namen der Millionenstadt lebt die Erinnerung an den bereits im Alten Testament erwähnten Volksstamm der Ammoniter fort.

Seit der Alt- und Jungsteinzeit war das Gebiet von Menschen besiedelt. Der hellenische Herrscher von Ägypten Ptolomäus II Philadelphos, (258 - 246 v. Chr.), nannte die Stadt selbstbewusst Philadelphia. 63 v. Chr. wurde Philadelphia bedeutendes Mitglied der Dekapolis und kam 106 n. Chr. zur römischen Provinz Arabia. Aus dieser Epoche stammen zahlreiche klassische Bauwerke u. a. das beeindruckend gut erhaltene Amphitheater.

Weiter führt die Reise in östlicher Richtung zu den Wüstenschlösser der Omaijaden. In eine karge Landschaft eingebettet dienten die zum Teil noch gut erhaltenen Gebäude dem Schutz der Karawanen, als Unterkunft für Jäger oder als Landhaus der Kalifen.

Eins von ihnen ist Qasr al-Harrana. In einer weiten ebenen Steinwüste erheben sich vollkommen unvermittelt festungsartige Mauern in die Höhe. Trotz der wuchtigen Architektur wirkt das von vier runden Ecktürmen flankierte Schloss zierlich, wie eine Miniatur.

Vollkommen verschieden wirkt das Wüstenschloss Qusair Amra, das sich in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes eingliedert. An einem flachen Wadi, das mit grünem, wenn auch kargem Bewuchs überrascht, liegt ein niedriger zierlicher Bau mit Kuppel und Gewölben. Im Inneren fasziniert eine verschwenderische Bemalung die Wände, Decken und Gewölbe.

Weitere Stationen der Reise bilden die antike Stadt Gerasa, die römischen Mosaiken von Madaba und der Berg Nebo. Der Überlieferung nach ist der Berg Nebo jener Berg, von dem aus Moses das gelobte Land sehen durfte, dort aber auch sterben musste, ohne es selbst zu betreten.

Zu den weiteren Höhepunkten der Reise zählen die griechisch-römische Stadt Gadara, das Tal des Jarmuk, der See Genezareth, die Golanhöhen und die berühmte Felsenstadt Petra. Den Abschluss der Reise bildet das Naturschutzgebiet Wadi Rum, einem Wüstenbereich von bezaubernder Schönheit.
23.03.06

Wunderbare Schattenspiele

NEUMARKT. Am Freitag um 20.15 Uhr lässt Bernhard Krauss die Besucher der Sternwarte am möglicherweise "größten Naturschauspiel unter unserer Sonne" teilhaben.

Für viele begann am 11. August 1999 eine Infizierung der besonderen Art. Statt wie üblich den Infekt zu bekämpfen gaben Sie dem Bazillus sogar noch neue Nahrung. Wer am 11. August 1999 die totale Sonnenfinsternis wo auch immer mit eigenen Augen erlebt hat; wer in diesen Augenblicken von einem kalten Schauer übermannt wurde, der kann diese Art von Infizierung nur allzu gut nachvollziehen. Er will dieses grandiose Naturereignis noch einmal, noch bewusster miterleben.

Aus den Tiefen des Alls betrachtet, geben das kosmische Paar Erde-Mond ein wunderbares Gespann ab. Um einen gemeinsamen Schwerpunkt umkreisen sie sich und gemeinsam die Sonne. Aus Sicht der Erde zieht der Mond regelmäßig vor der Sonne vorbei, meist etwas oberhalb der Sonne oder unterhalb. In seltenen Fällen zieht der Mond exakt vor der Sonne vorbei und bringt den scheinbar unermesslichen Lebensstrom der Sonne kurzzeitig zum Stocken. Das direkte Sonnenlicht ist abgeblendet und unser Heimatstern präsentiert seine faszinierende Korona und seine ungezähmten Protuberanzen, die mehrere Hunderttausend Kilometer ins All hinausschlagen.

Zuletzt war dies am 3. Oktober 2005 über der ibererischen Halbinsel der Fall. Der Abstand Erde-Mond war zu diesem Ereignis etwas größer, als im Jahr 1999. Die Scheibe des Monds deckt hierbei die Sonne nicht zu 100 Prozent ab und ließ einen dünnen leuchtenden Ring zurück.

Am 29. März diesen Jahres findet erneut eine totale Sonnenfinsternis über dem Gebiet der Türkei statt. Bernhard Krauss berichtet über die Erlebnisse einiger Sternwartenmitglieder bei der ringförmigen Sonnenfinsternis im Oktober des letzten Jahres und bereitet die Zuhörer auf die kommende totale Sonnenfinsternis in diesem Monat vor.
16.03.06

Das dunkle Rätsel

NEUMARKT. Man nennt sie "Dunkle Materie", keiner weiß, um ihren Aufbau und ihre Zusammensetzung - nur eines steht fest - sie existiert. Hans-Werner Neumann führt am Freitag um 20.15 Uhr in der Sternwarte mit seinem Vortrag die Zuhörer in die Mysterien der "Dunklen Materie ein".

In einer klaren Sternennacht präsentieren sich unzählige Sterne wie leuchtende Stecknadelköpfe am pechschwarzen Himmel; aber sind die pechschwarzen Lücken zwischen den Sternen wirklich leer?

Vor über 20 Jahren entdeckte eine junge amerikanische Wissenschaftlerin, dass Sterne in rotierenden Galaxien scheinbar von einer unsichtbaren Kraft gehalten werden. Vera Rubin vermutete, dass der Raum zwischen den leuchtenden Himmelsobjekten mit unsichtbare Materie, der sogenannten "Dunklen Materie" gefüllt ist. Unbestimmt wie ein Joker, dennoch genau wie ein Puzzlestück in die Lücke passend, hat sich der Begriff "dunkle Materie" heute weltweit durchgesetzt. Inzwischen sind die Wissenschaftler davon überzeugt, dass 90 Prozent aller Materie im Universum unsichtbar ist.

Die Existenz und die Menge der "Dunklen Materie" bestimmt die Dichte des Alls und damit auch über das Schicksal des Universums. Je nach Umfang, dehnt sich das All für alle Zeiten aus, oder stürzt wieder in sich zusammen und verschlingt sich selbst.

Der größte Teil aller "Dunklen Materie" versteckt sich höchstwahrscheinlich in den erloschenen Überresten toter Sterne. Tatsächlich hat man in den äußeren Galaxienschalen solche "Dunkle Materie" nachweisen können, jedoch nicht in ausreichender Konzentration und Menge, um das Phänomen umfassend erklären zu können.

Einige Kandidaten für die "Dunkle Materie" wurden schon eingehend untersucht, wie z. B. das Neutrino, eine faszinierende Energiesalve, die beim radiaktiver Zerfall entsteht. Aber bislang konnte beim Neutrino keinerlei Masse und damit Gravitation festgestellt werden und muss demnach als Kandidat für die "Dunkle Materie" ausscheiden.
09.03.06


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ISSN 1614-2853
17. Jahrgang