Kneipenbühne Oberweiling

Geister im Raum

NEUMARKT. Breeze the Creaze & His Flashy Flunkies (Golly, Jule Weidinger und Henning Frank) stellten am Samstag einem begeisterten Publikum in Oberweiling ihre neue CD "The Ballad Of Josie" vor.

Ach hätte doch Josie gestern Abend in einem der Zuhörerköpfe die erste Live-Präsentation des Gesamtkunstwerks aus Gefühltem, Erlebtem, Gedachtem, Fantasiertem gehört! Erlebbar gemacht durch das im Grunde abstrakte Medium Musik und untermauert mit erstaunlich zurückhaltenden, schlichten Texten scheinen die Geister derer, um deren Schicksal es hier geht, im Raum zu stehen.

Von Anfang an befindet sich der Zuhörer im Sog der mystischen Klänge, um dann mit dem bodennahen, vielmehr untergründigen Geschehen konfrontiert zu werden. Der Blues geht unter die Haut, die berührenden Klänge von Gitarre, Bass, Perkussion, Didgeridoo, Bluesharp und mehr machen die Zuhörer zu Empfängern für eine emotionale aber auch knallhart politische Botschaft.

Viel Arbeit an den Instrumenten und Stimmen war nötig, um die CD „The Ballad of Josie“ für ein Konzert umzugestalten. Alle drei Bandmitglieder haben sich musikalisch stark weiterentwickelt, was sowohl im stimmlichen Bereich, bei den komplizierten Läufen auf Bass und Gitarre, als auch in der mitreißenden Rhythmik zu spüren ist.

Schwer zu entscheiden, nach welcher Gebrauchsanweisung diese Medizin für Herz und Verstand zu genießen ist: Soll man die Story zuerst kennen, dann die mit Charme und gefühlvollem Können vorgetragenen Songs hören und dabei den „Film im Kopf“ vorüberziehen lassen? Wer noch die Chance dazu hat, könnte vielleicht erst einmal nur „Musik hören“ und sich die Eigenkompositionen der drei eigenwilligen Musikerpersönlichkeiten Jule Weidinger, Henning Frank und Golly blank auf die Seele fallen lassen um sich später mit den verschiedenen Facetten der Erzählung, die dahinter steckt, bekannt zu machen.

Roman, Story, Geschichte und Historie, Dichtung, Kritik, schlichter Liedertext, Tanz, Blues (wie er sich gehört und leider zu selten gehört wird), Instrumentalisierung und Interpretation fügen sich zu einem stimmigen Gesamtkunstwerk. Man kann immer wieder von vorne und immer wieder anders auf das „Ding“ zugehen: Die Gedanken (und Emotionen) tanzen Tarantella, bis die Füße blutig sind.

Wer sich anhören möchte, wie zu alledem auch noch ein knarzender Mikrofonständer, ein Eierschneider, eine Pizzabox und ein Wok-Deckel ins Konzept eingebaut werden, der sollte sich schleunigst die CD besorgen. (im Internet oder in der Kneipenbühne)
Katja Barinsky,
Heike Berghofer
Link zum Thema: www.golly.at
18.12.05

Zweite CD präsentiert

NEUMARKT. Am Samstag stellen „Breeze The Creaze & His Flashy Flunkies“ (das neue Bandprojekt des Kulturveranstalters Golly) in Oberweiling ihre zweite CD "The Ballad Of Josie vor.

Dies ist eine musikalisch äußerst reizvolle Reise durch die Geschichte der Popmusik und gleichzeitig eine aus der Feder Gollys stammende durchgängige filmreife Story über Politik, Liebe, Tod und deren unentrinnbare Verstrickungen.

Intelligente Texte und gefühlvolle Musik sind das Markenzeichen von 'Breeze The Creaze & his Flashy Flunkies', einem Trio, das das Wagnis eigener experimenteller Musik eingeht, hoch komplex und dennoch dem Bereich des „Easy Listening“ zuzuschreiben. Dabei verleugnet das Trio seine Wurzeln zur Blues- und Hippiemusik durchaus nicht.

Das Feuilleton einer der größten deutschen Tageszeitungen titelte unlängst: „Songs aus der Tonne“ und urteilte im folgenden: ... „The Ballad Of Josie“ ist ein Konzeptalbum, angesiedelt im schwarzen Unterschichtsmilieu der USA. Erzählt wird in 18 Songs die Geschichte der jungen Josephine, deren Leben genauso tragisch beginnt, wie es endet. Der Plot ist geschickt aus verschiedenen Handlungssträngen sowie diversen Vor- und Rückblenden geknüpft. Das Bild, das hier von Amerika gemalt wird, ist düster, brutal und bar jeder Hoffnung: Am Ende wird der größte Schurke unter den Protagonisten Präsident der Vereinigten Staaten.

Die Songs dazu klingen wie aus der Abfalltonne eines Hinterhofs gekratzt: knarziger Country-Blues, gewagte Bläsersätze, nachtschwarze Balladen, eine Tarantella, ein schlurfender Tango — Tom Waits und Nick Cave stehen Pate. Golly Hertlein bedient alle möglichen und unmöglichen Instrumente, Henning Frank trommelt und Bassistin Jule Weidinger übernimmt mit klarer Stimme den größten Teil der Gesangsparts.“

Kein Kartenvorverkauf, nur Abendkasse, Einlass 20 Uhr, Eintritt 8 Euro.
16.12.05

Bulgar und Khosidl

NEUMARKT. Tänze mit Namen wir „Bulgar“, „Hora“ oder „Khosidl“ gehören der Klezmer-Musik an, der ursprünglichen Tanzmusik osteuropäischer Juden. Sie wurden auf Hochzeiten, bei Geburtstagen, Erntefesten und zu anderen Anlässen gespielt. Bald schon in Amerika heimisch geworden, fanden sie vor allem in der New Yorker Szene einen fruchtbaren Nährboden.

Die Nürnberg-Erlanger Formation Klezmaniaxx konnte am Samstag mit überraschender Authentizität die Atmosphäre dieser lebenslustigen und prallen Musik den Gästen in der – trotz drohenden Eisregens – gut besuchten Kneipenbühne näher bringen. Die fünfköpfige „Blaskapelle“ fetzte durch die Reihen und verbreitete mit lockeren Geschichten und ungekünstelten Publikumsanimationen ungetrübten Frohsinn.

Besonders tat sich dabei Paykelspieler (kleine Pauke) und Drummer Peter „Cerebro“ Riedel hervor, dessen Gestik und Mimik allein schon den Abend wert gewesen wäre. Multiinstrumentalist Udo Schwendler setzte auf Akkordeon, Piccoloflöte, Basstrompete und Posaune Glanzlichter, Rudolf Harder, unermüdlich am Helikon, brachte dem Publikum die Tradition der gehörten Musik näher. Karen Harder an den Klarinetten und Trompeter Petro Grimm sorgten dafür, dass die Ohrwurm-Melodien bei den Zuhörern adäquat ankamen.

Karen Harders leicht angeschrägten Saxophon-Sound kann man sich vor allem in der New Yorker Straßenmusikszene durchaus vorstellen, entbehrt er doch nicht eines gewissen Charmes.

Der musikalische Auszug der Band aus der Kneipe klappte nicht ganz: das Publikum wollte nicht aufhören zu singen und zu klatschen und so mussten die fünf einfach noch einmal zurück auf die Bühne.
04.12.05

Ohne Steckdose

NEUMARKT. Die Klezmaniaxx sind eine Band aus dem Nürnberger Großraum, die sich der Musik der osteuropäischen Juden verschrieben hat.

Das Quintett setzt auf energetische, traditionelle Tanzmusik, wie sie vor dem Zweiten Weltkrieg in den jüdischen Vierteln osteuropäischer Städte zu Hochzeiten und anderen Festlichkeiten gespielt wurde. Authentizität ist der Band wichtig, sie kopiert so gut wie möglich von den Originalen.

Dass es Spaß macht, hört man den fünf sympathischen Musikern bei jeder Gelegenheit an, egal, ob sie auf einem Straßenfest, einer Hochzeit oder in einer Kneipe spielen. Unverstärkt und wenn's sein muss, auch mobil, denn an eine Steckdose lassen sich die "Klezmaniaxx" nicht fesseln.

Die „Klezmaniaxx“, Karen Harder (Klarinette), Rudolf Harder (Susaphon), Anita Bardenbacher (Akkordeon), Marcel Largé (Banjo, Mandoline) und Peter Riedel (Schlagzeug), treten am kommenden Samstag in der Kneipenbühne Oberweiling auf.
29.11.05


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17. Jahrgang