Kirchen

"Solidarität mit Leidenden"

NEUMARKT. (pde) Die Solidarität mit entrechteten, gedemütigten und leidgeprägten Menschen ist für den Eichstätter Diözesanadministrator, Dompropst Johann Limbacher, eine Konsequenz für alle Gläubigen aus der Feier des Karfreitags.

Limbacher predigte bei der Feier der Karfreitagsliturgie im Eichstätter Dom. Er erinnerte daran, dass Christus das Opfer "alles Bösen, was Menschen in dieser Welt einander antun können" geworden sei. Diese könne der Mensch nicht "einfach so zur Kenntnis nehmen". Limbacher erinnerte aber auch daran, dass es nicht bei diesem Opfer blieb: "Der Vater im Himmel, auf den er so sehr seine Hoffnung gesetzt hatte, sein Vater im Himmel hat ihn nicht so elendiglich am Kreuz hängen lassen. Er hat ihn auferweckt in Herrlichkeit."

Der Eichstätter Diözesanadministrator zog für die Gläubigen eine Konsequenz aus dem Geschehen am Karfreitag: "In den Entrechteten, in den Gedemütigten geht der Weg des Leidens unseres Herrn Jesus Christus bis heute weiter." Die Solidarität mit dem Gekreuzigten führt daher nach seinen Worten zur Solidarität mit allen "kreuztragenden Menschen unserer Zeit".
14.04.06

Keine Eucharistie

NEUMARKT. Am Karfreitag gedenkt die Kirche in Gebet und Fasten des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Von „kara“, dem althochdeutschen Wort für „Trauer“ und „Klage“ hat der Tag im deutschen Sprachraum seinen Namen.

Am Karfreitag wird nicht Eucharistie gefeiert: Zur Todesstunde Christi, nachmittags um drei Uhr, versammeln sich die Gläubigen zu einem Wortgottesdienst. Zu Beginn legen sich die Zelebranten vor Gott nieder - ein Symbol der Ergebenheit, das sich im Alten und Neuen Testament wiederfindet. Es folgen Gebete und Lesungen, deren Höhepunkt der gesprochene oder gesungene Leidensbericht nach Johannes ist. Ihm schließen sich die großen Fürbitten an, die auf die Zeit der Apostel zurückgehen. Bei der anschließenden Kreuzesverehrung wird ein verhülltes Kreuz mit dem sich dreimal steigernden Ruf „Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt“ nach und nach enthüllt, und anschließend von den Gläubigen verehrt. Abgeschlossen wird die „Feier vom Leiden und Sterben Christi“ mit einer einfachen Kommunionfeier.

Im Dom zu Eichstätt beginnt die Karfreitagsliturgie mit Diözesanadministrator Johann Limbacher um 15 Uhr. Der Domchor singt bei der Liturgie Motetten und Chorsätze zur Passion von Schroeder, Mendelssohn-Bartholdy, da Victoria, Ingegneri, Mozart, Lotti und Bach.

Karsamstag ist der Gedächtnistag der Grabesruhe. Auf den Altären stehen weder Kerzen noch Blumen noch irgendwelcher Schmuck. Die karge Ausgestaltung der Kirche weist auf Leiden und Tod Jesu hin. Eucharistiefeiern finden nicht statt.
14.04.06

Größer als die Stadt


Geschäftsführender Pfarrer Peter Loos mit der Karte der Evange-
lisch-Lutherischen Kirchengemeinde Neumarkt.
(Zur Vergrößerung der Karte bitte auf das Foto klicken)
NEUMARKT. Gewundert hat er sich schon, der Gemeinderat von Berg. Bei der letzten Gemeinderatssitzung stand ein Zuschussantrag der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Neumarkt für die Sanierung des Kirchturms der Neumarkter Christuskirche auf der Tagesordnung.

Der Grund dafür ist, dass das Gebiet der evangelischen Kirchengemeinde weit über die Stadtgrenze hinausreicht und rund 319 Quadratakilometer umfasst. So gehören noch größte Teil der politischen Gemeinde Berg und Sengenthal dazu, sowie die Gemeinden Berngau, Deining und Pilsach - von Meilenhofen im Norden und Forst im Süden, Pirkach im Osten und Röckersbühl im Westen.

In diesem Gebiet leben zur Zeit insgesamt 8.314 Gemeindemitglieder. Aufgegliedert in Ortschaften sind es in Seelsorgerlich betreut werden die „Evangelischen“ von vier Pfarrern, die jeweils für ein Gebiet zuständig sind: Dekan Dr. Wolfgang Bub für die Neumarkter Innenstadt, Pfarrer Peter Loos für den Ostteil, Pfarrer Martin Hermann für den Nordteil und Pfarrer Jens Hans für den Westteil des Gemeindegebietes. Neben den vier Pfarrern sind in der Kirchengemeinde 28 Haupt- und Nebenamtliche angestellt. Außerdem gibt es rund 300 ehrenamtlich Mitarbeitende.

„Ich habe mich sehr gefreut“, so der geschäftsführende Pfarrer Peter Loos, „dass die Bitte um Unterstützung für unsere Kirchturmsanierung bei den Gemeinderäten nicht auf taube Ohren gestoßen ist“. So haben bereits die politischen Gemeinden Berngau, Berg, Deining und die Stadt Neumarkt einen Zuschuss oder eine Spende zugesagt.
13.04.06

Füße gewaschen


Dompropst Johann Limbacher nahm am Gründonnerstag die Fußwaschungen vor.

NEUMARKT. Wegen der Bischofs-Vakanz führte Dompropst Johann Limbacher am Gründonnerstag die Fußwaschungen durch - auch an zwei Männern aus dem Landkreis Neumarkt. Stefan Lang aus Neumarkt und Xaver Lang aus Velburg waren als Vertreter der Dekanate Neumarkt und Velburg dafür ausgewählt worden.

"Füreinander da sein, im priesterlichen und diakonalen Dienst, in Ehe und Familie, im Beruf, in der Arbeitswelt, im Mitwirken am Aufbau unserer Gesellschaft, und im Mittun in unserer Kirche, in den Pfarreien und kirchlichen Organisationen". So lautet die Botschaft, die der Eichstätter Diözesanadministrator, Dompropst Johann Limbacher, während des abendlichen Gründonnerstagsgottesdienstes verkündete.

In der Geste der Fußwaschung kommt nach seinen Worten zum Ausdruck, worauf es im Dienst in der Kirche und der Welt ankomme: „Füreinander da zu sein, sich füreinander einzusetzen, sich nicht zu schade zu sein, kleine Dienste füreinander zu tun.“ Christus habe den Dienst der Fußwaschung am Vorabend seines Leidens und Sterbens vollzogen, um seinen engsten Vertrauten „auf ihren künftigen Lebensweg mitgeben zu können, worauf es ankommt“. Die Gläubigen forderte Limbacher auf, genau das tun, was Christus den Menschen vorgemacht hat: „So gut wir es nur können, füreinander da sein.“

Der Gründonnerstag erinnert auch an die Einsetzung der Eucharistie beim letzten Abendmahl und die Stiftung des Priestertums. Deshalb bat der Eichstätter Diözesanadministrator an diesem Abend ausdrücklich um das Gebet für Priester- und Ordensberufe. Dabei ist nach seinen Worten auch das vorbildhafte Leben der Gläubigen ein entscheidender Faktor. „Je überzeugter wir unseren Glauben leben, umso mehr kann es auch junge Menschen geben, die den besonderen Weg in der Nachfolge Jesu im priesterlichen Dienst und im Ordensstand als ihre besondere Berufung erkennen.“

Die Abendmahlsfeier am Abend des Gründonnerstag gehört zu den zentralen Feiern im katholischen Kirchenjahr. Sie bildet den Auftakt der drei heiligen Tage. Das „Grün“ des Gründonnerstages hat mit der Farbe nichts zu tun, sondern leitet sich von „greinen“ (althochdeutsch für „weinen“) ab.

Diese zwölf Männern aus dem Bistum wurden für die Fußwaschung ausgewählt:
Hollinger Leonhard, Nassenfels (Dekanat Eichstätt), Beringer Andreas, Hitzhofen (Dekanat Gaimersheim), Hildebrandt Jörg, Windsbach (Dekanat Herrieden), Herzog Bruno, Heideck (Dekanat Hilpoltstein), Wilhelm Günter, Ingolstadt (Dekanat Ingolstadt), Birzer Erich, Neukirchen (Dekanat Kastl), Lang Stefan, Neumarkt (Dekanat Neumarkt), Johann Wickles, Nürnberg (Dekanat Nürnberg-Süd), Grotz Gerhard, Wendelstein (Dekanat Schwabach), Lang Xaver, Velburg (Dekanat Velburg), Uhl Franz, Pleinfeld (Dekanat Weißenburg), Meyer Georg, Wittesheim (Dekanat Wemding).
13.04.06


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ISSN 1614-2853
17. Jahrgang