Kirchen

Ölbergspiel in Berching

NEUMARKT. Die Pfarrei Berching lädt zusammen mit der Stadt Berching ab dem ersten Fasten-Donnerstag wieder zu den traditionellen Ölbergandachten mit Ölbergspiel in die alte Pfarrkirche St. Lorenz ein.

Die letzte Andacht findet am 06. April statt.

Die Predigten stehen in diesem Jahr unter dem Gesamtthema: "....der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach."

Folgende Prediger werden die Andachtsreihe begleiten: Am 2., 16., 23.März und 6.April Wallfahrtsrektor Peter Wenzel, Habsberg. Am 9. und 30. März Dekan Elmar Spöttle aus Velburg.

Die Andachten beginnen jeweils um 13.45 Uhr mit einem Rosenkranz und der Möglichkeit zur Beichte, gegen 14.15 Uhr schliesst sich die Predigt an. Nach der Predigt folgt das Ölbergspiel mit lebenden Darstellern. Eine eucharistische Andacht mit Segen beschliesst jedes Ölbergspiel.

Freiwillige Helfer haben den Altarraum der St. Lorenzkirche wieder in eine grosse Bühne verwandelt.

In einer Chronik, erstellt von Karl Kienlein, ist zu lesen, dass die Berchinger Ölbergandachten auf einer sehr alten Überlieferung beruhen. Bereits im Jahre 1516 stiftete der Vikar von "St. Lorenz zu Nürnberg", Leonhard Griessel (vermutlich geboren um 1470 in Berching), angeblich für die St. Lorenzkirche zu Berching eine "Angst".

Im Laufe der Jahre gab es verschiedene "Zustiftungen", so im Jahre 1595. Bürger und Verwalter Hans Bauer stiftete einen Gottesdienst, der allgemein "die Angst" genannt wurde, in dem "das Leiden Christi daneben zu Gemüte soll geführet werden".

Selbst mehrere Verbote im Laufe der Jahrzehnte, solche Heilsgeschehnisse szenisch darzustellen, konnten die fest eingewurzelte Volksfrömmigkeit und die Beliebtheit von Passionsspielen, wie das Berchinger Ölbergspiel, nicht oder nur teilweise beenden.

Ab dem Jahre 1854 wurden die Spiele in der Berchinger Franziskanerklosterkirche eingeführt, teilweise nur als Andacht, teilweise als Spiel mit Engelsfigur, jedoch ohne lebende Darsteller.

Ab 21. März 1929 wurden im damaligen Franziskanerkloster Berching auf vielfachem Wunsch der Bevölkerung die Ölbergspiele wieder neu mit lebenden Darstellern in Szene gesetzt. Laut Überlieferung gab es damals bereits zwei bis drei Stunden vor Beginn der Andacht keine freien Plätze mehr in der Berchinger Klosterkirche.

Im Jahre 1967 fanden die vorerst letzten Ölbergspiele im ehemaligen Franziskanerkloster statt, da dieses aufgehoben und die Klosterkirche 1972 zum Pfarrzentrum der Pfarrei Berching geweiht werden konnte.

Im Jahre 1982 - ein Jahr vor der 1100-Jahrfeier der Stadt Berching - kehrten die beliebten Ölbergspiele an den Ort zurück, wo sie vor nunmehr 490 Jahren ihren Anfang genommen hatten, in die altehrwürdige Pfarrkirche St. Lorenz, deren Grundmauerreste aus der Entstehungszeit Berchings (883) stammen.

Die Wiederaufnahme des Berchinger "Mysterienspiels" 1982, des ältesten und einzigen nur mit lebenden Darstellern in der Diözese Eichstätt und darüber hinaus, verdankt Berching dem im letzten Jahr verstorbenen langjährigen Stadtpfarrer und Dekan, Monsignore Heinrich Füracker.

Im Einleitungslied des Ölbergspiels, zu dessen Text aus früher Zeit der ehemalige Eichstätter Domkapellmeister Prof. Wolfram Menschick die Melodie schrieb, heisst es:
"Gethsemani! Zu deinen Höhen
Erhebet dankend sich mein Herz.
Ich will den Heiligen Gottes sehen
In seiner Angst, in seinem Schmerz.
Ich will für seine Lieb´und Pein
Ihm meine ganze Seele weih´n."

Busgruppen werden gebeten, sich vorher im Pfarramt Berching anzumelden, Telefon (08462) 1262.
01.03.06

Walburgitag gefeiert

NEUMARKT. (pde) - „Ein Leben in klaren Akzenten und in deutlichen Schwerpunkten“ - das ist nach den Worten des Eichstätter Diözesanadministrators Johann Limbacher das Geheimnis der großen Anziehungskraft, die seit mehr als 1200 Jahren auch heute noch die heilige Walburga ausstrahlt.

Die Eichstätter Diözesanpatronin sei nicht nur eine Gestalt der Geschichte und von historischer Bedeutung. Sie sei vielmehr eine Gestalt des Glaubens, die bis heute weiterwirkt, sagte Dompropst Limbacher beim Festgottesdienst am Walburgitag in Eichstätt. Gerade in der Hektik der Gegenwart sei ein Leben, das Ruhe ausstrahlt und Wert auf das Wesentliche legt, beeindruckend.

Man brauche nicht zu meinen, dass damals, vor so langer Zeit, die Entscheidung für die Nachfolge Jesu leichter war als heute. „Es ist eine Entscheidung, die einmal getroffen, ein ganzes Leben lang eingelöst werden muss, Tag für Tag.“ Das Fest der heiligen Walburga solle ein Impuls sein, der persönlichen Berufung zu folgen, „an dem Platz, an den uns das Leben gestellt hat“. Die Treue der Heiligen zu ihrer Berufung sei Vorbild, so der Eichstätter Diözesanadministrator: Auch die Menschen der Gegenwart seien wie Walburga eingeladen, „bei allem Auf und Ab unseres Lebens die Grundlinie zu halten, auf Gott hin das Leben auszurichten und im Dienst aneinander zu sein“.

Hunderte von Frauen aus der ganzen Diözese kamen auch in diesem Jahr am Walburgitag in Eichstätt zum Grab der Bistumsheiligen. Nach dem Festgottesdienst strömten die Wallfahrerinnen in das Pfarrheim, wo Kaffee und Kuchen serviert und meditative Bilder von Elisabeth Werner vom Frauenbund Weißenburg gezeigt wurden. Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) und das Referat Frauenseelsorge der Diözese wollen durch den Festtag die Verehrung der Bistumsheiligen verstärkt ins Bewusststein rücken. Das ist den Organisatorinnen gelungen: Auch in diesem Jahr war die Pfarr- und Abteikirche St. Walburg so dicht gefüllt, dass es für viele Pilger nur noch Stehplätze gab.

Unzählige Hilfesuchende haben - so betonte auch Dompropst Limbacher in seiner Predigt - über Jahrhunderte hinweg die Erfahrung gemacht, dass man zum Grab der heiligen Walburga all die Sorgen und Nöte tragen darf, die einen bedrücken. So entwickelte sich im Mittelalter lange nach ihrem Tod eine Wallfahrtsbewegung in ganz Europa. Das „Walburgisöl“ und die Berichte über Heilungen an Leib und Seele unterstützten diese Bewegung. Die Menschen spürten: „Das Leben dieser Frau ist gelungen, wertvoll in den Augen Gottes und in den Augen der Menschen“. Und deshalb kämen auch heute noch so viele Menschen zu ihr, tragen ihre Gebete und Anliegen vor Gott: „Sie schöpfen Mut, den Weg ihres Lebens zu gehen, so wie auf ihre Weise die heilige Walburga den Weg ihres Lebens gegangen ist“.
25.02.06

Unterwegs nach Golgatha

NEUMARKT. Unter dem Motto "Unterwegs nach Golgatha" startet am Donnerstag um 19 Uhr in der Evangelischen Christuskirche die Reihe der Gottesdienste zur Passionszeit.

Bis zum 6. April 2006 laden jeweils donnerstags um 19 Uhr gute Musik und Texte bei Kerzenschein ein, den Weg Jesu nach Golgatha mitzugehen. An jedem Abend steht ein Abschnitt aus dem Johannesevangelium im Mittelpunkt.

Musikalische Akzente setzen Evelyn Ebert (Querflöte), Melanie Lovrencic (Alt), das Duo Evelin Langer-Schmidt (Klarinette) und Roland Schmidt (Marimba), Beatrice Höhn (Orgel) sowie das Ensemble "Flauto dolce" unter der Leitung von Waltraud Heidingsfelder.

Den Beginn macht am 2. März um 19 Uhr die Sopranistin Eva-Maria Betz. Sie wird, begleitet von Beatrice Höhn an der Orgel, Lieder und Arien von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy singen.
24.02.06

Familien beraten


Landvolkpfarrer Albert Ott, Diözesanvorsitzende Maria
Weidenhiller, Landesvorsitzender Winfried Konrad,
Domkapitular Rainer Brummer, Diözesanvorsitzender
Michael Graml (v.l.)
NEUMARKT. (pde) - Mit der Einführung einer landwirtschaftlichen Familienberatung und der Gründung eines Fördervereins setzt die Katholische Landvolkbewegung (KLB) in der Diözese Eichstätt neue Akzente, um sich auch in Zukunft für den ländlichen Raum und seine Bewohner wirkungsvoll einzusetzen. Beim Diözesanausschuss der KLB wurde in Plankstetten beschlossen, das Beratungsangebot der landwirtschaftlichen Familienberatung für die Diözese Eichstätt einzuführen. Dabei sollen mit ehrenamtlichen Beratern landwirtschaftliche Familien in Notsituationen wie Eheproblemen, Generationenkonflikten oder wirtschaftlichen Schwierigkeiten begleitet werden. Die KLB sucht nun Personen, die sich in der Lage sehen, nach einer umfassenden Ausbildung diese Aufgabe zu übernehmen.

Der Beschluss ist Ergebnis einer über mehrere Jahre dauernden Entscheidungsfindung. Referent beim Diözesanausschuss war Winfried Konrad, KLB-Landesvorsitzender und selbst ehrenamtlicher Berater in der Diözese Augsburg. Er erklärte den Delegierten die Arbeit eines Familienberaters und erläuterte die Notwendigkeit: „Landwirtschaftliche Familienberatung nimmt den Menschen in den Mittelpunkt und hat die gesamte Situation auf dem Hof im Blick“, erklärte Konrad. Die Diözese Eichstätt wird bisher von den umgebenden Diözesen Bamberg, Augsburg und München mit beraten. So wird Fritz Kroder, Berater aus Bamberg, am 20. März wieder einen Beratungstag in Eichstätt anbieten. Interessenten können einen Termin mit dem Büro der KLB, Telefon (08421) 50675, vereinbaren.

Zweiter Diskussionspunkt beim Diözesanausschuss war die anstehende Umstrukturierung beim Finanzzuschuss, den die Diözese Eichstätt der KLB gewährt. In einer kontroversen Debatte unterstrichen die Delegierten, dass die KLB kein Verband mit fester Mitgliederstruktur werden, sondern eine Bewegung bleiben solle, bei der man sich ohne feste Mitgliedschaft engagieren kann. Um die Arbeit der KLB finanziell besser zu unterstützen beschloss die Versammlung, einen Förderverein zu gründen.
21.02.06


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17. Jahrgang