neumarktonline Dokumentation

Verleihung der Ehrenbürgerwürde
an Herrn Ernst-Herbert Pfleiderer


Ernst-Herbert Pfleiderer wurde in der Festsitzung des Stadtrats die Ehrenbürgerwürde verliehen

Von Oberbürgermeister Thomas Thumann

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Löhner,
sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Heßlinger,
sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte,
sehr geehrter Herr Pfleiderer,
sehr geehrte Frau Pfleiderer,
meine sehr geehrten Damen und Herren!

Die Stadt Neumarkt vergibt als höchste Auszeichnung die Ehrenbürgerwürde und drückt damit ihre Wertschätzung für Persönlichkeiten aus, die sich in herausragender und nahezu einmaliger Art und Weise für die Stadt, das Leben in der Stadt und die Bürger verdient gemacht haben.

Wenn wir diese Auszeichnung heute an Ernst-Herbert Pfleiderer verleihen, so würdigen wir damit ein großartiges Lebenswerk, das ein erfolgreiches Handeln als Unternehmer genauso umfasst wie das als großzügiger Sponsor und Förderer von Kultur sowie als Unterstützer von Initiativen und Vereinen in Neumarkt.

Ernst-Herbert Pfleiderer trat nach seinem Studium als Diplomkaufmann zunächst als Assistent der Geschäftsführung in die gleichnamige Firma ein und hat dann 40 Jahre das Unternehmen in federführend geleitet, zunächst in der Geschäftsführung, dann als Aufsichtsratsvorsitzender bis 2010.


Wie erfolgreich Ernst-Herbert Pfleiderer in seiner Firma gewirkt hat, sollen folgende zwei Zahlen verdeutlichen:
Beim Eintritt in die Geschäftsführung 1973 bewältigte die Firma 80 Millionen DM Jahresumsatz und schon 25 Jahre später hatte sich dieser auf 3 Milliarden DM ausgeweitet. Auch die Mitarbeiterzahlen wurden erheblich gesteigert und aus Pfleiderer wurde eine Weltfirma, die vielen bei uns Arbeit und ein gesichertes Einkommen bieten konnte.

Es entstand das, was man die Pfleiderer-Familie nannte:
Neumarkt war Pfleiderer und Pfleiderer war Neumarkt.

Jeder der dort beschäftigt war, fühlte sich zugehörig und empfand auch Stolz, dort ein Teil zu sein. Ich weiß dies aus eigener Erfahrung, denn auch mein Vater war ein Pfleiderer-Arbeiter.

Über seine berufliche Tätigkeit hat sich Ernst-Herbert Pfleiderer in vielerlei Funktionen und Bereichen mit eingebracht, so zum Beispiel als Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Interforst München, als Mitglied im Kuratorium Stiftung Bayerische Elite-Akademie oder im Landeskuratorium Bayern beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

Er hat sich stets für die Nachwuchsförderung und die Ausbildung stark gemacht, in seinem Unternehmen und darüber hinaus.

Zusammen mit dem damaligen Oberstudiendirektor Dieter Bär vom Ostendorfer Gymnasium hat er dafür gesorgt, die neue Initiative „Jugend forscht“ für den Bereich Oberpfalz an Neumarkt zu binden und seither fungiert Pfleiderer als Partnerfirma für diesen bundesweiten Wettbewerb.

Seit über 20 Jahren findet er nunmehr schon in Neumarkt statt und das Unternehmen sorgt zusammen mit dem OG sorgt jedes Jahr für einen reibungslosen Ablauf. Dass dabei zahlreiche Gewinner auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene auch aus dem Unternehmen Pfleiderer hervorgegangen sind bzw. aus der späteren Verbundausbildung zwischen Pfleiderer, Europoles und RAIL.ONE, bestätigt die hohe Qualität im Unternehmen.

Mit dem Namen Pfleiderer sind in Neumarkt aber noch ganz andere großartige Entwicklungen untrennbar verbunden:

Allen voran der Historische Reitstadel und die Neumarkter Konzertfreunde.

Denn Herr Pfleiderer ist ein musikalischer Mensch von klein auf. Allerdings machte ihm das Musizieren erst so richtig Freude, als er das verhasste Klavier sein lassen und sich dem Cellos zuwenden durfte, wie es in einem Zeitungsinterview mit ihm aus dem Jahr 1999 heißt.

Seine Musikbegeisterung hat viel mit dem legendäre Oberstudienrat Fritz Drexel zu tun, der z.B. mit seinen Musikern die Einweihung des im Krieg zerstörten und 1957 wiederaufgebauten Neumarkter Rathauses umrahmte –
am Cello damals: Ernst-Herbert Pfleiderer!

Drechsel hat auch dafür gesorgt, dass Ernst-Herbert Pfleiderer schon bald ans Konservatorium nach Nürnberg kam.

Es folgten viele anspruchsvolle Musiziermöglichkeiten in verschiedenen Kammermusikformationen, ein Cello-Solokonzert mit dem Orchester bei der Abiturfeier im Kolping-Saal und letztlich auch parallel zum Studium der Wirtschaftswissenschaften an der TU Berlin das Studium der Musiktheorie, Musikgeschichte und Violoncello.

Mit dem Reitstadel und letztlich damit den Neumarkter Konzertfreunden begann alles letztlich wie so oft in Neumarkt zunächst mit einem Thema: Mit den Parkplätzen. Seit Jahren hatten viele in Neumarkt gefordert, die Kriegsruine des Reitstadels abzubrechen und dort Parkplätze zu schaffen.

Die Oberbürgermeister Theo Betz und Kurt Romstöck haben dafür gesorgt, dass dies nicht geschehen ist, trotz heftiger Angriffe des Bundes der Steuerzahler, trotz Attacken aus den verschiedenen Parteien und von zahlreichen Verbänden.

Wir alle kennen die Geschichte, entstanden ist ein hervorragender Konzertsaal, der seit seiner Einweihung 1981 viel für das Renommee Neumarkts bewirkt hat. Und mit dem Reitstadel begann die andere Karriere des Ernst-Herbert Pfleiderer: Die als Kulturmanager.

Zusammen mit anderen Unternehmern und Persönlichkeiten hat er 1981 im Herbst die Neumarkter Konzertfreunde gegründet, um dauerhaft eine Konzertreihe zu etablieren, die ein eigenes musikalisches Profil entwickeln und überregional zugkräftig sein sollte.

Ihr Name, sehr geehrter Herr Pfleiderer, ist als Gründungsmitglied und erster Vorsitzender seit 1981 untrennbar mit den Neumarkter Konzertfreunden verbunden. Denn entstanden ist eine Konzertreihe, die dem Angebot in manchen Großstädten ebenbürtig, durch die besondere Atmosphäre und Klangsituation manchen sogar überlegen ist.

Wenn in Neumarkt die Größten der Klassikmusikszene – man kann schon fast sagen – „ein- und ausgehen“, dann ist dies der Verdienst der Konzertfreunde mit Ihnen an der Spitze.

Wer hier schon alles konzertiert hat, stellt das „Who is Who“ der Klassikmusik-Szene dar, von Alfred Brendel und Andras Schiff bis zu Heinrich Schiff, von Thomas Hengelbrock oder dem Freiburger Barockorchester über den Baltasar-Neumann-Chor bis zum Oboisten Albrecht Mayer.

Viele haben hier debütiert und danach Weltkarrieren hingelegt, wie etwa der Bariton Thomas Quasthoff, die Violinistin Hilary Hahn oder die Sopranistin Christine Schäfer. Dass Neumarkt eine Hochburg für Kammermusik geworden ist, geht auf Ihren Einsatz als Vorsitzender, Manager und letztlich auch Mäzen zurück.

Denn so hochkarätig die Konzerte sind, gilt es die Defizitfinanzierung durch großzügige Spenden der Vereinsmitglieder zu regeln.
Sie sind dabei Verwaltungs- und Organisationsleiter genauso wie Sie die künstlerische Leitung ausüben.
Insgesamt haben die Neumarkter Konzertfreunde und damit Sie als künstlerischer Leiter und Vorsitzender sage und schreibe 342 Konzerte veranstaltet – alles im Ehrenamt von Ihnen absolviert.

Als Schirmherr der Neumarkter Konzertfreunde kann ich nur sagen, es ist sensationell, welchen Stellenwert Neumarkt durch die Arbeit der Konzertfreunde und durch Ihren Einsatz, sehr geehrter Herr Pfleiderer, erworben hat.
Das ist Stadtmarketing im besten Sinne!

Denn die Erfolgsgeschichte des Reitstadels als überragender Konzertsaal und als bestens geeigneter Aufnahmeort für inzwischen mehrere hundert CD- und Schallplattenaufnahmen geht auf dieses Engagement mit zurück.

Eingesetzt haben Sie sich darüber hinaus auch in vielen anderen Bereichen, so z.B. als Mitglied im Beirat der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg,
im Patronat des Windsbacher Knabenchors,
im Verein der Freunde der Bach-Woche Ansbach,
im Förderverein des Germanischen Nationalmuseums,
im Freundeskreis des Bayerischen Nationalmuseums
und im Verein des Prinzregententheaters.

Auch in Neumarkter haben Sie vieles unterstützt.
Die Einrichtung des Museums Lothar Fischer haben Sie nicht nur mit gefördert, sondern 2004 den Vorstandsvorsitz der Lothar und Christel Fischer Stiftung auf Bitten der Stifterin Frau Fischer übernommen, ehe Sie 2012 dann vom Vorstandsvorsitzenden zum Kuratoriumsvorsitzenden gewechselt haben.

Auch im Kuratorium der Internationalen Meistersinger Akademie sind Sie Mitglied und fördern diese großartige Reihe mit einem hohen Zuschuss.

Auch sonst haben Sie sich oft als finanzieller Förderer und damit großzügiger Mäzen erwiesen und jedes Jahr Beträge im sechsstelligen Bereich für Projekte und Vorhaben ausgereicht.

Seit 2004 erfolgt dies hauptsächlich über die von Ihnen zusammen mit Ihrer Gattin gegründete Stiftung.

Über die Jahre gerechnet sind es Millionenbeträge, die Sie als Person und über Ihre Stiftung in kulturelle Projekte fließen haben lassen, auch bei uns in der Region. Beispielsweise haben Sie die Anschaffung von Uniformen für das Jugendorchester der Werkvolkkapelle bezuschusst,
Sie haben die Uraufführung des „Te-Deums“ des in Freystadt geborenen Komponisten Jean Paul Egide Martini gefördert,
genauso die Bandklasse der Mädchenrealschule.
Finanzielle Mittel gingen an die Bürgerstiftung, die Freiwillige Feuerwehr Labersricht
oder das BRK Neumarkt und viele mehr.

Sehr geehrter Herr Pfleiderer,
Sie haben einen großen Beitrag dazu geleistet, Neumarkt zu einem erfolgreichen Wirtschaftsstandort zu machen und Sie haben vor allen Dingen seit Jahrzehnten maßgeblich dafür gesorgt, dass sich Neumarkt im Kulturbereich einen guten Namen machen konnte.

Mit Ihrem persönliches Engagement, Ihrer Kompetenz und Ihrem Sachverstand, aber auch mit Ihrer Begeisterung und Großzügigkeit sind Sie zu einer treibenden Kraft in der positiven Entwicklung der Stadt geworden und haben sich höchste Verdienste um Neumarkt erworben.

Der Stadtrat hat daher in seiner Sitzung am 28. November 2018 beschlossen, Ihnen die
Ehrenbürgerwürde der Stadt Neumarkt
zu verleihen.

Ich gratuliere Ihnen persönlich und im Namen des Stadtrates ganz herzlich dazu und darf Sie nun nach vorne bitten.

Es handelt sich hier um das zur Verfügung gestellte Rede-Manuskript. Die tatsächlich gehaltene Rede kann davon geringfügig abweichen
18.Dezember 2018

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ISSN 1614-2853
18. Jahrgang