Kanuten zogen mit ihrer Messe nach Nürnberg um

NÜRNBERG. Besser geht´s nicht. Das war der einstimmige Tenor der 95 Aussteller auf der Kanumesse im Messezentrum Nürnberg. Mit rund 1.000 Fachbesuchern erfüllte die Teilnahme an den drei Messeöffnungstagen vom 15. bis 17. September 2005 zum einen exakt die Erwartungen was die Quantität anging; aber auch – und das ist noch entscheidender – was die Qualität betraf. Kaufverhalten, gezieltes Informationsbedürfnis, geschlossene Anwesenheit der Kanu-Community: Darüber herrschte an allen Ständen einhellige Begeisterung.

Und das lag nicht nur an der Anwesenheit von Jutta Kaiser, der Weltmeisterin im Freestyle-Kanusport, die auf der Fachmesse demonstrierte, welch irrwitzige Sprünge, Saltos und Räder mit ihrem winzigen, nach ihre Anregungen konstruierten Kanu möglich sind. „Die breite Palette des Angebots, die hohe Qualität der Fachbesucher, die geschlossene Anwesenheit der Kanu-Community haben zu dem überwältigenden Erfolg dieser ersten europäischen Leitmesse für den Kanusport beigetragen“, freut sich Horst Fürsattel, Veranstalter der Messe und gleichzeitig Aussteller. „Eine Premiere ist immer etwas Besonderes, sie lebt von der Spannung des ersten Mals. Und umso schöner ist es, wenn die Erwartungen dann sogar noch übertroffen werden“, so der Unternehmer. Der Kanusport habe durch die Fachmesse einen „riesigen Auftrieb“ erhalten.

Für die Aussteller ist es denn auch keine Frage, dass es eine Fortsetzung der Messe geben wird – und dass sie wieder mit dabei sein werden. Wie Dagger Europe. Der britische Kajak-Hersteller zeigte sich beeindruckt, „wie professionell diese Messe organisiert war. „Das war höchste Qualität, die hier geboten wurde“, so Tim Maude von Dagger.

Die Besucher zeigten sich nicht nur angetan vom breiten Spektrum an Booten, passender Bekleidung und Zubehör auf den rund 2.700 Quadratmetern Standflächen, sondern auch von der Internationalität der Aussteller, von denen drei Viertel aus dem Ausland kamen, darunter 28 Prozent aus den USA, elf Prozent aus Großbritannien und sieben Prozent aus Kanada. Insgesamt repräsentierten die Aussteller 19 Nationen.

Aus der ganzen Welt kamen auch die Besucher. „Etwa die Hälfte meiner Kontakte auf der Kanumesse waren internationale Kunden“, ist Wolfgang Haupt, Internationaler Vertriebsleiter von Prijon, dem größten Kajakhersteller der Welt, beeindruckt. Für das Unternehmen hat sich die Nürnberger Kanumesse als „eine hervorragende Plattform für den weltweiten Kanusport“ erwiesen. „Mit manchen internationalen Kunden machen wir seit Jahren Geschäfte, ohne sie auch nur ein einziges Mal gesehen zu haben. Hier in Nürnberg habe ich sie nun zum ersten Mal getroffen.“ Und er fügt hinzu: „Es mag größere Sportmessen geben, aber diese Fachmesse ist ideal für uns, wie maßgeschneidert.“

Michal Obelnicki steht für den polnischen Kayak-Hersteller Aquarius am Stand. Er freut sich, auf der Kanumesse die Kunden zu treffen, die „zu den anderen Bootmessen nicht kommen, weil die Termine für sie ungelegen sind“. Die Nürnberger Veranstaltung sei hingegen „exakt richtig terminiert“.

Das ist auch für Wolfgang Grabner, Inhaber und Geschäftsführer des österreichischen Luftbooteherstellers Grabner der Fall: „Wir haben in Nürnberg zu 100 Prozent unsere Zielgruppe getroffen, das Fachbesuchermodell ist voll aufgegangen. Wir haben hier alle unsere wichtigen Kunden am Stand gehabt, und neue, zumal aus dem Ausland, dazu gewonnen.“ Selbstverständlich werde man daher auch 2006 mit dabei sein. „Müssten wir uns zwischen anderen Bootmessen und der Kanumesse entscheiden, würden wir klar die Kanumesse wählen“, so der Unternehmer.

Dass Kanufahren ein Sport für Jedermann ist, wurde an vielen Ständen deutlich. So waren nicht nur High-End-Boote zu sehen, sondern auch kipp- und bruchsichere Einsteiger-Modelle, spezielle Trekkingboote oder Luftboote. Letztere machen nicht einmal einen Anhänger oder Dachträger nötig, sondern passen in eine kleine Reisetasche.

„Kanufahren ist das Gefühl der ganz großen Freiheit. Vielleicht die letzte unbegrenzte Freiheit, die es heute noch gibt“, versucht der Organisator der Kanumesse, Horst Fürsattel, am Ende der drei Tage eine Erklärung für das enorme Interesse am Kanusport. Eine Freiheit, die Goldmedaillengewinnerin Jutta Kaiser offenbar rundum genießt, so unermüdlich kletterte sie am Stand von Blueandwhite zu Demonstrationszwecken in ihr maßgeschneidertes Kajak. Nur eines habe sie in der Ausstellungshalle vermisst, sagt sie lachend: „Einen kleinen, reißenden Gebirgsbach.“
23.09.05
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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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