Beckstein: "Verbrecher nicht willkommen"


Das Medien-Interesse war überwältigend. Selbst Reporter-Teams aus China und Südamerika waren angereist, um den Protest gegen den iranischen Präsidenten zu dokumentieren.


Die Redner der Kundgebung: Innenminister Dr. Günther Beck-
stein (am Mikrophon), Claudia Roth, Dr. Michel Friedman, Arno
Hamburger und Dr. Ulrich Maly.
Fotos: Erich Zwick

Michel Friedman, wie man ihn vom Bildschirm kennt: kämpfer-
isch. Hinter ihm Claudia Roth, die Bundesvorsitzende von Bünd-
nis 90/Die Grünen.
NÜRNBERG. "Verbrecher sind nicht willkommen". Mit diesen drastischen Worten geißelte Bayerns Innenminister Dr. Günther Beckstein die "mörderischen Absichten" des iranischen Staatspräsidenten Ahmadinedschad, der den Holocaust leugne und dessen Zerstörungswut sich gegen den Staat Israel richte.

"Wir werden mit großer Entschlossenheit gegen Extremismus und Antisemitismus vorgehen", bekräftigte Beckstein den Willen aller Demokraten, die sich gleichzeitig von der atomaren Aufrüstung des iranischen Regimes bedroht fühlen.

Für seine offenen Worte wählte der Stellvertretende Bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein die Protestkundgebung drei Stunden vor Anpfiff des WM-Vorrundenspiels Iran gegen Mexiko im Nürnberger Stadion. Zu dem Aufschrei, der sich - wie alle fünf Redner betonten - nicht gegen die Nationalmannschaft des Landes im Nahen Osten und dessen Bevölkerung, sondern gegen den "kriminellen Präsidenten" Ahmadinedschad als Idolfigur der Rechtsextremen und Neonazis richtete.

Als Hauptredner der Veranstaltung, die von der Vereinigten Israel Aktion e.V. "Keren Hayesod Deutschland", den Israelitischen Kultusgemeinden Nürnberg und München und dem DGB ausgerichtet wurde und zu der zwischen 1.500 und 3.000 Demonstranten gekommen waren, ballte Michel Friedman, der Vorsitzende von "Keren Hayesod" die Fäuste: Diese Weltmeisterschaft sei nicht nur ein sportliches, sondern auch ein politisches Ereignis. Dem Stellvertreter des iranischen Präsidenten hätte man die Einreise verbieten müssen, da dieser Vize unwidersprochen hinnehme, was Ahmadineschad in die Welt hinausposaune.

"Wer glaubt, den Staat Israel vernichten zu können, der irrt", schleudete Friedman unter dem Beifall der Menge dem "Hitler des 21. Jahrhunderts" entgegen. "Wir haben uns hier versammelt, weil wir eine friedliche Welt wollen", schloss Friedman, "und in dieser ist für den iranischen Präsidenten vor, während und nach der Weltmeisterschaft kein Platz."

Vor Friedman sprachen der Leiter der Kundgebung und Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnbergs, Arno Hamburger, Dr. Ulrich Maly als Oberbürgermeister der "Stadt der Menschenrechte", Claudia Roth, die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, und Innenminister Dr. Günther Beckstein.
Erich Zwick
11.06.06
neumarktonline: Beckstein: "Verbrecher nicht willkommen"
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9. Jahrgang
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