Gedanken zu Peter und Paul

Von Dekan Monsignore Richard Distler

Durchaus kann man der Kirche in Geschichte und Gegenwart Fehler und Schwachheiten zur Last legen und dennoch: Wir kennen alle im Alltag Menschen, die ihren Glauben mehr als beispielhaft leben. Ebenso kennt die Kirche bereits seit ihrer Gründung großartige Gestalten, die im Leben wie im Sterben beispielhaft für den Glauben eingestanden sind.

Zwei von ihnen, Petrus und Paulus, feiert die Kirche heute am 29.Juni. Nicht ohne Grund fand Jahrhunderte lang an diesem Tag auch die Priesterweihe statt. Man wollte den Neupriestern das Zeugnis der beiden Apostel als Vorbild für ihr künftiges Leben vor Augen stellen.

Beide könnte man als "Felsen der Kirche" bezeichen. "Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen". So wird Petrus von Jesus in Cäsarea Philippi genannt. Voraus geht das Bekenntnis des Petrus:"Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!" Doch Bekenntnisse sind das Eine. Das Andere ist die Lebenshingabe, das Martyrium, das Petrus wie auch Paulus um das Jahr 67 nach Christus unter Kaiser Nero in Rom erlitten.

Glaube also Bekenntnis und zugleich Lebenshingabe. Gilt das nicht auch für jeden Christen? Es muss ja nicht gleich das Martyrium sein. Allein schon die Hingabe an Gott, die Pflege der Beziehung zu Christus und zum Nächsten machen das Leben eines Christen überzeugend. Davon spricht Paulus immer wieder in den Briefen an seine Gemeinden, wenn er sagt:"Durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin."


Paulus verdankt seine christliche Existenz der unverdienten Gnade Gottes. Seine Berufung zum Lehrer der Heiden ist für ihn ein Geschenk des auferstandenen Christus, das ihm auf dem Weg nach Damaskus zuteil wurde. Dieses Damaskuserlebenis hat ihn durch und durch geprägt, so dass aus einem Christenverfolger ein Christusfreund geworden ist und ein Felsen der Kirche.

Gerade Paulus war es, der den unglaublichen Mut hatte, das Evangelium vom Tod und der Auferstehung Christi nicht nur den Juden, sondern auch den Heiden zu verkünden. Er war es, der den christlichen Glauben von Kleinasien aus nach Europa trug, wie es im Lied 873 im Gotteslob heißt:"Gruß dir, St. Paulus, großer Brückenbauer. Die frohe Botschaft brachtest du Europa: Christ ist erstanden, hat den Tod bezwungen, freu dich o Menschheit!"

Manchmal denke ich mir: Wäre es nicht mehr als erfrischend, wenn heute wenigstens ein paar Funken der Freude am Glauben, wie ihn Petrus und Paulus gelebt haben, auch auf uns Christen überspringen würden? Es wäre dann ein Glaube, der auch andere begeistert und der vor allem für unsere Kinder und Jugendlichen wieder attraktiver würde.

Würde nicht eine solche Freude und Begeisterung auch der Kirche heute guttun? Leider aber sieht man die Kirche oft eher nur als eine "Institution" und nicht als lebendige Glaubensgemeinschaft. Gewiss muss Kirche auch Institution sein, sonst könnte keine einzige Kindergärterin oder Altenpflegerin angestellt werden.

Kirche aber ist mehr. Sie lebt von der Freude am Glauben, am Gebet und Gottesdienst, sie lebt von der praktizierten Nächstenliebe, von einer starken Christusliebe und einem starken Gottesbezug. Nur so wird sie in den Stürmen des Lebens selber zum Felsen in der Brandung, so wie es Jesus ihr zugesprochen hat: "Und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen".
29.06.17
Neumarkt: Gedanken zu Peter und Paul
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