Hohe "Blitz"-Gefahr im Landkreis


Eine Woche lang warteten jede Menge Radarfallen auf die Raser
Foto:Polizei
NEUMARKT. Die Autofahrer im Landkreis Neumarkt müssen sich in der ersten Juli-Woche auf verstärkte Geschwindigkeitskontrollen einrichten.

Die Neumarkter Polizei beteiligt sich an der Aktionswoche "Sicher durch den Sommer". Zwar verursachten im letzten Jahr Raser weniger Unfälle, allerdings gab es mehr tödliche Geschwindigkeits-Unfälle.

125 Unfälle im letzten Jahr gingen auf das Konto von überhöhter Geschwindigkeit. Dabei wurden 62 Menschen verletzt und vier getötet. Daß die Zahlen der Geschwindigkeitsunfälle abgenommen hat, ist für die Neumarkter Polizei kein Grund, weniger Radarfallen aufzubauen. Schließlich sieht man den Grund für den Rückgang durchaus auch in den konsequenten Überwachungsmaßnahmen, sagte am Dienstag der stellvertretende Neumarkter Polizei-Chef Jörg Degenkolb auf Anfrage von neumarktonline.

Die Kontrollen in der ersten Juliwoche finden allerdings nicht allein im Landkreis Neumarkt, sondern in der ganzen Oberpfalz statt. Die Aktionswoche "Sicher durch den Sommer" ist Teil des Verkehrssicherheitsprogramms 2020 "Bayern mobil - sicher ans Ziel" und soll auf die Risiken von nicht angepasster Geschwindigkeit aufmerksam machen.


Auch wenn die Oberpfälzer Verkehrsunfallstatistik im Jahresvergleich für die Jahre 2015 mit 1000 Geschwindigkeitsunfällen und im Jahre 2016 mit 943 Geschwindigkeitsunfällen einen Rückgang um 57 Unfällen ausweist, gehört die nicht angepasste Geschwindigkeit nach wie vor zu den Hauptunfallursachen, hieß es aus dem Polizeipräsidium in Regensburg.

Trotz des Rückgangs bei den Unfallzahlen in der Oberpfalz hat sich die Zahl der durch Geschwindigkeitsunfälle getöteten Verkehrsteilnehmer von 13 im Jahr 2015 auf 25 im Jahr 2016 nahezu verdoppelt. Nicht zuletzt diese Zahlen belegen den Handlungsbedarf, der beim Thema Überwachung der gefahrenen Geschwindigkeiten besteht.

Besonders deutlich wird dies auch beim Blick auf die aktuelle Entwicklung. Im ersten Quartal 2017 verloren bei 287 registrierten Geschwindigkeitsunfällen acht Verkehrsteilnehmer ihr Leben in der Oberpfalz.

Das Thema Geschwindigkeitsüberwachung rückt im Juli bayernweit in den Focus zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf den Straßen. In der Oberpfalz achtet die Polizei im Zeitraum von Montag, 3.Juli, 6 Uhr, bis Montag, 10.Juli, 6 Uhr, in besonderer Weise auf die gefahrenen Geschwindigkeiten der Verkehrsteilnehmer.

Ziel der Aktion ist es, bei den Verkehrsteilnehmern das Bewusstsein für die möglichen Folgen von zu schnellem Fahren zu wecken und so eine nachhaltige Einstellungs- und Verhaltensänderung und dadurch mehr Sicherheit auf den Straßen zu erreichen.

Da folgenschwere Unfälle auf Landstraßen immer wieder auf nicht angepasste Geschwindigkeit zurück zu führen sind, nehmen Ordnungshüter quer durch den Regierungsbezirk gerade auch diese Verkehrswege in ihre Verkehrsüberwachungen mit auf. Anders als beim Blitzmarathon (wir berichteten mehrfach) erfolgt in der Kontrollwoche Anfang Juli keine Ankündigung von möglichen Messstellen.

Jede mit Verkehrsaufgaben betraute Polizeidienststelle legt dabei fest, wo Kontrollen durchgeführt werden. Es wird versucht, mit möglichst vielen Verkehrsteilnehmern, die zu schnell unterwegs waren, ins Gespräch zu kommen. Im persönlichen Kontakt sollen Fahrzeuglenker auf ihr festgestelltes Fehlverhalten hingewiesen und mögliche Folgen aufgezeigt werden.
27.06.17
Neumarkt: Hohe "Blitz"-Gefahr im Landkreis
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