Gedanken zum Osterfest

Von Dekan Monsignore Richard Distler

Ob sie wohl durchdringt diese einmalige Botschaft von Ostern, jene unglaubliche Kunde, dass das Leben stärker ist als der Tod?

Hat sie denn noch eine Chance im Lärm, Stress und Getöse unserer modernen Welt? Ist sie denn noch glaubwürdig, wenn wir immer neu mit Nachrichten überschüttet werden von Terror in Einkaufszentren, auf Märkten oder gar in Kirchen wie jetzt erst in Ägypten? Soll da wirklich das Leben stärker sein als der Tod? Kann Ostern überhaupt etwas bewirken, auch wenn heuer das Fest der Auferstehung Christi in allen christlichen Kirchen am 16.April zum gleichen Datum gefeiert wird?

Zwar rücken Christen im Blick auf den Terror derzeit erfreulicherweise noch enger zusammen. Dies spürt man sogar in der gespaltenen Stadt Jerusalem, wo erst kürzlich die Renovierung der Grabeskirche Jesu von allen Christen gemeinsam bewerkstelligt und gefeiert wurde.

Aber was schützt den Menschen vor Enthemmung, vor Hass und Gewalt? Braucht es da nicht geradezu göttliche Gegenkräfte? Die allerstärkste Gegenkraft ist für mich Ostern, also die Feier der Auferstehung Christi. Aber wieso? Da ist gleichsam so etwas wie ein Durchbruch gelungen. Da hat Gott all seine Gegenkräfte in den Sohn, in Jesus investiert und mobilisiert. Da hat er seine grenzenlose Liebe, Hingabe und Barmherzigkeit in die Waagschale geworfen. Ja sogar seinen Mördern hat er verziehen. Er tat es, um all der Unmenschlichkeit, ja sogar dem Tod den Stachel zu nehmen.


Ist das überhaupt zu begreifen? Der Sohn des himmlischen Vaters wagt es, sich auf das ganze Schlamassel unserer Welt einzulassen. Gott aber hat diesen einzig möglichen Weg bestätigt. Aber wie denn? Er bestätigte ihn durch Ostern, durch die Auferweckung Jesu von den Toten. Da zeigt er, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Aber kann man denn an die Auferstehung glauben, so fragen manchmal sogar gläubige Menschen? Es verlangt schon einen sehr starken Glauben, daran festzuhalten: Ostern hat die ganze Welt in Bewegung gebracht. Eine neue Welt soll zum Vorschein kommen wie die Blumen im Frühjahr aus der Erde sprossen.

"Ja sogar die ganze Schöpfung",wie Paulus einmal sagt, "seufzt und liegt in Geburtswehen". Er meint damit: Es wird eine neue und andere Welt "das Licht der Welt" erblicken. Aus der Sicht des Glaubens sind der Tod und die Auferstehung Christi der Durchbruch und der endgültige Beginn dieser neuen Welt, der Beginn des Reiches Gottes. Aber ist eigentlich Ostern in der Bibel glaubhaft berichtet? Ja, gewiss: Ostern und die Erscheinungen des auferweckten Christus gehören zum Urgestein, also zu den frühesten und ältesten Zeugnissen des Neuen Testaments. Schon um das Jahr 44, etwa 10 Jahre nach dem Tod Jesu gab es bereits erste schriftliche Formeln, die seine Herkunft aus dem Geschlecht Davids, seinen Tod und die Erscheinungen des Auferstandenen bezeugen.

Es ist eine ganze Reihe von Jüngerinnen und Jüngern und von Frauen und Männern, die voll hinter dieser Ostererfahrung stehen. Braucht nicht gerade unsere heutige Welt mit den oft täglich erschütternden Nachrichten mehr denn je diese hoffnungsvolle Ostererfahrung? Ostern also nicht zu einem Frühlingsfest verkommen lassen. Ostern wieder neu entdecken. Ostern wieder durchdringen lassen. Dann wird dieses höchste Fest im Kirchenjahr auch für uns heute zu einem Fest voller Kraft, Leben und Hoffnung.

In diesem Sinne Ihnen allen ein gesegnetes Osterfest.
16.04.17
Neumarkt: Gedanken zum Osterfest

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ISSN 1614-2853
17. Jahrgang
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