Radwege - zu Lasten des Autoverkehrs ?


Tödliche Fahrradunfälle gab es auch schon im Raum Neumarkt
Foto:Archiv
NEUMARKT. Die auch in Neumarkt lückenhafte Fahrrad-Infrastruktur und der ungebremste Autoverkehr sind schon für topfitte Radfahrer oft eine Zumutung, heißt es vom Radfahrerclub ADFC.

Man brauche mehr Platz für den Radverkehr – und zwar zu Lasten des Autoverkehrs, damit endlich durchgängige, breite und komfortable Radwegenetze angelegt werden können.

Auch die "wachsende Generation 70plus" habe ein Recht darauf, als Fahrrad- oder Pedelecfahrer sicher unterwegs zu sein. Es könne nach Meinung der Radler-Lobbyisten nicht sein, "dass wir diesen Menschen sagen müssen: Steigt am besten ins Auto, dort seid Ihr sicher"


Während für Autofahrer fast immer problemlos zu erkennen sei, wo gefahren werden muss, fänden Radfahrer oft chaotische, unverständliche Zustände vor, sagte Olaf Böttcher vom Neumarkter ADFC-Vorstand: Buckelige Bordsteinradwege mit oder ohne Benutzungspflicht, konfliktträchtige gemeinsame Geh- und Radwege, irritierende linksseitige oder Zweirichtungsradwege, zugeparkte oder schlecht geräumte Radfahr- und Schutzstreifen oder auch gänzlich fehlende Infrastruktur – und an jeder Kreuzung ändere sich das System.

Und während die Verkehrsführung an Baustellen für Autofahrer genau markiert sei, fänden Radfahrer in Neumarkt dort immer noch den lapidaren Hinweis „Radfahrer absteigen“ vor. Böttcher: „Fahrradfahren in Neumarkt ist zu oft ein frustrierendes Suchspiel.“

Radfahrer würden nicht wissen, wohin sie gehören, hieß es von dem Radfahrerverein, der selbst vor einigen Jahren darum prozessierte, daß Radler den Radweg verschmähen und auf der Straße radeln dürfen.

Autofahrer würden nicht wissen, wo sie mit Radfahrern rechnen müssen, hieß es vom ADFC. Unklare Wegeführungen und missverständliche Beschilderungen führten bei vielen Radfahrern bewusst oder unbewusst zu Regelverstößen. Vielen Radfahrern sei nicht bewusst, dass sie mit dem Fahren auf dem Gehweg sich wie auch Fußgänger in Gefahr bringen können.

"Mit Nachdruck" wolle der ADFC darauf hinweisen, dass der Platz für zusätzliche Fahrrad-Infrastruktur in erster Linie vom Autoverkehr kommen müsse. Mehr Radverkehr auf angemessenen Wegen trage nämlich auch zur Entlastung der Kfz-Spuren bei. „Wir brauchen ein intuitiv verständliches, selbsterklärendes und sicheres Radverkehrssystem mit großzügigen Abmessungen, das dem stetig wachsenden Radverkehr in Neumarkt gerecht wird“, sagte Böttcher. In der Mühlstraße müsse zum Beispiel bei der Gestaltung und Aufteilung der Verkehrsflächen im Umfeld von Schulen viel stärker berücksichtigt werden, daß Schüler zu einem großen Teil mit dem Fahrrad fahren.
29.01.17
Neumarkt: Radwege - zu Lasten des Autoverkehrs ?
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