"Massive Zerstörung"

NEUMARKT. Nach dem Landratsamt melden jetzt auch die Naturschützer Bedenken zur geplanten Baugebietserweiterung in Seubersdorf-Hundsbüchel an.

Während die Fachstelle am Landratsamt angesichts des vorhandenen Grünordnungsplanes bei den vorgelegten Plänen eine "Problematik" erkannte, fährt der Bund Naturschutz gleich schweres Geschütz auf: eine Erweiterung des Baugebiets dort würde "massiv in gewachsene Strukturen eingegriffen und eine im gesamten Landkreis selten harmonische Ortsabrundung massiv zerstören", hieß es, nachdem sich Vorstands-Mitglieder der Kreisgruppe Neumarkt des Bundes Naturschutz in Seubersdorf getroffen hatten, um sich ein Bild von der geplanten Baugebietserweiterung am Hundsbüchel zu machen.


Offensichtlich würden einige Gemeinderäte den Wert der Hecken für sehr gering erachten: so kursierten Aussagen mit diesem Inhalt: „Schiebt es doch weg, das Glump, des wachst schon wieder nach“.

Die Vorstellung, eine Hecke an anderer Stelle „ausgleichen“ zu können, zeuge von wenig biologischem Sachwissen. „Ausgleichshecken“ würden hier auch nach 25 Jahren noch nicht in der Lage sind, den biologischen Wert einer alten Hecke zu erreichen. Mit solchen Maßnahmen bleibe die Artenvielfalt auf der Strecke. Und auch der Ausstoß von CO2 werde durch Beseitigung von Wiesen und Gehölzen weiter forciert, hieß es von den Naturschützern.

Übrigens heiße es schon im Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan, der für die Gemeinde erstellt worden ist: „Auffällig war die Vollständigkeit der Heckenvögel. Mit Neuntöter (...) bis Goldammer waren alle anspruchsvollen lebensraumtypischen (...) Arten vertreten“.

Nachdem die Fachstelle am Landratsamt sehr wohl die Problematik dieser Planung gesehen habe, meine die Gemeinde, die getroffenen Feststellungen mit einem "nicht nachvollziehbaren öffentlichen Interesse" aushebeln zu können. Ob hier die Zustimmung zum Biotopbeseitigungsantrag durch den Abteilungsleiter am Landratsamt dem Willen der Bürger entspricht, müsse sehr bezweifelt werden, hieß es vomn Bund Naturschutz.

Beim Bund Naturschutz verkenne man nicht die Notwendigkeit, für ansässige Bürger Bauplätze auszuweisen, hieß es. Deshalb frage man sich auch, warum die seit langem im Flächennutzungsplan der Gemeinde Seubersdorf festgelegten Flächen zur Wohnbebauung nicht weiter genutzt werden. Hier fänden sich zentrumsnah Flächen, die ein Vielfaches an Bauplätzen brächten im Vergleich zum Hundsbüchel.

Hinzu komme, dass dieses Gebiet nahe an der Schule liege und somit für Kinder und Eltern leicht zu erreichen sei. Auch der Bahnhof sei beim Übertritt auf weiterführe Schulen deutlich besser zu erreichen und Gleiches gelte natürlich für alle, die berufsbedingt pendeln müssen und in der Früh schnell den Bahnhof erreichen wollen. "Aus diesen Gründen kann auch für den Bereich Hundsbüchel kein öffentliches Interesse konstruiert werden", heißt es in der Mitteilung der Naturschützer. Die Gemeinde Seubersdorf habe bessere Alternativen anzubieten.
10.08.16
Neumarkt: "Massive Zerstörung"
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