Gestörtes Verhältnis

NEUMARKT. 21 Patienten aus dem Landkreis Neumarkt wurden im letzten Jahr wegen psychisch bedingter Ess-Störungen vollstationär behandelt.

Die Zahl ist gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben, 2013 waren es ebenfalls 21 Fälle. Bayernweit stieg jedoch die Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen Ess-Störungen seit dem Jahr 2000 um mehr als 20 Prozent. „Auffällig ist, dass die meisten Patienten aus dem Landkreis Neumarkt weiblich und unter 30 Jahre alt sind“, sagte Josef S. Mirbeth, Regionalgeschäftsführer der Krankenkasse IKK classic. „Die Zahl der Betroffenen dürfte dabei weit höher liegen, denn viele Fälle werden ambulant oder gar nicht behandelt. Viele junge Menschen erkennen von sich aus nicht, dass sie krank sind.“


Ess-Störungen sind psychische Erkrankungen, zu denen etwa die Magersucht (Anorexia nervosa) und die Ess-Brechsucht (Bulimie) zählen. Charakteristisch für Essstörungen ist ein gestörtes Verhältnis zum Essen sowie zum eigenen Körper, das sich meist im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter entwickelt.

Nach einer Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen des Robert Koch-Instituts gibt es bei mehr als 20 Prozent der elf- bis 17jährigen Jugendlichen Hinweise auf eine Ess-Störung, Mädchen sind dabei doppelt so häufig betroffen wie Jungen. Neben einer falschen Ernährung können sich auch gesellschaftliche Schlankheitsideale auf das Körperselbstbild der Betroffenen auswirken.
26.05.16
Neumarkt: Gestörtes Verhältnis
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